Updates der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus


+++ Aktuelle Informationen der Stadt Halle (Saale) +++
Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand informiert täglich zusammen mit Amtsärztin Frau Dr. Gröger und der Beigeordneten für Bildung und Soziales, Frau Brederlow, in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage in unserer Stadt.

29. März 2020

Aktuelle Entwicklungen zum Corona-Virus gibt es 13.00 Uhr in einer Pressekonferenz des “Krisen-Podiums”.

Quelle: Kanal StadtHalleSaale via YouTube.

28. März 2020

Halle/Verwaltung. In der heutigen Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Amtsärztin Frau Dr. Gröger und die Beigeordnete für Bildung und Soziales über die aktuelle Lage zum Corona-Virus in Halle (Saale).

Statement des Oberbürgermeisters mit Verweis auf die gestern erlassene >> Allgemeinverfügung:
“Die Stadt Halle (Saale) hat auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes in Verbindung mit dem Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt eine Allgemeinverfügung zur Anordnung von Quarantäne-Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus erlassen, bekanntgemacht heute in der Mitteldeutschen Zeitung, die Wirksamkeit beginnt am morgigen Sonntag.

Zum Inhalt:
1. Die Allgemeinverfügung bezieht sich auf Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Halle (Saale) sowie Personen, die sich im Stadtgebiet Halle (Saale) aufhalten, wenn

a) sie sich innerhalb der letzten 14 Tage im Ausland aufgehalten haben,
b) sie innerhalb der letzten 14 Tage in engem Kontakt mit einem Corona-Infizierten standen,   
c) sie mit eben benannten Personen in den letzten 14 Tage zeitweise oder permanent in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder noch leben,      
d) bei ihnen eine Corona-Infektion labordiagnostisch bestätigt wurde.

Für diese Personengruppen wird eine häusliche Quarantäne von 14 Tagen angeordnet.

2. Schülerinnen und Schülern sowie Kindern bis zur Einschulung, die zu dem eben genannten Personenkreis gehören, ist zudem untersagt, in diesem Zeitraum eine Schule, eine Kindertageseinrichtung oder einen Hort – inklusive Notbetreuung – zu betreten.

3. Beschäftigte von Krankenhäusern, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Altenheimen sowie Personen der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr haben vor Arbeitsbeginn den in der Anlage der Allgemeinverfügung befindlichen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. 

4. Der beschriebene Personenkreis ist dazu verpflichtet, sich unverzüglich telefonisch unter der Telefonnummer 0345 221 3238 oder per E-Mail an corona@halle.de im Fachbereich Gesundheit zu melden.

5. Diesen Personen ist es zudem untersagt, den öffentlichen Personennahverkehr (S-Bahn, Bus und Straßenbahn) im Gebiet der Stadt Halle (Saale) zu nutzen.

6. Sollte während der angeordneten Quarantäne-Zeit eine medizinische Behandlung erforderlich werden, sind diese Personen verpflichtet, den Rettungsdienst sowie die sie versorgende medizinische Einrichtung (z. B. Arztpraxis, Krankenhaus) bereits vorab telefonisch über die angeordnete Quarantäne und deren Grund zu informieren.

7. Diese Allgemeinverfügung tritt ab morgen in Kraft und mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft.

8. Für Verstöße gegen die Regelungen dieser Verfügung wird die Anwendung von unmittelbarem Zwang angedroht. Auf die Bußgeld- und Strafvorschriften des Infektionsschutzgesetzes wird hingewiesen.

Zur aktuellen Lage:
In der Stadt Halle gibt es aktuell 137 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 24 weitere Fälle erhöht.

Die gestern auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße in Betrieb genommene mobile Test-Station hat 126 Abstriche durchgeführt; insgesamt waren es am gestrigen Tag an allen vier Teststationen der Stadt zusammen 273. Das mobile Angebot steht Hallenserinnen und Hallensern von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr zur Verfügung. Mitzubringen ist die Gesundheitskarte bzw. die Krankenversichertennummer.

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
In den Kliniken der Stadt steigt die Zahl der Covid-19-Patienten weiter. Aktuell befinden sich 31 Personen in stationärer Behandlung, das sind neun mehr als gestern. Weiterhin müssen drei Patienten beatmet werden.

Zu einer Berichterstattung über den Rettungsdienst vom heutigen Tag möchte ich Folgendes richtigstellen: Die Leistungserbringer im Rettungsdienst (DRK, ASB usw.) werden im Auftrag der Stadt als Trägerin des Rettungsdienstes in eigener Verantwortung tätig. Die Regeln des Arbeitsschutzes und die Hygiene-Regeln des Robert-Koch-Institutes in der jeweils aktuellen Version sind einzuhalten. Gemeinsame Standards zu einheitlichen Arbeitsanweisungen entsprechend der Vorgaben des Robert-Koch-Institutes werden vom Ärztlichen Leiter Rettungsdienst freigegeben.

Im Gesundheitswesen tätige Personen, die entsprechend der Vorgaben des RKI geschützt Kontakt zu Corona-positiven Patienten haben, müssen nicht in Quarantäne genommen werden. Bei unzureichend angelegter Schutzausrüstung hingegen, bei unerwarteten Vorfällen oder bei unterschätztem Infekt-Risiko des Patienten wird der entsprechende Mitarbeiter sofort unter Quarantäne gestellt, bis zum Vorliegen der Patienten-Testung. Eine Anweisung, dass Rettungskräfte so lange ungeschützt weiter Dienst tun sollen, bis bei ihnen Covid-Symptome auftreten, gibt es nicht. Der DRK-Rettungsdienstes hat entsprechende Informationen als falsch zurückgewiesen.

Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 150 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 405 Fahrzeugkontrollen durch die Polizei. Insgesamt wurden insgesamt 19 Strafanzeigen gestellt. Zur Eröffnung des neuen Globus-Marktes: Das Unternehmen hat ein Sicherheitskonzept entwickelt. Dazu hat die Stadt verschiedene Hinweise gegeben, die die Stadt heute vor Ort auch kontrolliert.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

die angeordneten einschneidenden Maßnahmen – wie Ausgangsbeschränkungen und die Schließung von Läden – sind der Versuch, das Virus einzudämmen. Aber auch, um unser Gesundheitswesen nicht an den Rand seiner Kapazität zu bringen. Nach Ostern wird sich zeigen, ob die Maßnahmen Erfolg hatten.

Die Zahl der Neu-Infektionen zeigt: Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Und deshalb bleibt – wie immer am Ende – mein wichtigster Wunsch. Bleiben Sie zu Hause. Und bleiben Sie gesund!

Quelle: Kanal StadtHalleSaale via YouTube.

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen aus dem Podium:

  • die Patient*innen in häuslicher Quarantäne sind in einem stabilen Zustand
  • 17 einst positiv getestete Personen konnten nunmehr die Quarantäne verlassen
  • das Durchschnittsalter der positiv getesteten Personen in Halle liegt bei 47 Jahren
  • Sachsen-Anhalt: 561 Fälle (52% männlich, 48% weiblich) – in Halle sind mehr Frauen betroffen
  • Plattform “Engagiert für Halle” und viele Vereine bieten Unterstützung, wenn keine Einkäufe mehr getätigt werden können
  • die neue Allgemeinverfügung wird erforderlich, da die bisherige Allgemeinverfügung abgelaufen ist
  • Ordnungsamt prüfte bei der heutigen Globuseröffnung die Personenzahl im Globus und die Abstände in Warteschlangen außerhalb (es gibt ein Sicherheitskonzept)
  • die Ergebnisse der Tests vom Drive-In werden an das Gesundheitsamt gemeldet
  • wenn Mitarbeiter von Pflegediensten vollständig unter Quarantäne gestellt sind, muss die Pflege auf andere Einrichtungen/Dienste verlagert werden; das Gesundheitsamt koordiniert
  • die Abiturphase beginnt nächste Woche, wie auch im gesamten Land Sachsen-Anhalt 
  • alle Träger von KiTas/Horten werden Kosten für die Kinderbetruung erstatten

27. März 2020

Halle/Verwaltung. Die Stadt Halle (Saale) hat am heutigen Tag eine Allgemeinverfügung zur Anordnung von Quarantäne-Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 erlassen.

Die Verfügung beinhaltet als Anlage auch einen Gesundheitsfragebogen, den Beschäftigte von Krankenhäusern, Pflege- und Behinderteneinrichtungen auszufüllen haben.



Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger informierten heute in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Situation in der Stadt Halle (Saale). 

Statement der Oberbürgermeisters:
“Die Stadt Halle kommt immer mehr zur Ruhe. Der Ausbruch der Pandemie in Deutschland steht aber erst am Anfang. Ich bitte Sie eindringlich: Helfen Sie uns, diesen Stillstand zu bewahren. So lange, bis wir gesicherte Erkenntnisse darüber haben, ob sich das gefährliche Corona-Virus weiter mit dieser Dynamik ausbreitet oder nicht.
Zur Entwarnung gibt es keinen Grund. Die angeordneten Maßnahmen dürfen nicht zu früh aufgehoben oder gelockert werden, andernfalls könnte das Virus mit voller Wucht zurückkommen.

Zur Risikogruppe gehören ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Doch auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankung können schwere Verläufe auftreten, wie aktuelle Befunde zeigen. Ich rate daher dringend: Bleiben Sie zu Hause. Vermeiden Sie Kontakte. Verlassen Sie das Haus nur noch aus triftigen Gründen. Erst nach Ostern können wir eine erste Bilanz ziehen. Deshalb ist es derzeit nicht angezeigt, um über eine stufenweise Aufhebung der Einschränkung des öffentlichen Lebens zu diskutieren.

Meine Hoffnung ist, dass die in der Stadt Halle frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Zahlen von heute zeigen allerdings, dass sich die Pandemie weiter ausbreitet, eine Alternative zu den strikten Eindämmungsmaßnahmen, die die Stadt bereits am 12. März eingeleitet hat, gibt es derzeit nicht. Ein Impfstoff steht noch aus.

Zur aktuellen Lage:
In Sachsen-Anhalt sind aktuell 500 Infektionsfälle gemeldet, 80 Fälle mehr als am Vortag, bei zwei Todesfällen.
In der Stadt Halle gibt es aktuell 113 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um neun weitere Fälle erhöht.

Unter den Infizierten befindet sich auch ein Asylbewerber, der gestern aus der zentralen Aufnahmestelle in Halberstadt nach Halle gekommen ist. Der Betreffende wurde von Beginn an isoliert. Die Stadt Halle steht in engem Austausch mit dem Land und den Kollegen in Halberstadt. Dort wurde inzwischen die gesamte Aufnahmestelle unter Quarantäne gestellt.

Am heutigen Freitag ist auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße eine mobile Station gestartet, an der Corona-Tests durchgeführt werden können. Der Andrang zu Beginn war groß, aber geordnet – mit rund 50 Fahrzeugen. Das Angebot steht Hallenserinnen und Hallensern von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr zur Verfügung. Mitzubringen ist die Gesundheitskarte bzw. die Krankenversichertennummer.

