Halle/LAU. Die heimische Kreuzotter ist in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht. Sie ist die einzige Giftschlange Sachsen-Anhalts und war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl im Tiefland als auch im Harz zu finden. Heute werden Bestände der Art nur noch in drei Gebieten in Sachsen-Anhalt sicher nachgewiesen: in der Altmark, im Harz und im Zeitzer Forst.
Zum Schutz der Art hat das Landesamt für Umweltschutz ein Artenhilfsprogramm erstellt. In enger Zusammenarbeit mit Fachleuten entstand ein wissenschaftlich fundiertes und praxisnahes Maßnahmenpaket, das gemeinsam mit Naturschutzvereinen, Institutionen und Ehrenamtlichen umgesetzt wird.
„Der dramatische Rückgang der Kreuzotter zeigt, wie verletzlich ehemals verbreitete Arten geworden sind“, betonte LAU-Präsidentin Dr. Sandra Hagel zur Eröffnung der Veranstaltung. Hauptursachen sind der Verlust und die Zerschneidung geeigneter Lebensräume, die Folgen des Klimawandels und zusätzliche Gefährdung durch invasive Arten wie Waschbären.
Artenmeldeportal
Um die Bestände besser verfolgen zu können, bittet das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Beobachtungen zu melden. Das geht am besten online mit einem Foto oder Video:
- www.tierartenmonitoring-sachsen-anhalt.de oder
- per E-Mail am artenmeldung@lau.mwu.sachsen-anhalt.de.
Weitere Informationen
Kreuzottern legen keine Eier, sondern bringen vollständig entwickelte Jungtiere zur Welt. Die Tiere können im Freiland bis zu 14 Jahre alt werden. Ihr Gift nutzen sie vor allem, um Beutetiere wie Wühlmäuse, Eidechsen und Frösche zu erlegen. Wenn eine Kreuzotter bedrängt wird und keine Rückzugsmöglichkeit hat, kann sie in seltenen Fällen auch Menschen beißen. Für Menschen sind Kreuzotterbisse unangenehm, jedoch in der Regel nicht tödlich.
Kreuzottern gelten auch bundesweit als „stark gefährdet“ und sind wie alle heimischen Amphibien- und Reptilienarten nach der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.
Die Publikation „Artenhilfsprogramm Kreuzotter Sachsen-Anhalt“ umfasst rund 400 Seiten und steht online zum Download zur Verfügung: lau.sachsen-anhalt.de/kreuzotter