Halle/HWK. Mit einer derzeit diskutierten Anpassung der Lehrpläne für Grundschulen entsteht in Ausbildungsbetrieben die Sorge, dass wichtiges Basiswissen nicht ausreichend vermittelt und geübt wird. „Die Grundlagen für eine berufliche Ausbildung entstehen in der Schule. Auch wenn Schüler der Grundschulen noch ein stückweit von der Berufswelt entfernt sind, wird hier die Basis für das weitere Leben gelegt“, sagt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle.
Geplant ist das schriftliche Dividieren und die Schulausgangsschrift nicht mehr verpflichtend im Lehrplan zu verankern. Im Fokus sollen unter anderem die digitale Bildung, Demokratieförderung, eine stärkere Sprachförderung und basale Kompetenzen stehen. Gerade mit dem Verweis auf Smartphones mit Taschenrechner stellt der Grundschulverband laut Mitteldeutscher Zeitung infrage, wie viel Zeit komplexen manuellen Rechenverfahren gegeben werden sollte. Eine Verschiebung dieser Inhalte in die ohnehin mit Lerninhalten überlasteten höheren Klassen sei laut Keindorf eine Notreparatur.
„Das Beherrschen der Grundrechenarten und des verständlichen Schreibens sind die elementaren Voraussetzungen, um im späteren Berufsleben erfolgreich bestehen zu können. Schon jetzt fehlen Ausbildungsinteressierten oft grundsätzliche mathematische Fertigkeiten, die in vielen Handwerksberufen eine Rolle spielen“, so Keindorf.
Stattdessen könnte den Lernstoff aller Fächer verantwortungsvoll hinterfragt werden, um Themen, wie dem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und die Vermittlung von Grundkompetenzen in den MINT-Fächern mehr Raum zu geben. „Wir plädieren zudem für die Wiedereinführung des Werkunterrichts in Sachsen-Anhalt. Und zwar da, wo die Neugier auf Handwerksberufe mit noch am größten ist: in den Grundschulen“, so Keindorf. Für eine ehrliche Diskussion stehe das Handwerk parat.