Unverändert stabil arbeiten die drei Schwerpunktpraxen in der Poli Reil, in der Jägergasse und am Neustadt-Centrum. Gestern wurden hier insgesamt 159 Abstriche genommen.

Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern in der Stadt:
In den Kliniken der Stadt steigt die Zahl der Covid-19-Patienten stetig. Aktuell befinden sich 22 Personen in stationärer Behandlung, sechs mehr als gestern. Drei Patienten müssen beatmet werden, diese Zahl ist gleichbleibend. Um die Entwicklung an dieser Stelle auch einmal in Relation zu setzen: Im Vergleich zum Vortag hat sich die Anzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken damit um über 37 Prozent erhöht. Zu- und Abgänge in den Krankenhäusern sind wichtige Indikatoren bei der Bewertung eines Erfolges bei der Eindämmung des Virus.

Um auch bei einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 handlungsfähig zu bleiben, ist deshalb inzwischen die ehemalige Orthopädie der Uniklinik in der Magdeburger Straße ertüchtigt worden und einsatzfähig. Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen: Alle fünf Krankenhäuser der Stadt bringen sich hier ein. Es ist ein Parade-Beispiel dafür, wie sich alle gemeinsam dafür einsetzen, die bestmögliche Versorgung für die Patienten sicherzustellen.

Die Schutzausrüstung in der Stadt reicht gegenwärtig noch für zehn Tage aus. Die Stadt Halle (Saale) hatte bereits in der vergangenen Woche vorsorglich die Hilfe der Bundeswehr zur medizinischen Versorgung angefordert. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die personelle und sächliche Ausstattung nicht ausreichend sein wird, falls die Krise fortschreitet.

Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 425 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 323 Fahrzeugkontrollen durch die Polizei. Verstöße wurden nur vereinzelt festgestellt. Insgesamt wurden elf Strafanzeigen gestellt.

Zu den Unterstützungsangeboten:
Uns erreichen aktuell sehr viele, teilweise private Hilfsangebote, die bei der Produktion von Mund-Nase-Schutzmasken unterstützen wollen. Diese Initiativen zeigen, wie viele Menschen sich in der gegenwärtigen Situation einbringen wollen.

Dennoch ist aus medizinischer Sicht an dieser Stelle Vorsicht geboten. Selbstproduzierte Masken erfüllen in aller Regel nicht die gebotenen Sicherheitsvorschriften. Für medizinisches Personal sind sie deshalb ungeeignet. Im privaten Sektor gibt es zwar einen gewissen Schutzeffekt für Dritte, selbst ist man aber auch bei Tragen einer Maske nicht vor einer Ansteckung gefeit.
Die Stadt Halle hält sich daher weiter an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Diese sehen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes für medizinisches Personal und für Infizierte vor, nicht aber als Schutz gegen eine Infektion.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
die eingangs genannten Zahlen zeigen, dass es im Moment noch viel zu früh ist, die Eindämmungspolitik zu lockern. Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung. Deshalb bleibt wie immer am Ende mein wichtigster Wunsch:

Bleiben Sie zu Hause. Und bleiben Sie gesund!”

Quelle: Kanal StadtHalleSaale via YouTube.

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen aus dem Podium:

  • 6 Patient*innen können als “gesundet” bezeichnet werden; weitere 11 stehen in der “Warteschlange” (48 h symptomfrei, Nachtests laufen)
  • jeder Einzelne muss seinen Beitrag leisten und sich an die vorgegebenen Maßnahmen halten
  • es gab keine Quarantäne-Verstöße
  • das “Sozialpaket” soll einen leichteren Zugang zur Grundsicherung gewähren (auch Kindergeld)
  • das Jobcenter ist bereits in Vorbereitung für vereinfachte Verfahrensweise
  • die Tests im Drive-In in der Schopenhauerstraße werden Hallenserinnen und Hallensern mit Pkw (nicht anderweitig motorisiert/mit Rad/zu Fuß) zur Verfügung gestellt
  • die Pkw-Fahrer*innen vor dem Drive-In sind angehalten, beim Warten nicht aus dem Fahrzeug auszusteigen; zwei Ordnungskräfte sind vor Ort
  • eine Dunkelziffer an Infektionsfällen wird angenommen, kann jedoch nicht definiert werden
  • das UKH nimmt an der deutschlandweiten Vernetzung der Uniklinika  teil
  • aktuell befindet sich niemand in der neuen Corona-Klinik in der Magdeburger Straße; die Kliniken sind aktuell in der Lage, die Behandlung der intensiv-medizinisch aufgenommenen Patient*innen zu behandeln
  • KiTas (Eigenbetrieb) müssen sich an Hygienevorschriften, Reduzierung von Kontakten (kleine Gruppen) und an erhöhte Reinigungsmaßnahmen halten
  • der positiv getestete Asylbewerber aus Halberstadt wurde in Halle zusammen mit mehreren Insassen präventiv getestet und konnte dadurch  direkt isoliert werden (auch die anderen Insassen)
  • die Unterkunft in Halberstadt wurde daraufhin unter Quarantäne gesetzt
  • aktuell gibt es keine Empfehlung des RKI einen Mundschutz zur Prävention zu tragen (außer für Kranke, da so die Tröpfchen beim Niesen und Husten nicht übertragen werden können)
  • die Schutzausrüstungen/ -materialen der Pflegeeinrichtungen werden derzeit abgefragt; die Einrichtungen helfen sich gegenseitig aus

26. März 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben heute in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Statement des Oberbürgermeisters:

“Zur aktuellen Lage:
Je weiter die Pandemie in Deutschland voranschreitet, desto deutlicher müsste die Wirkung der strikten Eindämmungsmaßnahmen sichtbar werden. Bisher – also Stand 25. März 2020 – zeichnet sich in den Infografiken des Robert-Koch-Instituts noch kein erkennbarer Wendepunkt ab. In Sachsen-Anhalt sind aktuell 420 Infektionsfälle gemeldet, 43 Fälle mehr als am Vortag, bei unverändert einem Todesfall.
In der Stadt Halle gibt es aktuell 104 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 13 Fälle erhöht.

Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern:
Aktuell werden in den Krankenhäusern 16 Infizierte behandelt, 3 von ihnen werden beatmet. Die Zahlen haben sich im Vergleich zu gestern damit nicht verändert.
Die Vorbereitungen der letzten Wochen zahlen sich aus: Alle Krankenhäuser sind abgestimmt auf die Pandemie vorbereitet. Dennoch: Auch die Krankenhäuser in der Stadt Halle wollen sich an dem Förderprogramm von Bundesgesundheitsminister Spahn zur Erhöhung der Kapazitäten an Beatmungsbetten beteiligen. Nach jetzigem Stand beantragen die Krankenhäuser ca. 200 Beatmungsbetten.

Leider mussten wir in den vergangenen Tagen wiederholt feststellen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses Martha-Maria und des Ambulanten Pflegedienstes öffentlich beschimpft wurden. Um es klar zu sagen: Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel. Das Krankenhaus Martha-Maria hat in Abstimmung mit allen anderen Krankenhäusern der Stadt als erstes Krankenhaus positiv getestete COVID-19-Patienten behandelt. Gleichzeitig wurden – wie in verschiedenen anderen Krankenhäusern auch – Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv getestet. Diese hatten sich extern infiziert; ihr Infektionsstatus war zunächst nicht bekannt.
Wie alle Krankenhäuser in der Stadt hat sich das Krankenhaus Martha-Maria auf die Pandemie intensiv vorbereitet und arbeitet eng mit dem Gesundheitsamt der Stadt zusammen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in den vergangenen zwei Wochen in sehr konzentrierter Weise auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet und spezielle Bereiche zur Versorgung von COVID-19-Erkrankten geschaffen. Gleichzeitig werden die ohnehin zahlreichen Beatmungskapazitäten mehr als verdoppelt, um die Bevölkerung im Extremfall und bei schweren Verläufen ausreichend versorgen zu können.
Das Vorgehen bei positiven Fällen im Krankenhaus ist klar geregelt, betroffene Mitarbeiter und Patienten werden isoliert und mehrfach getestet. Der Schutz der Patienten und der Mitarbeiter hat auch für das Krankenhaus Martha-Maria höchste Priorität.
Eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie im Krankenhaus ist ausgeschlossen, da das Martha-Maria umgehend ein absolutes Besuchsverbot verhängt hat. Die sichere Versorgung von Notfällen und Akut-Patienten im Krankenhaus ist jederzeit gegeben.
Die Geschäftsführung und die Leitung des Krankenhauses missbilligen – in Abstimmung mit allen Kliniken in Halle – diese öffentlichen Reaktionen und rufen dazu auf, dem Hygiene-Management des Krankenhauses sowie aller Krankenhäuser in Halle zu vertrauen.
Gleichzeitig dankt die Geschäftsführung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gesundheitsversorgung für den engagierten Einsatz unter erschwerten Bedingungen in den vergangenen Tagen.
Dem schließt sich die Stadt Halle uneingeschränkt an.

3. Zu den Schwerpunkt-Praxen im Stadtgebiet:
Am gestrigen Mittwoch wurden in den Schwerpunkt-Praxen und durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt insgesamt 195 Abstriche durchgeführt. Am Dienstag waren es 211. Der Rücklauf von Test-Ergebnissen aus den Laboren konnte inzwischen leicht beschleunigt werden.
Über die kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt haben sich in Halle 2 freiwillige gynäkologische Praxen gefunden, in denen sich positiv getestete Schwangere nach den Mutterschaftsrichtlinien behandeln lassen können:
–  Dr. Sylvia Matthei, Große Nicolaistraße 1
–  Christine Hieke, Leipziger Straße 5.
Hier erfolgt außerdem die Versorgung von positiv getesteten Frauen mit dringenden gesundheitlichen Problemen außerhalb des Praxisbetriebes.
Die niedergelassenen Kollegen haben sich bereit erklärt, nach telefonischer Anmeldung durch die behandelnden Gynäkologen die Patientinnen so lange weiter zu betreuen, wie es aus Pandemie-Gründen notwendig ist. Die anderen Gynäkologen sind informiert.

4. Viele Menschen in unserer Stadt halten sich an die strengen Bestimmungen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Bei den rund 500 Kontrollen städtischer Ordnungskräfte am gestrigen Mittwoch wurden insgesamt 6 Anzeigen erstattet; bei den 317 Fahrzeug-Kontrollen der Polizei wurden keine Verstöße registriert. Insgesamt hat die Polizei am gestrigen Tag 6 Strafanzeigen gestellt. Dabei handelte es sich um Jugendliche, die mehrfach gemeinsam in einer Buslinie unterwegs waren, ohne ersichtlichen Grund.
Auch die Zahl der Personen-Ansammlungen ist stark zurückgegangen; so musste gestern eine Gruppe mit 5 Personen am Platz der Völkerfreundschaft in der Südstadt aufgelöst werden.
Die verschärften Ausgangsbeschränkungen in Form des sog. Kontaktverbots gelten zunächst bis zum 5. April.

