Außergewöhnliche Einsatzdichte: Uniklinikum Halle bewältigt 5 Nierentransplantationen in 48 Stunden

Universitätsmedizin Halle
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Halle/UMH. Am Universitätsklinikum Halle (Saale) hat das Nierentransplantationszentrum am Wochenende mehrere kurzfristige Organangebote parallel erfolgreich ausgeführt. Die Eingriffe verliefen präzise und eng abgestimmt zwischen allen beteiligten Fachbereichen. Für die Patient:innen eröffnet sich damit unerwartet die Chance auf ein Leben ohne Dialyse.

Fünf Patient:innen haben am vergangenen Wochenende am Nierentransplantationszentrum (NTZ) der Universitätsmedizin Halle eine neue Niere erhalten. Auslöser war eine seltene Häufung von postmortalen Organangeboten, die über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant an das Zentrum vermittelt wurden.

Während Lebendspenden langfristig geplant werden können, erfolgen Transplantationen nach postmortalen Spenden meist kurzfristig und unter hohem Zeitdruck. Innerhalb weniger Stunden wurden daher mehrere Eingriffe koordiniert und umgesetzt. Beteiligt waren die urologischen und nephrologischen Fachbereiche ebenso wie Anästhesie und spezialisierte Pflegefachpersonen der Universitätsmedizin Halle.

„Ein solches Aufkommen in kürzester Zeit stellt selbst für die größten Zentren eine anspruchsvolle Herausforderung dar. Dieser Erfolg ist das Resultat der engen Verzahnung von urologischer operativer Expertise und nephrologischer Spitzenmedizin, unterstützt durch das hochprofessionelle Zusammenspiel mit Anästhesie und spezialisierter Pflege“, erklärt Prof. Dr. Georgios Gakis, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie. Die Universitätsmedizin Halle betreibt das Nierentransplantationszentrum des Landes Sachsen-Anhalt und ist seit mehr als 50 Jahren führend im Bereich der Transplantationsmedizin.

Unterstützt wurde das Team durch neu etablierte technische Verfahren: Am NTZ kommt unter anderem die Maschinenperfusion zum Einsatz. Sie ermöglicht es, die Qualität von Spenderorganen bis kurz vor der Transplantation bestmöglich zu erhalten.

Eine erfolgreiche Transplantation beendet für viele Betroffene die oftmals jahrelange Dialysebehandlung und eröffnet neue gesundheitliche Perspektiven. „Für die Patient:innen bedeutet dieser Einsatz das Ende einer oft jahrelangen Belastung durch die Dialyse. Dass unsere urologischen und nephrologischen Teams gemeinsam mit allen unterstützenden Bereichen gleich fünf Menschen in so kurzer Zeit helfen konnten, unterstreicht die hohe fachliche Kompetenz und Leistungsfähigkeit unseres Standorts“, sagt Prof. Dr. Matthias Girndt, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II und des NTZ.

Deutschlandweit werden bei rund 1.400 postmortalen Organspenden pro Jahr im Durchschnitt etwa vier Nierentransplantationen pro Tag durchgeführt. Die gebündelten Eingriffe an einem einzigen Wochenende sind daher auch im bundesweiten Vergleich bemerkenswert. „Wir danken den hochprofessionellen Teams für ihren außergewöhnlichen Einsatz und den Organspender:innen für Ihre Entscheidung“, so Gakis und Girndt.

Die transplantierten Patient:innen werden nun auf der Nierentransplantationsstation des Universitätsklinikums Halle (Saale) weiter versorgt. Angesichts bundesweit langer Wartezeiten auf eine Spenderniere leistet das NTZ damit einen wichtigen Beitrag zur transplantationsmedizinischen Versorgung in Sachsen-Anhalt.