Halle/UMH. Kommunikation in der Versorgung älterer Patient:innen war das zentrale Thema beim 18. Geriatrietag der Universitätsmedizin Halle am 13. März 2026. Mehr als 150 Teilnehmende und Expert:innen aus ganz Mitteldeutschland identifizierten in Fachvorträgen und Workshops typische Kommunikationsbarrieren, tauschten Erfahrungen aus der Praxis aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze für den klinischen Alltag.
Kommunikation entscheidend für Behandlungserfolg
„Kommunikation schafft Vertrauen und bildet eine der Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“, sagt Dr. Hannah Mühlhammer, Fachärztin in der Universitätsklinik und Poliklinik für Altersmedizin der Universitätsmedizin Halle. „Gerade in der Geriatrie können ein eingeschränktes Hör- und Sehvermögen, Demenz oder Schwierigkeiten beim Sprachverständnis das gegenseitige Verstehen erschweren. Das kann zu Missverständnissen führen und sogar den Behandlungserfolg beeinträchtigen, weil wichtige Informationen zu Medikamenten oder Handlungsempfehlungen zu bestimmten Erkrankungen verloren gehen. Beim diesjährigen Geriatrietag stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie erfolgreiche Kommunikation im geriatrischen Alltag gelingen kann“, so Dr. Mühlhammer.
Bewusstsein für eigenes Kommunikationsverhalten schärfen
Auf dem Programm standen unter anderem Fachvorträge aus den Bereichen Altersmedizin, Psychiatrie, Sprechwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation. In Workshops zu Themen wie „Die Stimme als Arbeitsinstrument“, „Kultursensible Begleitung am Lebensende“ und „Elderspeak“, ein vereinfachter kindlicher Kommunikationsstil, der häufig unbewusst gegenüber älteren Menschen angewandt wird, reflektierten die Teilnehmenden ihr eigenes Kommunikationsverhalten und erarbeiteten Strategien zur Verbesserung.
„Kommunikation findet nicht nur über Worte statt. Auch Tonfall, Schweigen, Mimik, Gestik und Körpersprache senden Botschaften. Im sprachlichen Bereich können ein Dialekt oder ein Akzent das Verständnis erschweren. Als Fachperson im ärztlichen oder pflegerischen Bereich ist es wichtig, sich dessen bewusst zu werden, um in entsprechenden Situationen zukünftig empathisch und kultursensibel handeln zu können“, sagt Paul Prautzsch, Pflegerische Bereichsleitung in der Universitätsklinik und Poliklinik für Altersmedizin.
Hintergrund
Der jährlich stattfindende Geriatrietag bietet Ärzt:innen, Pflegenden, Therapeut:innen sowie Vertreter:innen von Interessenverbänden für Senior:innen die Gelegenheit zum Austausch. Ziel ist es, die gesellschaftliche Relevanz der Altersmedizin in der Versorgung widerzuspiegeln und das Netzwerk aus Expert:innen zu stärken. Veranstaltet wird die Fachtagung jedes Jahr von der Universitätsklinik und Poliklinik für Altersmedizin, vom Interdisziplinären Zentrum für Altern Halle (IZAH) und vom Alterstraumazentrum des Universitätsklinikums Halle (Saale) und des Diakoniekrankenhauses Halle.