Halle/FWA. Am 12. und 13. März 2026 haben sich in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale) knapp 150 Vertreter:innen von Schulen, Ministerien, Schul- und Landesämtern sowie Aus- und Fortbildungsinstituten der Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zur Mitteldeutschen Bildungstagung „Lernen durch Engagement“ getroffen. Die Tagung stand unter dem Motto „Abgucken erlaubt!“ und richtete den Fokus darauf, gute Beispiele zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln, um Lernen durch Engagement (LdE) langfristig im Schulalltag zu verankern.
Lernen durch Engagement (LdE) verbindet fachliches Lernen mit gemeinnützigem Engagement für reale gesellschaftliche Herausforderungen. So entwickeln sich schulischer Unterricht und Schule im Allgemeinen hin zu einer Lernkultur, die das sinnstiftende Lernen in den Mittelpunkt stellt, fachliches Wissen in Verbindung mit der Lebenswelt setzt und demokratische Kompetenzen stärkt.
Der erste Tag der Tagung widmete sich der Frage, wie LdE in den Bildungsstrukturen der drei Länder verankert werden kann. In Länder- und Schulforen kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und arbeiteten an Strategien für eine nachhaltige Verbreitung von LdE. Best-Practice-Beispiele wurden vorgestellt, übertragen und weitergedacht, um aus einzelnen Ansätzen tragfähige Konzepte für Schulen und Regionen zu entwickeln.
Jan Riedel, Minister für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, unterstrich in seinem Beitrag die Bedeutung des Ansatzes: „Lernen durch Engagement zeigt, wie moderne Schule aussehen kann: Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur für Prüfungen, sondern für das Leben. Wenn sie in echten Projekten Verantwortung übernehmen, Demokratie praktisch erfahren und erleben, dass ihre Ideen zählen, dann ist das die beste Vorbereitung auf ihre Zukunft.“ Und weiter: „Die Mitteldeutsche Bildungstagung zeigt, dass unsere Schulen längst kreative Antworten geben – unsere Aufgabe als Bildungsverwaltung ist es, diese Ansätze zu stärken, zu verbreiten und strukturell abzusichern.“
Am zweiten Tag stand das Thema Unterrichts- und Schulentwicklung mit LdE im Mittelpunkt. In acht thematischen Werkstätten arbeiteten Lehrkräfte, Schulleitungen und Multiplikator:innen unter anderem zu LdE in der Grundschule, zu fächerübergreifendem Unterricht, zu Bildung für nachhaltige Entwicklung, zu alternativen Formen der Leistungsbewertung und zur Umsetzung von LdE im Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht.
Die Veranstaltenden der Mitteldeutschen Bildungstagung ziehen ein klares Fazit: „Diese Tagung hat gezeigt, wie viel Potenzial in Schulen steckt, wenn sie Lernen mit Engagement für die Gesellschaft verbinden“, betonen die Netzwerkstelle „Lernen durch Engagement“ Sachsen-Anhalt der Freiwilligen-Agentur Halle und ihre Partnerorganisationen. „‚Abgucken erlaubt!‘ war ausdrücklich erwünscht: Wir wollen, dass gute Beispiele Schule machen – in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Unser Ziel ist, dass Lernen durch Engagement nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Bestandteil guter Schule wahrgenommen wird.“
Mit einer symbolischen Staffelstabübergabe zwischen den LdE-Kompetenzzentren Sachsen-Anhalt und Sachsen bekräftigten die Beteiligten ihren Willen, die Mitteldeutsche Bildungstagung als wiederkehrendes Format zu etablieren. Die Beteiligten freuen sich bereits darauf, die Tagung voraussichtlich 2028 in Sachsen fortzuführen und damit die länderübergreifende Zusammenarbeit weiter zu stärken.
Die Tagung wurde von der Netzwerkstelle „Lernen durch Engagement“ Sachsen-Anhalt in Trägerschaft der Freiwilligen-Agentur Halle (Saale), der Sächsischen Jugendstiftung sowie den Bildungs- und Kultusministerien der beteiligten Länder durchgeführt.