THINK BAUHAUS: Schülerinnen und Schüler aus Gräfenhainichen gestalten Wasserturm Süd mit Schlemmer-Motiven

Halle. KSt/LSA. Zwei Gruppen aus dem Paul-Gerhardt-Gymnasium in Gräfenhainichen gewinnen den Gestaltungswettbewerb “THINK BAUHAUS”, den die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit Schmuck2 und den Stadtwerken Halle zum Bauhausjubiläum ausgeschrieben hatte.

Gefragt waren Ideen und Entwürfe für Kunst am Bau für den Wasserturm Süd in Halle, der ein signifikantes Wahrzeichen der Moderne ist. Die Gräfenhainicher Kinder, die in die 6. Klasse gehen, erhalten den mit 500 Euro dotierten ersten Preis für ihre Entwürfe “Panzergolem” und “Schmetterlingstänzerin”, die sich an das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer anlehnen. Das 1922 in Stuttgart uraufgeführte Stück ist Schlemmers berühmteste Bühnenproduktion. Die insgesamt 18 Kostüme, bedeuten für darin Tanzende durch Form, Material und Gewicht massive Beweglichkeitseinschränkungen. Sie erzwingen und inspirieren gleichermaßen eine neuartige und ungewöhnliche Art eines minimalistischen, raumplastischen Tanzens.

Der Künstler Michael Krenz wird die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, ihre Siegerentwürfe “Panzergolem” und “Schmetterlingstänzerin” vor Ort umzusetzen.

Weitere Preise wie Überraschungspakete aus Japan oder Badespaß im Maya Mare gehen an Kinder aus dem Hort der Martin-Luther-Grundschule Oppin (2. Platz), an Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ottersleben in Magdeburg (3. Platz) sowie des Neuen Städtischen Gymnasiums Halle (4. + 5. Platz).

“Panzergolem” und “Schmetterlingstänzerin” werden als bis zu drei Meter hohen Figuren ab 31. August 2019 für sechs Wochen am Wasserturm Süd zu sehen sein.

Am gleichen Tag wird die Kunststiftung in Kooperation mit Schmuck2 dort auch ein Werk des Japaners Ryuji Nakamura präsentieren.
Parallel eröffnet in der Großgarage Halle-Süd eine Ausstellung mit der Installation “CarChandelier100” von Birgit Bublak und Thomas Purgand, die den Künstlerwettbewerb THINK BAUHAUS für sich entschieden hatten.

Der Wasserturm Süd, zwischen 1927 und 1928 errichtet, als das Bauhaus in Dessau in seiner Blüte stand, ist ein imposantes Beispiel für das Neue Bauen. Die funktional-expressive Backsteinarchitektur der vom Werkbund beeinflussten Architekten Wilhelm Jost und Oskar Muy steht in der großen Tradition von Industriebauten der Zwanzigerjahre. Der Hallenser Wasserturm verdeutlicht, wie stark die Architekten der damaligen Zeit darum rangen, mit technischen Bauwerken Zeichen zu setzen, die bis heute als Denkmäler unsere Umwelt prägen.