5. Im Kampf gegen das Virus gibt es derzeit noch keine Prognosen.
Wir hoffen sehr, dass sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Die Stadt Halle hat mit Wirkung vom 13.03.2020 die Nutzung von Schulen, Kitas und Horte untersagt.
Mittlerweile ist es auch kaum noch möglich, die einzelnen Infektionsketten nachzuvollziehen. Ich möchte dazu den Virologen Alexander Kekulé zitieren: „80 Prozent der positiv Getesteten haben nur sehr leichte Symptome, einige hatten drei Tage Kopfschmerzen oder leichtes Fieber.“
Nach Ostern werden wir sehen, wo wir stehen und wie wir nachjustieren müssen – und, in welchen Bereichen die Vollbremsung gelockert werden kann. Eines ist auch klar: Die jetzigen Maßnahmen wirken sich massiv auf den sozialen Bereich und die Wirtschaft aus.
Die Stadt Halle überlegt daher bereits jetzt, welche Maßnahmen in der Wirtschaft, im Sozialen und in der Kultur in Betracht kommen. Eine Spekulation hierüber verbietet sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt.
Aktuell unterstützt die Stadt Halle (Saale) die Unternehmen im Stadtgebiet mit Steuervergünstigungen. Auf Antrag werden keine Vorauszahlungen für Gewerbesteuern fällig. Zudem sind zinslose Stundungen möglich. Derzeit werden dazu 55 Anträge bearbeitet. Verschiebungen der Grundsteuer-Fälligkeiten und zinslose Stundungen sind auf Antrag ebenfalls möglich. Dazu liegen vier Anträge vor. Ebenso werden zinslose Stundungen auf Antrag bei der Vergnügungssteuer eingeräumt.

Ich zitiere aus der Pressemitteilung des Landes Sachsen-Anhalt vom heutigen Tag:
„In Anlehnung an das Hilfspaket des Bundes wird das Wirtschaftsministerium eine Richtlinie zur Corona-Soforthilfe erlassen. Das Gesamtvolumen der Zuschüsse wird insgesamt 150 Millionen betragen; diese werden für Unternehmen gestaffelt ausgezahlt. Ausgereicht werden die Zuschüsse über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Auch Künstler und Kulturschaffende sind beispielsweise mit einbezogen.“

Soweit die aktuellen Informationen zur Lage in der Stadt Halle – verbunden mit dem Wunsch: Bleiben Sie gesund!”

Quelle: Kanal StadtHalleSaale via YouTube

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • der Gesundheitszustand der Patient*innen in den Krankenhäusern ist unverändert und stabil
  • zu Hause betreute Patient*innen stehen in täglichem Kontakt mit dem Fachbereich Gesundheit
  • heute findet eine 2. Videokonferenz mit den Alten- und Pflegeheimen für weitere Maßnahmen: mitunter werden die Mitarbeiter*innen das jeweilige Heim nur betreten, wenn sie absolut gesund sind
  • die Infektionsketten werden weiterhin verfolgt
  • es können noch keine Prognosen zu einem Ausstiegsszenario getroffen werden
  • Drive-In ab Freitag: die Tests sind “kostenlos”, wenn eine medizinische Indikation vorliegt (bei Selbstübernahme der Kosten fallen ca. 200 Euro an); es wird Befragungen durch das medizinische Personal geben und dann gemeinsam entschieden; Chipkarte erforderlich
  • positive Testergebnisse werden nach wie vor unverzüglich gemeldet, sodass es hier zu keinen Verzögerungen kommt
  • alle 5 Krankenhäuser des Stadtgebietes tauschen sich regelmäßig aus und arbeiten zusammen
  • aktuell ist keine Zunahme der häuslichen Gewalt zu verzeichnen; die Beratungstelefone werden jedoch in Anspruch genommen
  • ob Schul-, Hort- und KiTa-Schließungen verlängert werden, entscheidet das Land Sachsen-Anhalt
  • es gibt keine “Infektions-Hot-Spots” in Halle; das gesamte Stadtgebiet ist betroffen
  • Gemeinschaftsunterkünfte unterliegen den gleichen hygienischen Maßnahmen; Isolationsräume und Kapazitäten sind vorhanden
  • Patientenverfügungen/Vorsorgevollmachten sind immer – nicht nur in der jetzigen Situation – wichtig; sie müssen nicht zwangsläufig amtlich beglaubigt sein; eine telefonische Beratung ist zur Zeit auf jeden Fall möglich (Betreuungsbehörde der Stadt Halle – Stendaler Str. 7 | Fon: 0345 775 71 39)

25. März 2020

Halle/Verwaltung. In der täglichen Video-Pressekonferenz haben ab 13 Uhr Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger zum aktuellen Stand der Corona-Lage informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“1. Am heutigen Tage ist die zweite Corona-Eindämmungsverordnung des Landes (VO) in Kraft getreten. Sie beinhaltet eine Zusammenfassung der 1. VO, aller Allgemeinverfügungen und teilweise auch Erlasse. Geändert hat sich an den vorherigen Anordnungen wenig, die 2. VO präzisiert lediglich. Sie tritt für das Kontaktverbot am 5. April 2020 außer Kraft, in übrigen Bestimmungen am 19. April 2020. Das heißt: Schulen, Kitas und Horte bleiben bis zum 19. April 2020 geschlossen.

Für die Kinder von so genanntem Schlüssel-Personal gibt es laut Eindämmungsverordnung weiter die Möglichkeit der Notbetreuung. Unterschieden wird in der Verordnung des Landes zwischen Schlüssel-Personal und Personen, die im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig sind. Die Notwendigkeit einer außerordentlichen Betreuung ist durch eine schriftliche Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers oder Dienstvorgesetzten oder bei Selbstständigen durch eigene schriftliche Auskunft nachzuweisen.

Als Oberbürgermeister spreche ich zu dieser Notbetreuung die dringende Empfehlung unserer Ärzte aus: Betreuen Sie Ihre Kinder zu Hause. Die Ansteckungsgefahr Ihres Kindes im Kindergarten, in der Schule oder im Hort ist zu groß. Und damit ist die Gesundheit Ihrer gesamten Familie gefährdet. Deshalb kann ich persönlich eine solche Notbetreuung nicht befürworten.

Die vollständige Verordnung des Landes finden Sie auf der Internetseite der Stadt Halle.

2. In Deutschland gab es – Stand 24. März 2020, 20.50 Uhr –  32.900 Infizierte und 156 Tote. In Sachsen-Anhalt müssen wir 377 Infizierte und einen Todesfall verzeichnen.

In der Stadt Halle gibt es aktuell 91 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um 6 Fälle erhöht. Nach wie vor liegen zahlreiche Labor-Ergebnisse noch nicht vor.

Zur medizinischen Situation in den Krankenhäusern der Stadt:
Aktuell werden in Krankenhäusern 16 Infizierte behandelt (gestern: 12), 3 von ihnen werden beatmet (gestern: 3).

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat eine Unterbringungsmöglichkeit für die an COVID-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen. Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen Klinik für Orthopädie als „Corona-Klinik“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle (Saale) unterstützt.
Die Corona-Klinik geht morgen 9 Uhr in Betrieb. Hier stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. Das Unterbringungsangebot ist freiwillig und geschieht ausschließlich auf Einweisung durch die Notaufnahme der betreffenden Krankenhäuser.

Ich möchte an dieser Stelle das vorausschauende Engagement des Universitätsklinikums und der kooperierenden Krankenhäuser ausdrücklich loben. Seit dem 4.3.2020 wird dran gearbeitet. Die Krankenhäuser passen ihre Alarm- und Einsatzpläne den aktuellen Gegebenheiten an. Diese Maßnahme ist mit den städtischen Notfallmaßnahmen im Katastrophenschutzstab abgestimmt.

Am kommenden Freitag nimmt die Stadt in Kooperation mit der Poli Reil und der Arbeitsagentur eine weitere Test-Station in Betrieb. Hier können sich Hallenserinnen und Hallenser aus dem eigenen Fahrzeug heraus testen lassen. Täglich von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 16 Uhr. Das Modul wird auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße 2 stehen. Mitzubringen ist die  Gesundheitskarte bzw. Krankenversichertennummer.

Gestern wurden insgesamt 211 Abstriche durchgeführt. Diese wurden vorgenommen in der Poli Reil, in der Praxis von Herrn Dr. Ackermann in der Jägergasse, in der Praxis von Herrn Dr. Benecke vor dem Neustadt-Centrum und durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt.

Seit 11. März hat die Stadt insgesamt 408 Reiserückkehrer verzeichnet: Heute werden auf dem Leipziger Flughafen 60 Ägypten-Urlauber aus verschiedenen Bundesländern erwartet. Sofern sie aus der Stadt Halle kommen, werden sie unter Quarantäne gestellt und erhalten einen Abstrich. Die Stadt steht dazu mit dem Flughafen in Kontakt.
Einige Medien berichten, dass die unvollständigen Daten des Landesamtes für Verbraucherschutz als obere Gesundheitsbehörde darauf zurückzuführen sind, dass die Gesundheitsämter in dieser Krise am Wochenende Pause machen. Dem ist in der Stadt Halle (Saale) nicht so. Wie Sie unter anderem im Rahmen unserer täglichen Pressekonferenz sehen, sind unsere Amtsärztin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr im Dienst, sieben Tage in der Woche. Das Gesundheitsamt übermittelt neue Fälle auch am Samstag und am Sonntag an die obere Gesundheitsbehörde, diese leitet die Informationen dann weiter an das Robert-Koch-Institut.
Dass die Übermittlung der Labor-Werte stockt und damit die neuesten Zahlen nicht verfügbar sind, hat schlichtweg einen Grund: Die wenigen Labore, die die Auswertung tausender Tests vornehmen, sind überlastet.

Ich möchte an dieser Stelle also noch einmal deutlich machen, dass das Gesundheitsamt der Stadt Halle (Saale) 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Einsatz ist.

3. Hinweisen möchte ich weiterhin darauf, dass auch in Sachsen-Anhalt das Verbot touristischer Reisen kontrolliert wird. Jeder, der überprüft wird, muss nachweisen, dass er keinen Urlaub, sondern nur Besorgungen macht oder etwa auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist.
Die städtischen Ordnungskräfte haben am gestrigen Dienstag 209 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 483 Fahrzeug-Kontrollen durch die Polizei im Hinblick auf den Tourismus. Die Stadt Halle hat gestern 7 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet, 1 Quarantäne-Verstoß musste registriert werden.

Festgestellt wurden auch 4 Jugendliche, die auf einem Dach in der Jacobstraße feierten. Hier wurden ebenfalls Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet. Das ändert sich mit dem heutigen Tag.

