Magdeburg/MWU. Im Wasser finden sich immer wieder kleine Mengen von Medikamentenrückständen. Das Umweltministerium unterstützt deshalb jetzt die Entwicklung neuer Verfahren zur Entfernung dieser Rückstände und anderer Spurenstoffe aus kommunalem Abwasser. Umwelt-Staatssekretär Steffen Eichner hat einen entsprechenden Fördermittelbescheid über 552.000 Euro an die Hochschule Magdeburg-Stendal für ein Forschungsprojekt auf der Kläranlage Halle-Nord überreicht.
„Wasser ist die Grundlage allen Lebens – und zugleich ein Spiegel unseres Umgangs mit der Natur. Was wir ins Wasser geben, kehrt irgendwann zu uns zurück – sei es sichtbar oder unsichtbar“, erklärte Staatssekretär Eichner bei der Übergabe des Bescheids. „Mit der Förderung unterstützen wir die Entwicklung innovativer und zugleich wirtschaftlicher Verfahren, um Spurenstoffe künftig wirksamer aus dem Abwasser zu entfernen.“
Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Projekts sollen verschiedene in Sachsen-Anhalt entwickelte Verfahren für eine sogenannte vierte Reinigungsstufe erprobt werden. Ziel ist es insbesondere, Medikamentenrückstände effizient und kostengünstig aus dem Abwasser der Kläranlage Halle-Nord zu entfernen und die Verfahren für einen späteren großtechnischen Einsatz weiterzuentwickeln.
Hintergrund ist die seit Anfang 2025 geltende europäische Kommunalabwasserrichtlinie. Diese verpflichtet größere Kläranlagen künftig dazu, zusätzliche Reinigungsstufen zur Spurenstoffelimination einzurichten.
Das Umweltministerium setzt bewusst auf die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Die Hochschule Magdeburg-Stendal leiste mit ihrem starken Praxisbezug einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Umwelttechnologien, betonte Eichner weiter. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten perspektivisch auch über Sachsen-Anhalt hinaus Anwendung finden. Das Projekt wird durch das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft begleitet und soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden.