Saalekreis: Ergebnisse der Sitzung des Kreistages am 9. September 2026

Kreistag am 09.09.2026. Foto: Landkreis Saalekreis.

Merseburg/LKS. Bei der Sitzung des Kreistages am 09. September 2026 wurden wichtige Entscheidungen für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung des Saalekreises getroffen. Zudem wurde das Ergebnis der Landratswahl 2026 bestätigt.

Ergebnis der Landratswahl 2026 bestätigt

Die Durchführungen der Landratswahl am 07. Juni 2026 sowie der Stichwahl am 28. Juni 2026 wurden von der Kreiswahlleiterin gemäß § 71 Abs. 1 Kommunalwahlordnung des Landes Sachsen-Anhalt geprüft. Seitens der Kreiswahlleitung bestand kein Anlass, von Amts wegen Wahleinspruch einzulegen. Andere Wahleinsprüche lagen ebenfalls nicht vor. Die Kreistagsmitglieder stimmten der Beschlussempfehlung zu.

Wichtiger Schritt für den Bio-Economy-Hub in Leuna

Mit den Beschlüssen zur Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis (KEG) wurde ein wichtiger Meilenstein für die Transformation von der petro- zur biochemischen Industrie am Standort Leuna begangen. Nach den bereits erfolgten Beschlussempfehlungen im Finanz- und Kreisausschuss stimmte die Mehrheit des Kreistages für die Umsetzung des bedeutenden Strukturwandelvorhabens „Errichtung des Bio-Economy-Hub“ durch die KEG. Der Bio-Economy-Hub als Gründerzentrum für Unternehmen der Biochemie und Bioökonomie soll die Lücke zwischen Forschung und Entwicklung und Produktion schließen.

Rund 59,25 Millionen Euro für den neuen Hub

Das auf dem Gelände des „Roten Ochsen“ in Leuna entstehende Gebäude bietet etwa 30 Start-Ups die Möglichkeit Büros, Labore sowie Entwicklungsflächen im Technikum zu nutzen, um zukunftsfähige Herstellungsverfahren und Technologien bis hin zu industriellen Maßstäben zu entwickeln. Das Technikum wird auf dem Areal des bestehenden Chemieparks errichtet, sodass alle genehmigungsrechtlichen und medientechnischen Voraussetzungen schon vorliegen. Insgesamt wird die Errichtung des Hubs rund 59,25 Millionen Euro Kosten. Davon werden rund 56,29 Millionen Euro über das GRW-Sonderprogramm „Beschleunigung der Transformation in den ostdeutschen Raffineriestandorten und Häfen“ finanziert. Die KEG muss sowohl Eigenmittel in Höhe von 2,96 Millionen Euro als auch die Vorfinanzierung der Kosten der Planungs- und Baukosten über die Aufnahme eines Darlehens finanzieren. Dafür erfolgte in einem zweiten Beschluss die Zustimmung des Kreistages für eine Ausfallbürgschaft zugunsten der Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH in Höhe von 17,6 Millionen Euro durch den Landkreis. Mit der Bürgschaft wird die Gesamtfinanzierung des Vorhabens besichert. Die Laufzeit ist bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Bio-Economy-Hubs begrenzt.

Neue Dauerausstellung auf der Burg Querfurt

Die Burg Querfurt zählt zu den bedeutendsten, mittelalterlichen Burganlagen Mitteldeutschlands. Sie ist ein touristischer Leuchtturm sowie ein wichtiger Bildungs- und Veranstaltungsort im Saalekreis. Seit mehr als zwölf Jahren besteht die aktuelle Dauerausstellung „Krieg und Frieden“. Mit der geplanten neuen Dauerausstellung soll die über 1.000-jährige, facettenreiche Geschichte der Burg Querfurt anhand ausgewählter Themenschwerpunkte präsentiert werden. Unter Einbeziehung neuer Grabungs- und Forschungsergebnisse wird die Entwicklung der Burg umfassend, wissenschaftlich fundiert, zeitgemäß und zugleich anschaulich für ein breites Publikum aufbereitet.

Rund 200.000 Euro für die neue Ausstellung

Dafür sind grundlegende Umbaumaßnahmen erforderlich. Für die neue Dauerausstellung werden Kosten in Höhe von ca. 200.000 Euro eingeplant. Es wurde ein Fördermittelantrag bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt eingereicht. Des Weiteren werden Drittmittel von der Saalesparkasse zur Verfügung gestellt. Die übrigen Eigenmittel als auch die Kosten für die baulichen Maßnahmen in Höhe von 180.000 Euro werden im Haushalt eingeplant. Die Umsetzung ist bis 2028 vorgesehen.

Neue Veranstaltungsreihe „Hören, was verbindet“

Ein weiteres Projekt der Burg Querfurt ist die neue Veranstaltungsreihe „Hören, was verbindet“. Es soll ein Festival von Vertreterinnen und Vertretern der Burg Querfurt, der Burgmusikschule und der Staatskapelle Halle entwickelt werden. Ebenso sollen die Menschen vor Ort – Kindergärten, Schulen, lokale Vereine als auch interessierte Bürgerinnen und Bürger – mit ihren Ideen und Themen eingebunden werden.

Das Festival ist für das Wochenende vom 14. bis 16. Juli 2028 angedacht und hat zum Ziel, neue Konzert- und Veranstaltungsformate zu etablieren und die Region nachhaltig zu stärken. Für die neue Veranstaltungsserie sind Kosten in Höhe von ca. 75.000 Euro geplant. Auch hierfür wurde ein Förderantrag bei der Investitionsbank eingereicht. Die Kreistagsmitglieder stimmten den beiden Beschlüssen einstimmig zu, vorbehaltlich der Förderungen für beide Projekte durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.