Ein Verstoß gegen die zweite Eindämmungsverordnung des Landes ist nunmehr eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit mehr. Ein Verstoß kann mit bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Ein Infizierter kann bei Verstößen gegen die VO mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • die Hundertschaft des Landes ist noch nicht bestätigt; momentan reichen die Ordnungskräfte für die Durchsetzung der 2. Verordnung des Landes aus
  • Umzüge sind weiterhin gestattet; es gilt das Abstandsgebot!
  • die Feuerwehren sind voll einsatzfähig, trotz einiger Quarantänefälle
  • es befinden sich ca. 800 Personen in häuslicher Quarantäne (beständiger Wechsel zwischen Neuzugängen und beendeten Quarantänen)
  • es erfolgen Kontrollen durch Polizei und Ordnungskräfte an den Supermärkten bzgl. des Einlasses (1 Person pro 10 qm; vom Markt durchzuführen)
  • Obdachlose: das Haus der Wohnhilfe besitzt einen Pandemie-Plan; hier gibt es im Falle einer Infektion Möglichkeiten der Isolation; seit gestern konnten 14 Obdachlose angetroffen und beraten werden
  • am Bürgertelefon (Nummer 115) helfen auch Medizin-Student*innen  und viele Ehrenamtliche aus; die Mitarbeiter*innen sind angehalten, Fragen auch weiter zu leiten
  • die gesundheitlichen Aspekte bzgl. der Infektionen haben sich nicht verändert
  • das Team des Gesundheitsamtes wurde personell verstärkt
  • Reiserückkehrer*innen werden gebeten, sich proaktiv beim Gesundheitsamt per E-Mail an corona@halle.de zu melden (mit Daten zu Name, Geburtsdatum, Reiseland, Telefonnummer, Name der/des Mitreisenden)
  • weiterhin der Appell, sich an die geltenden Maßnahmen zu halten!
  • in den Fieberambulanzen der Stadt ist eine konstante Inanspruchnahme zu verzeichnen
  • Drive-In ab kommenden Freitag: die Abstriche erfolgen durch medizinisches Personal; Abstrich von Fahrer*in und Beifahrer*in wird entnommen
  • die KiTa- und Hortgebühren werden erstattet, die jeweiligen Träger werden sich mit den Eltern in Verbindung setzen 

24. März 2020

Halle/Verwaltung. Die Universitätsklinik Halle (Saale) hat eine Unterbringungsmöglichkeit für an Covid-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen.

Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen Klinik für Orthopädie als „Corona-Klinik“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle (Saale) unterstützt.

„Die Krankenhäuser passen ihre Alarm- und Einsatzpläne den aktuellen Gegebenheiten an. Ein solches Angebot ist  für die Krankenhausversorgung wichtig, um unseren Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungsalternativen anzubieten. Das vorausschauende Engagement des Universitätsklinikums und der kooperierenden Krankenhäuser ist dabei äußerst positiv zu bewerten“, sagt Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale).

Ab voraussichtlich Donnerstag, 26. März 2020, stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. „Diese sollen primär zur Unterbringung von Erkrankten mit leichten Symptomen genutzt werden, die sich zu Hause nicht versorgen können oder die mit Angehörigen in einem Haushalt leben, die zu den Risikogruppen gehören und nicht gefährdet werden sollen“, sagt Prof. Dr. Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.


Halle/Verwaltung. Das Land Sachsen-Anhalt hat mit einer Verordnung heute noch einmal Präzisierungen vorgenommen für die Eindämmung des Corona-Virus:



Halle/Verwaltung. In der täglichen Video-Pressekonferenz um 13 Uhr berichteten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger zum aktuellen Stand der Corona-Lage in der Stadt Halle (Saale).

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 85 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit um fünf Fälle erhöht. Es liegen jedoch zahlreiche Ergebnisse der externen Labore noch nicht vor. Diese sind gegenwärtig erheblich überlastet. Belastbare Zahlen gibt es somit nicht. Deshalb kann aktuell keine Bewertung der Lage vorgenommen werden. Oberstes Ziel des Katastrophenschutzstabes ist es, belastbare Daten über die Abstriche zu erhalten. Deshalb arbeiten wir mit der Universitätsklinik an einem Ausbau der Labor-Kapazitäten im Stadtgebiet. 

Am heutigen Tag werden 12 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern der Stadt behandelt. Gestern waren es 10.

  • 6 Patienten werden im Elisabeth-Krankenhaus behandelt, einer dieser Patienten muss beatmet werden.
  • Im Martha-Maria in Halle-Dölau hat sich die Zahl der stationären Patienten um einen erhöht: Hier befinden sich vier Erkrankte auf Isolierstationen, zwei von ihnen werden beatmet.
  • Zudem werden zwei Covid-19-Patienten im Universitätsklinikum auf einer Isolierstation behandelt.
  • In der Diakonie und im Bergmannstrost werden aktuell keine Covid-19-Patienten stationär behandelt.

Das Universitätsklinikum hat eine Unterbringungsmöglichkeit für an Covid-19-erkrankte Menschen mit leichten Symptomen geschaffen. Am Standort Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22, wurde dazu ein Teil des Gebäudes der ehemaligen „Klinik für Orthopädie“ wieder ertüchtigt. In diesem Vorhaben wird die Universitätsmedizin von allen halleschen Krankenhäusern und der Stadt Halle unterstützt. Derzeit erfolgen noch letzte Arbeiten im Gebäude. Ab voraussichtlich Donnerstag, 26. März 2020, stehen dann nach schrittweiser Eröffnung bis zu 50 Betten zur Verfügung. Das Unterbringungsangebot ist freiwillig und geschieht ausschließlich über die Krankenhäuser.

Gestern wurden in der Poli Reil 87 Abstriche durchgeführt; in der Praxis von Herrn Dr. Ackermann in der Jägergasse waren es 61 Abstriche, die Zahl der Abstriche aus der Praxis von Herrn Dr. Benecke vor dem Neustadt-Centrum liegen aktuell noch nicht vor. Hinzu kamen zehn Abstriche durch den mobilen Dienst. Insgesamt: bislang 158 Abstriche.

Noch einmal der Hinweis: Alle Reiserückkehrer sind aufgefordert, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen.

Die gestern von der Stadt eingerichtete psychosoziale Beratung findet großen Zuspruch: Hier betreuen Psychologen des städtischen Gesundheitsamtes von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr. Die Psychologen sind telefonisch erreichbar unter 0345-6902304 und 0345-2215720.

Die städtischen Ordnungskräfte haben am gestrigen Montag 305 Kontrollen durchgeführt, hinzu kamen 23 Tourismus-Kontrollen durch die Polizei. Mit 182 Überprüfungen entfiel der größte Teil auf Friseursalons, Kosmetik- und Nagelstudios. Insgesamt gab es gestern 14 Verstöße: zwei bei Geschäften, zwei bei Gaststätten, eine auf einem Spielplatz und zwei bei den Tourismus-Kontrollen der Polizei. Hinzu kamen sieben Personenansammlungen.
So mussten erneut Gruppen aufgelöst werden: Die größte Am Gastronom, hier wurde eine Gruppe von 17 Personen angetroffen. Die Stadt weist darauf hin, dass die Ordnungskräfte Bußgeldverfahren einleiten, falls gegen die Aufenthaltsbeschränkungen verstoßen werden.

Ein mobiles Angebot für Obdachlose startet die Stadt am heutigen Tag.

Am Bürgertelefon der Stadt Halle – das 24 Stunden am Tag erreichbar ist – wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Montag 1.535 Anrufe beantwortet.

Die Stadt Halle hat auf der Startseite von halle.de Informationen und Dienstleistungs-Hinweise zum Thema Corona-Virus hinterlegt: in Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch. Zudem hat die Stadt dort unter anderem Service-Links zum umfangreichen Fremdsprachen-Service des Robert-Koch-Instituts gebündelt.

Zur Wirtschaft: Die Unternehmen warten dringend auf Unterstützungsleistungen von Land und Bund. Ab voraussichtlich kommendem Montag soll das Sofortprogramm des Bundes greifen: Die Stadt Halle (Saale) bereitet sich aktuell darauf vor, um entsprechende Leistungen schnellstmöglich auszuzahlen. So sind Soforthilfen für Kleinfirmen vorgesehen. Beispiel: Solo-Selbstständige mit bis zu fünf Beschäftigten sollen einmalig bis zu 9000 Euro erhalten. Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpässe sind durch die Unternehmerinnen und Unternehmer eidesstattlich zu versichern. Privatleute, die Rückstände bei einem großen Kredit haben, dürfen später zahlen.

Liebe Hallenserinnen und liebe Hallenser,
die tiefgreifenden Maßnahmen der Stadt Halle haben nur ein Ziel: Es geht darum, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, um Zeit zu gewinnen. Auch um die intensiv medizinische Versorgung zu gewährleisten. Und: Um den Wissenschaftlern Zeit zu geben, Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln.

Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen. Allein zu erkennen, was wichtig und unwichtig ist, wie man Abläufe effektiver gestalten kann: All das werden wichtige Erkenntnisprozesse sein. Die Krise wird uns bewusstmachen, was zu erhalten und was zu verändern ist.

Das aktuelle Ziel des Stabes ist: Wir brauchen schneller die Auswertungen der durchgeführten Tests von den beauftragten Laboren im Universitätsklinikum, in Dessau, Bruckdorf und Magdeburg.

Doch vor allem gilt zunächst unser Wunsch: Bleiben Sie gesund!”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen es Podiums:

  • die positiv getesteten Mitarbeiter*innen und Ärzten des Krankenhaus Martha-Maria in Dölau befinden sich alle in Quarantäne und in gutem Allgemeinzustand
  • die Kliniken in Halle sind ca. 2 Wochen mit Schutzausrüstung versorgt; Nachschub ist dennoch beantragt
  • die 80-Jährige ist mit (nicht an) einer Corona-Infektion verstorben; während ihrer stationären Behandlung zeigte sie keine Anzeichen einer Infektion; sie litt an einer schweren Grunderkrankung
  • zur Dunkelziffer in Halle (Saale) können keine Spekulationen angestellt werden
  • die 2 ersten positiv auf Corona getesteten Männer gelten nach 2 negativen Tests als geheilt; weitere Nachtests laufen
  • beim Bürgertelefon arbeiten über 10 Mitarbeiter*innen, die medizinisch geschult sind
  • Zahlen zu Insolvenzen in Halle (Saale) liegen nicht vor; Bund und Länder haben Akuthilfen und Schutzschirme zugesprochen
  • Höhe der Strafen bei Verstößen: bis zu 25.000 Euro (gemäß Bußgeldkatalog Infektionsschutzgesetz)
  • die HAVAG prüft täglich die Auslastungen um nachzusteuern, da die Bahnen aktuell stark frequentiert sind
  • ab morgen unterstützt die Linie 4E mit Verstärkerfahrten (5-8 Uhr und 13-17 Uhr) – Hinweise der Fahrgäste sind erbeten!
  • Gewalt in Familien: Frauenschutzhaus ist für Frauen in Not da: frauenschutzhaus@halle.de; Fon: 0345 444 14 14
  • Zahlen der Reiserückkehrer*innen werden aktuell erfasst
  • das Haus der Wohnhilfe verfügt insgesamt über 146 Plätze für Obdachlose; 88 sind derzeit belegt
  • das mobile Angebot für Obdachlose wird durch Streetworker realisiert
  • die Patientenversorgung in den Halleschen Kliniken ist nicht gefährdet
  • die Zahlen der positiv gemeldeten Patienten werden spätestens 18 Uhr an das Land gemeldet; das Land veröffentlicht diese jedoch deutlich eher, sodass es zu den Unterschieden kommt

23. März 2020

Halle/Verwaltung. In der Stadt Halle (Saale) gibt es den ersten Todesfall, der mit einer Corona-Virus-Infektion in Verbindung steht. Es handelt sich um eine 80-jährige Frau, die am vergangenen Samstag im Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau gestorben ist.

Dem Fachbereich Gesundheit der Stadt Halle (Saale) liegt seit heute der Totenschein vor. Demnach war die primäre Todesursache ein Organversagen bei schwerer Vorerkrankung; bei der Verstorbenen wurde zudem eine Infektion mit dem Corona-Virus festgestellt.



Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben  um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die  aktuelle Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 80 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit um 2 Fälle erhöht. Bedingt durch das Wochenende liegen der Stadt jedoch zahlreiche Labor-Ergebnisse noch nicht vor.

1. Die medizinische Situation in den Krankenhäusern der Stadt ist stabil. Seit der Inbetriebnahme einer dritten Schwerpunkt-Ambulanz in Halle-Neustadt hat sich der Andrang an den bisherigen Fieberzentren deutlich reduziert. Am Wochenende wurden in der Poli Reil 51 Abstriche genommen. Hinzu kamen 13 Abstriche durch den mobilen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung, der Tests bei Personen vornimmt, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Insgesamt haben sich die Wartezeiten in den Fieberzentren deutlich verkürzt. Dies zeigt, dass die Angebote des mobilen Dienstes und der drei Fieberzentren in der Poli Reil, der Jägergasse und am Neustadt-Centrum den Bedarf aktuell decken können.

Alle Reiserückkehrer sind aufgefordert sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und telefonisch Kontakt mit dem städtischen Gesundheitsamt aufzunehmen.

Jede Person mit schweren Atemwegserkrankungen bitten wir vorsorglich, einen Test durchzuführen.
Noch einmal ein wichtiger Sicherheitshinweis: Alle Ärzte, die im Auftrag des Gesundheitsamtes zu Hause Untersuchungen oder Abstriche vornehmen, kündigen ihren Besuch vorher telefonisch an und weisen sich mit einer städtischen Bescheinigung mit amtlichem Siegel aus.

2. Die Stadt Halle (Saale) hat zur psychosozialen Beratung von Bürgerinnen und Bürger zwei Rufnummern eingerichtet: Hier beraten Psychologen des städtischen Gesundheitsamtes von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 12 Uhr.

Die Psychologen sind telefonisch erreichbar unter 0345 69 02 304 und 0345 221 57 20.

3. Am gestrigen Sonntag haben städtische Ordnungskräfte insgesamt 13 Kontrollen durchgeführt: Dabei wurde 1 Verstoß auf einem Spielplatz festgestellt. Gestern wurden zudem 2 Gaststätten-Verstöße registriert und 3 Personenansammlungen aufgelöst, in Größenordnungen von 5 bis 40 Personen. Die Polizei hat gestern eine Vielzahl von Beherbergungsstätten  und Fahrzeugen kontrolliert, dabei wurden keine Verstöße registriert.

4. In den Kitas werden heute 78 Kinder betreut. Aus den Schulen wurden 15 Notfallbetreuungen gemeldet. Die Stadt bittet daher erneut alle Eltern eindringlich darum, ihre Kinder nicht in die Notfallbetreuung zu bringen, sondern möglichst zu Hause zu betreuen.
Die Schließung von Schulen, Kitas und Horten endet die Schließung aktuell mit Ablauf des 13. April, Stand heute.

5. Am Bürgertelefon der Stadt Halle – das 24 Stunden am Tag erreichbar ist – wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Sonntag 298 Anrufe beantwortet.

6. Zur Orientierung für alle Berufspendler: Im S-Bahn-Netz Mitteldeutschland sind mit Wirkung 1. April durch die Deutsche Bahn weitere Einschränkungen angekündigt. Genauere Informationen dazu liegen noch nicht vor.

Zu den Regeln in der Stadt:
Mit der Allgemeinverfügung des Landes „Ausgangsbeschränkung COVID-19“ vom heutigen Tag erfolgten verschiedene Regelungen, die in der Stadt Halle bereits seit mehreren Tagen umgesetzt werden.

Es gilt weiterhin der am 17. März von der Stadt Halle ausgerufene Katastrophenfall.

Uns erreichen derzeit viele Nachfragen von Studierenden der Universität zur Durchführung von Staatsexamen. Hier möchte die Stadt Halle das Land auf den dringenden Abstimmungsbedarf insbesondere bei Medizin- und Lehramtsstudierenden hinweisen.

Die Stadt empfiehlt weiterhin dringend: Reduzieren Sie soziale Kontakte auf das absolut Nötigste. Meiden Sie Ansammlungen. Bleiben Sie zu Hause.

Und vor allem: Bleiben Sie gesund!”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • alle Reiserückkehrer*innen, die seit 18. März 2020 aus Risikogebieten (neu hinzugekommen: Spanien und Ägypten) heimgekehrt sind, werden gebeten, sich in häusliche Quarantäne zu begeben und den FB Gesundheit zu kontaktieren
  • die Zahl der Reiserückkerer*innen ist nicht bekannt; Stadt Halle ist in Kontakt mit dem Airport Leipzig/Halle
  • aktuell werden insgesamt 4 Personen intensiv-medizinisch betreut; 2 werden beatmet; Zustand stabil
  • die sich in Quarantäne befindlichen positiv getesteten Personen stehen in regelmäßigem Kontakt mit dem Fachbereich Gesundheit
  • unterschiedliche Fallzahlen: die Stadt meldet die Fallzahlen der Stadt tagesaktuell an das Landesamt für Verbraucherschutz; dieses meldet die Zahlen an das RKI
  • Kleingarten-Besitzer dürfen ihren Kleingarten – gemäß der aktuellen geltenden Vorgaben (zu zweit) – besuchen
  • die Parkscheinautomaten werden nicht außer Betrieb genommen, der Schutz der eigenen Person durch das Berühren der Tasten liegt in Eigenverantwortung des Fahrzeugführers/der Fahrzeugführerin (Handschuhe, sauberes Tuch zum Schutz verwenden)


Halle/Verwaltung. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat heute weitere notwendige Schritte im Kampf gegen das Corona-Virus veranlasst. Kern der Maßnahmen ist die unverzügliche Einführung eines Kontaktverbots.

Die Maßnahmen wurden heute in einer Allgemeinverfügung zusammengefasst und allen Kreisen und kreisfreien Städten übermittelt. Die neuen Regelungen gelten ab Montag, 23. März 2020, 00.00 Uhr.

22. März 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Sonntag, 13 Uhr,  in einer Video-Pressekonferenz über die  aktuelle Situation in der Stadt informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 78 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl um 10 Fälle. 16 Personen werden stationär behandelt; die Patienten sind zwischen 66 und 96 Jahre alt; 2 Patienten werden beatmet.

1. Zur Situation in den Krankenhäusern: Alle Krankenhäuser im Stadtgebiet sind voll leistungsfähig, die Kapazitäten an Beatmungsbetten werden erweitert.
Der in der Nacht zum Samstag im Elisabeth-Krankenhaus gestorbene Hallenser war nicht mit Corona-Virus infiziert. Das Ergebnis haben wir gestern Nachmittag erhalten.
Wir bitten erneut, vorsorglich jede Person mit Anzeichen für eine schwere Erkältungskrankheit einen Corona-Test durchzuführen.
Hinweisen möchte ich auch noch einmal auf Folgendes: Alle Ärzte, die im Auftrag des Gesundheitsamtes Untersuchungen und Abstriche bei Personen zu Hause vornehmen, kündigen ihren Besuch vorher telefonisch an und weisen sich mit einer städtischen Bescheinigung mit amtlichem Siegel aus.

2. Am gestrigen Tag haben städtische Ordnungskräfte insgesamt 42 Kontrollen durchgeführt: Bei den 14 Spiel- und Bolzplatz-Kontrollen wurden keine Verstöße festgestellt; 2 Verstöße wurden bei Geschäften dokumentiert. Hinzu kommt ein Verstoß bei einer Sport- und Freizeitstätte und ein Verstoß bei einer Gaststätte. Es lagen keine Quarantäne-Verstöße vor.

Ordnungskräfte von Stadt und Polizei mussten 11 Personenansammlungen auflösen, in Größenordnungen von 5 bis 10 Personen.
Umfangreiche Kontrollen hat auch die Polizei am gestrigen Tag durchgeführt. Hier wurden 43 Geschäfte kontrolliert, bei 13 wurden Hinweise zu den erforderlichen Zwei-Meter-Abständen gegeben. Außerdem fanden Kontrollen zur Einhaltung der Allgemeinverfügung zum Tourismus statt, in der Delitzscher Straße. Dabei wurden keine Verstöße festgestellt.

3. Am Bürgertelefon der Stadt Halle – das 24 Stunden am Tag erreichbar ist – wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Samstag 280 Anrufe beantwortet.

4. Noch einmal der Hinweis zum Straßenbahn- und Busverkehr: Ab morgen fahren die Busse und Straßenbahnen im 20-Minuten-Takt statt alle 15 Minuten. Es ist sichergestellt, dass weiter jede Haltestelle in der Stadt bedient wird.

Empfehlungen der Stadt:
Die Infektionszahlen von heute bilden nur die Ansteckungsfälle von vor 10 Tagen ab. Das ist die Inkubationszeit, mit der wir arbeiten müssen.

Bereits am 12. März 2020 hat sich die Stadt Halle (Saale) für drastische Maßnahmen entschieden: die Schließung von Schulen, Kitas und Horten. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden untersagt.
Seit dem 17. März sind auch die privaten Veranstaltungen untersagt, zudem die Gaststätten geschlossen. An diesem Tag haben wir übrigens auch mit unseren täglichen Pressekonferenzen begonnen.
Seit dem 15. März gilt der Aufruf: Bitte bleiben Sie zu Hause!

Seit drei Tagen gilt nunmehr die dringende Empfehlung: Verlassen Sie das Haus nur noch aus wichtigen Gründen:

  • zum Pendeln zwischen Wohnsitz und Arbeitsstelle
  • zur Ausübung einer notwendigen und nicht aufschiebbaren beruflichen Tätigkeit, die auch nicht in Form von Heimarbeit/Homeoffice ausgeübt werden kann
  • zum Durchführen von Einkäufen des Grundbedarfs
  • aus gesundheitlichen Gründen
  • aus familiären Gründen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familienmitglieder oder zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung innerhalb der Familie
  • für kurzzeitige, individuelle sportliche Aktivitäten im Wohnumfeld oder zum Ausgang mit Tieren

Bitte halten Sie sich im Freien möglichst nur allein oder zu zweit oder mit Angehörigen aus demselben Haushalt auf.

Wichtig: Dies ist eine Ausgangsbeschränkung und keine Ausgangssperre. Die sozialen Kontakte werden auf das absolut Nötigste minimiert. Zu Menschenansammlungen darf es nicht kommen. Ziel ist die deutliche Reduzierung der Zahl von Neuinfektionen.

Falls Sie im Stadtgebiet unterwegs sind: Bitte rechnen Sie damit, dass sich Ordnungskräfte nach Ihrem Ziel erkundigen.

Um es klar zu sagen: Diese zwingende Aufforderung ist die letzte Stufe vor einer formal angeordneten Ausgangsbeschränkung oder Ausgangssperre nach dem Katastrophenschutzgesetz oder dem Infektionsschutzgesetz.

Auf den Punkt gebracht: Das öffentliche Leben in der Stadt ist damit eingefroren. Viele Hallenserinnen und Hallenser befolgen diese Regeln!

Falls Sie mit der von der Bundesregierung gestarteten Rückhol-Aktion nach Halle heimgeholt worden sind, bitte begeben Sie sich sofort für zwei Wochen in heimische Quarantäne und setzen Sie sich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung. Aktuell sind 30.000 deutsche Urlauber aus dem Ausland zurück nach Deutschland geholt worden. Die Gesamtzahl der Betroffenen liegt bei etwa 200.000 Menschen.

Die Stadt Halle (Saale) hat mit den ersten einschneidenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens bereits am 12. März 2020 begonnen. Simulationen und epidemiologische Modelle zeigen, dass die Effekte der Beschränkungen frühestens nach zwei bis drei Wochen greifen. Ob Erfolge eintreten, werden wir in der Stadt Halle also Anfang April sehen.

Ungeachtet dessen müssen wir davon ausgehen, dass die getroffenen Einschränkungen mehrere Monate gelten werden. Seriös kann das derzeit niemand vorhersagen. Aktuell ist dringend geboten, die Ausbreitung zu verlangsamen – so lange, bis ein Impfstoff und ein Medikament entwickelt und zugelassen sind.

Ich erwarte dringend Nachbesserungen an der Landesverordnung zur Eindämmung des Corona Virus. Bereits in den vergangenen Tagen habe ich beispielsweise auf die Situation der Friseure, Physiotherapeuten oder Ergo-Praxen hingewiesen.

Viele Menschen im Gesundheits- und Sicherheitsbereich kämpfen aktuell gegen das Corona-Virus und sind für die Bürgerinnen und Bürger da. Jeden Tag riskieren sie ihre eigene Gesundheit, um Leben zu retten. Ihnen gilt mein großer Respekt und meine Anerkennung.

Die Retter haben nur einen Wunsch: Bleiben Sie zu Hause!”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • Bürger*innen halten sich an Beschränkungen/Empfehlungen der Stadt Halle (Saale); Ausgangssperre ist Sache der Landesregierung – darüber werden die Länder heute mit der Bundesregierung beraten
  • Intensivstationsbetten sind aktuell genug vorhanden und variabel
  • aktuell befinden sich etwa 350 Personen in häuslicher Quarantäne
  • Drive-In-Stationen zum Testen sind nicht geplant; Auslastung der Fieberzentren ist relativ gut (keine unzumutbaren Wartezeiten); seit letztem Freitag ist ein “mobiler” Kollege unterwegs für Menschen in Quarantäne
  • Wertstoffmärkte bleiben geöffnet; ordnungsgemäßer Ablauf; keine Warteschlangen; Sicherheitsvorkehrungen wurden seitens der Stadtwerke getroffen
  • Obdachlose werden fortlaufend informiert über Möglichkeiten des Aufenthaltes; es gibt jedoch keine Statistik über die Zahl der Obdachlosen
  • Antwort über Unterstützung durch Bundeswehr (Schutzpersonal, Schutzmaterialien, Tests, Ärzte) liegt noch nicht vor
  • aktuell reichen die Ordnungskräfte aus
  • Hundertschaft der Polizei weiterhin angefordert für Kontrollen
  • Test-Durchführungen: Rachen-Abstrich zur Feststellung des Vorhandenseins des Virus’ (validiertes Abstrichverfahren)

21. März 2020

Halle/Verwaltung. In der Nacht ist ein 56-jähriger Patient mit einem Infekt und Fieber aufgrund von Atemnot vom Rettungsdienst in das Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert worden und dort verstorben. Die Stadt Halle (Saale) hat am Nachmittag das Test-Ergebnis erhalten. Die genaue Analyse ergab, dass der Mann nicht Corona-positiv war.



Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Amtsärztin Dr. Christine Gröger und die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katahrina Brederlow, informierten heute in einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 68 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl um weitere elf Fälle.

Heute Nacht hat sich die Situation in den Krankenhäusern in der Stadt verschärft: So wurde in der Nacht in 56-Jähriger mit einem Infekt und Fieber aufgrund von Atemnot vom Rettungsdienst in das Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert, er ist dort wenig später gestorben. Die genaue Analyse, ob der Mann Corona-positiv war, wird gegen 14 Uhr vorliegen. Alle Familien-Mitglieder wurden vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt.

Das Elisabeth-Krankenhaus hat zudem zwei Corona-positiv-Patienten aufgenommen, der Zustand des Ehepaares ist kritisch. Ein Patient ist im Bundeswehr-Krankenhaus in der Nähe von Leipzig untergebracht.

In einer Jugendhilfe-Einrichtung Am Tulpenbrunnen in Halle-Neustadt wurde eine Erzieherin positiv getestet. Alle Mitarbeiterinnen der Einrichtung und die sieben dort betreuten Kinder und Jugendlichen wurden unter Quarantäne gestellt.

Am Wochenende ist die Fieberambulanz in der Poli Reil mit zwei Ärzte-Teams im Einsatz. Die Schwerpunkt-Ambulanzen in der Jägergasse und vor dem Neustadt-Centrum in Halle-Neustadt sind ab Montag wieder geöffnet. Zur Unterstützung der Ärzte ist zudem ab sofort ein Fahrdienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Einsatz, hier testet ein Arzt im Auftrag der Stadt Personen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden.

Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Alle Ärzte, die im Auftrag des Gesundheitsamtes der Stadt Halle zu Hause Untersuchungen oder Abstriche vornehmen, kündigen ihren Besuch vorher telefonisch an und weisen sich mit einer Bescheinigung der Stadt mit amtlichem Siegel aus.

Am gestrigen Tag haben städtische Ordnungskräfte insgesamt 72 Kontrollen durchgeführt: Dabei wurden keine Verstöße auf Spiel- und Bolzplätzen festgestellt und sieben Verstöße von Geschäften. Es lagen keine Quarantäne-Verstöße vor.
In der Nacht mussten Ordnungskräfte von Stadt und Polizei eine Gaststätte Am Gastronom mit Hilfe des Schlüsseldienstes öffnen: Dort feierten sechs Personen heimlich eine Party. Für diese Ordnungswidrigkeit erhielt jeder Gast eine Anzeige. Ordnungsamt und Stadt haben zudem drei Personenansammlung aufgelöst. Diese Zahl ist rückläufig.

Am Bürgertelefon der Stadt Halle wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Freitag 924 Anrufe beantwortet.

Ab kommendem Montag fahren die Busse und Straßenbahnen im 20-Minuten-Takt statt alle 15 Minuten. Es ist sichergestellt, dass weiter jede Haltestelle in der Stadt bedient wird. Alle Fahrpläne sind ab sofort auf der Internetseite der HAVAG verfügbar. Die Aushangfahrpläne sind ab Betriebsbeginn am Montagmorgen an den Haltestellen vorhanden.

Auf Grund der aktuellen Lage im Umgang mit dem Corona-Virus haben die Gremien des Stadtrates und die Verwaltung ihre Arbeitsweise entsprechend angepasst: In Abstimmung mit der Stadtratsvorsitzenden, den Fraktionsvorsitzenden sowie dem Oberbürgermeister finden die Gremiensitzungen vorläufig nicht statt. Die Beratung und Entscheidung von dringenden unaufschiebbaren Angelegenheiten erfolgte gestern erstmals im Rahmen einer gemeinsamen Videokonferenz. Der Oberbürgermeister wird auf dieser Grundlage nunmehr Eilentscheidungen treffen. Diese Entscheidungen werden den Stadträtinnen und Stadträten im Nachgang unverzüglich bekanntgegeben und in die Tagesordnungen der jeweiligen Ausschuss- und Stadtratssitzungen aufgenommen. Die nächste gemeinsame Videokonferenz soll am Freitag, 27. März 2020, stattfinden.

Empfehlungen der Stadt:
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf die Zeitschiene, der städtischen Maßnahmen hinweisen: Bereits am 12.03.2020 hat die Stadt eine Allgemeinverfügung zur Schließung von Kitas, Horten, und Schulen erlassen. Der Lehrbetrieb an der Universität wurde eingestellt; alle öffentlichen Veranstaltungen untersagt.

Am 17.03.2020 hat die Stadt den Katastrophenfall ausgerufen. Es wurden alle öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen jeglicher Art untersagt. Keine Gaststätte nach Gaststättengesetz des Landes Sachsen-Anhalt (GastG LSA) darf für den Publikumsverkehr öffnen. Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind generell untersagt. Ausnahmen bleiben Besuche von Palliativpatienten und Kindern unter 13 Jahren. Die Einrichtungen können Einzelfallentscheidungen treffen.

Wie bereits gestern dringend empfohlen, gilt folgende Aufforderung an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt: Bitte verlassen Sie das Haus nur noch für dringende Angelegenheiten. Aufenthalte im Freien sind nur allein oder zu zweit oder für Menschen aus demselben Haushalt möglich.

Das Verlassen des Wohnsitzes kommt nur noch in Betracht:

  • zum Pendeln zwischen Wohnsitz und Arbeitsstelle zur Ausübung einer notwendigen und nicht aufschiebbaren beruflichen Tätigkeit, die auch nicht in Form von Heimarbeit/Homeoffice ausgeübt werden kann;
  • zum Durchführen von Einkäufen des Grundbedarfs;
  • aus gesundheitlichen Gründen;
  • aus familiären Gründen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familienmitglieder oder zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung innerhalb der Familie
  • für kurzzeitige, individuelle sportliche Aktivitäten im Wohnumfeld oder zum Ausgang mit Tieren.

Es wird also niemand eingesperrt, aber die sozialen Kontakte sollten auf das absolut Nötigste minimiert werden.
Ich setze auf die Einsicht der Hallenserinnen und Hallenser. Ich erwarte, dass sie diesen Anweisungen diszipliniert folgen. Die Ordnungskräfte sind angehalten, sich bei den Hallenserinnen und Hallensern zu erkundigen. Das ist die letzte Stufe vor einer formal angeordneten Ausgangssperre nach dem Katastrophenschutzgesetz oder dem Infektionsschutzgesetz.

Es gibt auf der Grundlage der Erfahrungen in China nur ein Rezept: absolute Konsequenz. Nach sechs Wochen gibt es in China keine Neuinfektionen mehr. Ich zitiere: „Eine totale Ausgangssperre ist epidemiologisch unbegründet, wirtschaftlich desaströs und eine soziale Katastrophe“, so der hallesche Virologe Prof. Alexander Kekulé. Dieser Auffassung schließe ich mich ausdrücklich an.

Noch immer gibt es in der Stadt Halle eine kleine Gruppe die sagt, es sei besser, das Virus solle sich ausbreiten, irgendwann seien dann 80 Prozent der Bevölkerung immun, und es würden nur die, die sowieso schon krank sind, sterben. Das stimmt nicht. In Wuhan sind viele junge Menschen gestorben, vor allem Ärzte und Pflegekräfte.

Wir müssen gegenseitig auf uns Acht geben und uns zur Einhaltung dieser Regeln zwingen. Nur so können wir das Virus bestmöglich überstehen.

Die Stadt Halle handelt entschlossen.

Bleiben Sie gesund!

Video zur Pressekonferenz:
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Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • in den Krankenhäusern werden die Symptome der Patient*innen behandelt, d.h. Fieber senken, beatmen; eine antivirale Therapie ist (noch) nicht möglich
  • in einem Kinderheim in Halle-Neustadt befinden sich 7 Kinder/Jugendliche und 8 Erzieher in Quarantäne nach einem bestätigten Corona-Fall; Kinder und Erzieher werden bis Ende nächster Woche getestet
  • Obdachlose werden in Wohnungen untergebracht, um “Haus der Wohnhilfe” zu entlasten; aktuell ist kein Corona-Fall bekannt; ein mobiles Angebot wird geprüft
  • Umzüge sind erlaubt, es sei denn, diese werden zur Party
  • Friseure weiterhin offen; Dr. Wiegand rechnet damit, dass das Land Sachsen-Anhalt die Verordnung anpasst
  • Sonntagsöffnung für Läden wird höchstwahrscheinlich nicht oft genutzt; die Mitarbeiter sind bereits jetzt sehr belastet; die Versorgung ist auch so gesichert
  • städtische Wohnungsgesellschaften handeln mieterfreundlich

20. März 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben in einer Video-Pressekonferenz über den aktuellen Stand informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 57 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl um weitere sieben Fälle.

Vor dem Neustadt-Centrum in Halle-Neustadt hat heute die Fieberambulanz des Allgemeinmediziners Dr. Matthias Benecke den Betrieb aufgenommen. Die bereits bekannten Standorte – die Poli Reil und die Praxis des Internisten Dr. Frank Ackermann – werden damit unterstützt.

Im Krankenhaus Martha-Maria in Dölau werden derzeit drei Patienten auf der Intensivstation behandelt, zwei von ihnen sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch im Universitätsklinikum wird ein Patient intensivmedizinisch behandelt, das Testergebnis steht hier noch aus. In den Krankenhäusern Bergmannstrost, St. Elisabeth und St. Barbara sowie in der Diakonie gibt es aktuell keine stationäre Behandlung von Corona-positiv-Patienten.

Der positiv getestete Feuerwehrbeamte bei der Berufsfeuerwehr ist nach seinem Urlaub direkt unter Quarantäne gestellt worden. Er hatte keinen direkten Kontakt zu anderen Kollegen der Berufsfeuerwehr. Drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Ammendorf befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne.  Sowohl die Berufsfeuerwehr als auch alle Ortswehren sind aber weiter voll einsatzfähig.

Am gestrigen Tag haben städtische Ordnungskräfte 164 Kontrollen durchgeführt: So mussten in zwei Spielotheken, die verbotenerweise geöffnet hatten, Platzverweise erteilt werden. Nur noch in einzelnen Fällen wurden bei 63 Kontrollen Eltern und Kinder auf Spiel- und Bolzplätzen angetroffen. Weiterhin wurden 47 Quarantäne-Kontrollen durchgeführt, dabei wurde ein Verstoß festgestellt.

Am Kanal in Halle-Neustadt mussten städtische Ordnungskräfte unter Vollzugshilfe der Polizei eine Ansammlung von 150 Jugendlichen auflösen. Auch auf der Peißnitz mit der Ziegelwiese waren die Ordnungskräfte im Einsatz. Zudem wurden 20 Geschäfte kontrolliert, dabei wurden zwei Verstöße festgestellt.

In den Kitas wurden heute 43 Kinder betreut. An den Schulen wurden elf Notfallbetreuungen gemeldet. Die Zahlen sind damit insgesamt rückläufig.

Am Bürgertelefon der Stadt Halle, das 24 Stunden am Tag erreichbar ist, wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Donnerstag 1362 Anrufe beantwortet.

Die HAVAG hat in den vergangenen Tagen einen deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen um mehr als 50 Prozent registriert. Ab kommendem Montag wird die Frequenz im Öffentlichen Personennahverkehr deshalb reduziert. Der Takt von Bussen und Straßenbahnen wird angepasst, Straßenbahnen fahren dann nur noch im 20-Minuten-Takt statt alle 15 Minuten. Es ist sichergestellt, dass weiter jede Haltestelle in der Stadt bedient wird.

Die Stadtverwaltung erreichen aktuell viele Nachfragen von Gewerbetreibenden, für die die gegenwärtigen Einschränkungen eine große Herausforderung darstellen. Die Stadt hat deshalb folgende Sofortmaßnahmen beschlossen:

  • Steuervorauszahlungen für 2020 werden auf Antrag angepasst oder neu festgesetzt. Eine Stundung oder Ratenzahlung ist dann nicht mehr notwendig.
  • Alle anderen Gewerbesteuerforderungen werden auf Antrag zinslos gestundet.

Die städtische Wirtschaftsförderung beantwortet zahlreiche Anfragen von Unternehmerinnen und Unternehmern. Dazu hat die Stadt zentrale Telefonnummern geschaltet: 0345 221 4777 oder 0345 221 4067
 
Empfehlungen der Stadt:
Bleiben Sie zu Hause! Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sollten Hallenserinnen und Hallenser ab kommendem Samstag das Haus nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen. Aufenthalte im Freien sind nur allein oder zu zweit oder für Menschen aus demselben Haushalt zu empfehlen.

Das Verlassen des Wohnsitzes sollte nur in Betracht kommen:

  • zum Pendeln zwischen Wohnsitz und Arbeitsstelle; zur Ausübung einer notwendigen und nicht aufschiebbaren beruflichen Tätigkeit, die auch nicht in Form von Heimarbeit/Homeoffice ausgeübt werden kann
  • zum Durchführen von Einkäufen des Grundbedarfs
  • aus gesundheitlichen Gründen
  • aus familiären Gründen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Familienmitglieder oder zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung innerhalb der Familie
  • für kurzzeitige, individuelle sportliche Aktivitäten im Wohnumfeld (Mindestabstand zu Mitmenschen beachten!)
  • zum Ausgang mit Tieren.

Ausdrücklich: Es handelt sich hierbei formal nicht um eine Ausgangssperre nach dem Katastrophenschutzgesetz, sondern um dringende Empfehlungen des OB der Stadt Halle an der Saale. Über eine eventuelle Ausgangssperre beraten am Sonntag die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin.

Der Oberbürgermeister unterstützt die Kampagne von nt-Intendant Matthias Brenner, dass in Theaterwerkstätten Atemschutzmasken angefertigt werden.

Auch die Challenge: Bleibt zu Hause. Wir sind für euch da! von Krankenhäusern, Polizei und Krisenstäben findet ausdrückliche Zustimmung.”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Antworten aus der Fragerunde/weitere Informationen des Podiums:

  • für ausländische Mitbürger*innen werden die Hinweise entsprechend in verschiedenen Sprachen bereit gestellt
  • 95 Personen können möglicherweise am Wochenende aus der Quarantäne entlassen werden
  • weitere 390 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne
  • es ist nicht geplant, Supermärkte sonntags zu öffnen

19. März 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 50 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl innerhalb der letzten 24 Stunden um zwölf Fälle.

1. Auf unseren Aufruf am gestrigen Tag haben sich Ärzte gemeldet, die die Fieberambulanzen unterstützen wollen. Dafür sind wir sehr dankbar.
In Halle-Neustadt werden wir eine weitere Anlaufstelle einrichten. Die Ambulanz wird vor der Praxis des Allgemein-Mediziners Dr. Matthias Benecke in der Neustädter Passage 17a morgen in Betrieb gehen. Damit stehen den Bürgerinnen und Bürgern dann drei Schwerpunkt-Praxen zur Verfügung – neben der bereits bekannten Poli Reil und der Ambulanz des Internisten Dr. Frank Ackermann.

2. Im Krankenhaus Martha-Maria in Dölau haben wir vier weitere Infektionen festgestellt, darunter drei Ärzte. Auch bei der Berufsfeuerwehr gab es einen positiven Fall. Die Beispiele zeigen, welche Herausforderungen auch auf unser Gesundheits- und Sicherheitssystem zukommen. 

3. Sie haben den Einsatzleitwagen auf dem Marktplatz gesehen: Er dient seit gestern der Koordinierung der Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet. Die Kameradinnen und Kameraden unterstützen die Stadt vor Ort bei der Information der Bürgerinnen und Bürger zu den Einschränkungen im öffentlichen Leben.

4. Zu den Kontrollen: Städtische Ordnungskräfte haben gestern 73 Spielplätze kontrolliert. Dabei wurden 21 Platzverweise erteilt. Weiterhin wurden 79 Geschäfte kontrolliert, 37 davon waren trotz Anordnung des Landes zur Schließung geöffnet. Hinzu kamen Gaststättenkontrollen, die Auflösung von Personenansammlungen und Quarantänekontrollen.

5. Bei der Auflösung von Ansammlungen im Südpark, am Thüringer Bahnhof und am Reichardts Garten begegnete den städtischen Ordnungskräften teils massive Gegenwehr. Vor allem bei Jugendlichen mussten wir feststellen, dass der Ernst der Lage oft nicht erkannt wird.

Daher möchte ich an dieser Stelle noch einmal klarstellen:
Das Verbot von Ansammlungen ist kein Spaß. Wenn hier kein Einsehen eintritt, müssen wir ggf. über weitergehende Maßnahmen nachdenken. Wir müssen jetzt auf diejenigen Rücksichten nehmen, die besonders gefährdet sind: ältere Menschen, chronisch Kranke. Deshalb appelliere ich noch einmal an die Verantwortung aller.

6. Die Kräfte des Polizeireviers Halle unterstützen uns bei den Kontrollen sehr engagiert, werden aber perspektivisch an Kapazitätsgrenzen stoßen. Das heißt im Klartext: Wir werden vermehrt Vollzugshilfe der Polizei benötigen. Die Anforderung einer Hundertschaft der Polizei wurde vom Innenministerium vorerst abgelehnt.

7. Die Stadt bittet weiterhin alle Eltern eindringlich darum, ihre Kinder nicht in die Notfallbetreuung zu bringen, sondern möglichst zu Hause zu betreuen: In den Kitas wurden heute 61 Kinder betreut. An den Schulen ist die Zahl rückläufig; hier wurden heute sechs Notfallbetreuungen gemeldet.

8. Am Bürgertelefon der Stadt Halle, das 24 Stunden am Tag erreichbar ist, wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Mittwoch 1.298 Anrufe beantwortet.

Empfehlungen der Stadt:
Die Stadt Halle (Saale) weist darauf hin, dass Bewegung und Sport im Freien möglich sind, wenn der Sicherheitsabstand eingehalten wird.

Aktuell erreichen uns zahlreiche Nachfragen, warum Frisörsalons von der Schließungsanordnung des Landes ausgenommen sind. Hierzu haben viele Frisöre inzwischen eine Unterschriftensammlung initiiert, an der sich Stand 12.30 Uhr schon mehr als 90.000 Menschen beteiligt haben. Die Frisöre wollen damit erreichen, dass sie in die Anordnung des Landes zur Schließung aufgenommen und geschützt werden. Ähnliche Nachfragen erreichen uns auch von Logopäden.

Sie sehen also, was für eine komplizierte Lage mit der Anordnung von zahlreichen Ausnahmen eingetreten ist. Dazu passt auch, dass das Landesverwaltungsamt heute die Sonntagsöffnung für zahlreiche Branchen genehmigt hat.

Die Stadt bleibt bei ihrer Linie, das öffentliche Leben für einen gewissen Zeitraum nahezu einzufrieren.”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

18. März 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales Katharina Brederlow und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch zur aktuellen Lage informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 38 Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl allein von gestern Abend zu heute Morgen noch einmal um elf Fälle.

1. In der Fiebersprechstunde in der Poli Reil wurden gestern rund 90 Patienten betreut. Um die Patientenströme besser zu koordinieren, richtet die Stadt vor Ort ein elektronisches Wartenummern-System ein. Auch die Schwerpunkt-Ambulanz des Internisten Dr. Frank Ackermann führt weiterhin Tests durch.

2. Inzwischen musste ein Corona-positiver Patient (66 Jahre alt) in eine Klinik eingewiesen werden: das Martha-Maria in Dölau. Die übrigen Corona-positiven Patienten befinden sich weiterhin in häuslicher Quarantäne.

3. Bei entsprechenden Quarantäne-Kontrollen am gestrigen Tag konnten erneut keine Verstöße gegen die Quarantäne-Auflagen festgestellt werden. Insgesamt wurden gestern 40 Kontrollen durchgeführt. Hinzu kamen 100 Kontrollen von Spielplätzen und 36 Kontrollen von Fitness-Studios. Hier wurden die vor Ort angetroffenen Personen zunächst über die aktuelle Lage im Umgang mit dem Corona-Virus informiert. Bei der Information von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen und Einrichtungen unterstützen ab sofort auch die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Halle (Saale).

4. Die Stadt bittet alle Eltern noch einmal eindringlich darum, ihre Kinder nicht in die Notfallbetreuung zu bringen, sondern möglichst zu Hause zu betreuen: In den Kitas wurden heute erneut 62 Kinder betreut. Aus den Schulen wurden acht Notfallbetreuungen gemeldet.

5. Am Bürgertelefon der Stadt Halle – das 24 Stunden am Tag erreichbar ist – wurden unter der Telefonnummer 115 am gestrigen Dienstag 1.050 Anrufe beantwortet. Wie Sie wissen, steht die Verwaltung unter dieser Bürgertelefon-Nummer auch für städtische Dienstleistungen zur Verfügung. Das gleiche gilt für Fragen an das Gesundheitsamt, die ebenfalls unter der 115 beantwortet werden. Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger außerdem, telefonische Fragen nicht direkt an das Fieberzentrum oder die Schwerpunkt-Ambulanz zu richten. Bitte kontaktieren Sie dazu Ihre Hausärzte telefonisch.

6. Das Deutsche Rote Kreuz hat angekündigt, seinen Blutspendedienst zu intensivieren und steht für Fragen zu Blutspenden telefonisch zur Verfügung, genauso wie der Blutspendedienst des Universitätsklinikums.

7. Wie Sie sicher schon wissen, wurde nunmehr auch die gemeinsame Museumsnacht der Städte Halle und Leipzig abgesagt. Auch der diesjährige Frühjahrsputz der Stadt Halle wird auf Grund der aktuellen Situation nicht stattfinden.

Der Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) in seiner Funktion als Leiter der Katastrophenschutzbehörde stellt fest, dass das gesamte Stadtgebiet von der Gefahr einer exponentiellen Ausbreitung des Virus betroffenen ist.
Alle Bewohner und andere Personen haben den Anordnungen der Katastrophenschutzbehörde Folge zu leisten. Um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus zu senken, hat der Oberbürgermeister die Anweisung getroffen, dass die Verordnung des Landes vom 17.03.2020 um folgende Punkte erweitert wird:

1. Öffentliche und nicht öffentliche Veranstaltungen jeglicher Art sind untersagt.

2. Keine Gaststätte nach Gaststättengesetz des Landes Sachsen-Anhalt (GastG LSA) darf für den Publikumsverkehr geöffnet werden.

3. Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind generell untersagt. Ausnahmen bleiben Besuche von Palliativpatienten und Kindern unter 13 Jahren. Die Einrichtungen können Einzelfallentscheidungen treffen.

4. Die Stadt Halle (Saale) fordert eine Hundertschaft der Polizei beim Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt zur Unterstützung bei der Durchsetzung der Anordnungen an.

5. Die Stadt Halle (Saale) fordert vorsorglich die Hilfe der Bundeswehr zur medizinischen Versorgung an.

6. Die Stadt Halle (Saale) fordert beim Pandemie-Stab des Landes Sachsen-Anhalt Schutzausrüstung in Höhe von 1000 Schutz-Sets (Mundschutz, Kittel, Tests) pro Tag an.

7. Bewohner und andere Personen in der Stadt Halle (Saale) haben allen Anordnungen der Katastrophenschutzbehörde oder der von ihr eingesetzten Einsatzleitung Folge zu leisten.

8. Im Katastrophenfall ist jedermann verpflichtet, bei Abwehrmaßnahmen Hilfe zu leisten, wenn er von der Katastrophenschutzbehörde oder einem von ihr Beauftragten dazu aufgefordert wird. Die Hilfeleistung kann nur verweigern, wer durch sie erheblich gefährdet wird oder höherwertige Pflichten verletzen müsste. Personen, die hiernach zur Hilfeleistung herangezogen werden oder mit Einverständnis der Katastrophenschutzbehörde freiwillige Hilfe leisten, haben für die Dauer der Hilfeleistung die Rechtsstellung eines Helfers im Sinnen des Katastrophenschutzgesetzes.

9. Eigentümer, Besitzer und sonstige Nutzungsberechtigte von Grundstücken und Gebäuden sind verpflichtet, den Katastrophen-Abwehrkräften die Benutzung ihrer Grundstücke und Gebäude zur Katastrophenabwehr zu gestatten, soweit dies zur Abwehr der Katastrophe erforderlich ist. Gleiches gilt für zur Katastrophenabwehr geeignete Einrichtungen und Geräte.

10. Verstöße gegen Anordnungen der Katastrophenschutzbehörde sind Ordnungswidrigkeiten, die mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Die Anordnungen treten mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft.

Der tägliche Stab in der Stadtverwaltung tagt nunmehr in Form des Katastrophenschutzstabes, Mitglied ist auch ein Vertreter des Landesverwaltungsamtes. Außerdem erfolgen täglich Abstimmungsgespräche mit allen Kliniken in der Stadt.

Empfehlungen der Stadt
Die Stadt Halle (Saale) rät weiterhin dringend davon ab, Kinder in Notbetreuungseinrichtungen zu geben.

Nicht in Quarantäne befindliche Personen können sich im Freien aufhalten, unter Beachtung des Sicherheitsabstandes zu anderen Passanten – die beispielsweise nicht zur Familien gehören – und unter Beachtung, dass jegliche Ansammlungen untersagt sind

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen:
Liebe Hallenserinnen und Hallenser, der Eintritt des Katastrophenfalls ist keine Katastrophe. Im Gegenteil: Der Katastrophenfall soll uns alle vor einer Katastrophe schützen. Insofern gilt weiter, besonnen, aber auch vorausschauend zu agieren. Genau das bezweckt die Stadt Halle (Saale) mit dem Ausrufen des Katastrophenfalles.
Natürlich kann der Katastrophenfall auch Einschnitte in das persönliche Leben bedeuten. Seien Sie aber gewiss, dass die Stadt solche Maßnahmen nur im Notfall und mit sehr viel Bedacht wählt.”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com



Katastrophenschutzstab hat Arbeit aufgenommen

Halle/Verwaltung. Dieser Stab unter Leitung von Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand  koordiniert alle weiteren Maßnahmen.

In der Stadt Halle (Saale) hat sich die Zahl der an COVID-19 erkrankten Personen weiter deutlich erhöht. Beim Fachbereich Gesundheit gingen am Mittwochmorgen Meldungen zu elf neuen Fällen ein. Alle positiv Getesteten waren in den Spezialambulanzen in der Poli Reil und Jägergasse vorstellig geworden. 

Insgesamt sind in der Stadt nun 38 Infizierte gemeldet. Alle Infizierten sind in häuslicher Quarantäne.

17. März 2020

Stadt Halle ruft Katastrophenfall aus
Halle/Verwaltung. „Zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus ist dringend der koordinierte Einsatz aller verfügbaren Kräfte und Mittel unter einer gemeinsamen Gesamtleitung erforderlich. Deshalb ruft die Stadt Halle den Katastrophenfall aus. Diese Entscheidung wird ausdrücklich von ärztlichen Direktoren und Leitern der Krankenhäuser gestützt, weil mit Eintritt des Katastrophenfalls wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung des COVID-19-Virus getroffen werden können“, sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand.
 
In der Stadt Halle hat sich die Zahl der Infektionsfälle heute deutlich erhöht: Die Zahl der Infektionsfälle stieg um acht auf nunmehr 27 – der bisher größte Zuwachs an positiv Getesteten in der Stadt Halle an einem Tag. Einer dieser neu aufgetretenen Fälle betrifft das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau. Eine Mitarbeiterin der Klinik hat sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. Als Folge wurde eine Station des Krankenhauses unter Quarantäne gestellt. Der Fachbereich Gesundheit und die Leitung des Krankenhauses haben umgehend alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.
 
Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand begründet die Entscheidung wie folgt: „Bereits jetzt ist durch die Beschränkung des medizinischen Leistungsspektrums auf dringende Eingriffe die medizinische Versorgung erheblich beeinträchtigt. An dieser Stelle sind beispielsweise der Rückgang an Blutspenden und der Mangel an Blutkonserven zu erwähnen. Allein dieser Mangel macht eine Fortführung von Behandlungen sowohl konservativ als auch operativ immer schwieriger. Die Steuerung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten der Stadt hat erheblichen Einfluss auf die zu erwartende Überlebensrate der an COVID-19 erkrankten Patienten.
 
Die Verordnung des Landes zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus bleibt weit hinter den Maßnahmen zurück, die die Stadt Halle und die Krankenhäuser in der Stadt Halle bereits in der vergangenen Woche eingeleitet haben. Gemeinsam mit Vertretern von Krankenhäusern, Rettungsdienst und Feuerwehr sowie Wissenschaft arbeitet die Stadt seit Tagen intensiv daran, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Mit der Landes-Verordnung können große Ansammlungen von Menschen nicht konsequent unterbunden werden. Die zahlreichen Ausnahmen werden der aktuellen Lage, gerade wie sie sich in Großstädten darstellt, nicht gerecht. Das gilt etwa für die Öffnungszeiten von Gaststätten und die erlaubte Teilnehmerzahl für Versammlungen. Das verstärkt den Eindruck, dass aktuell stets auf Ereignisse reagiert wird, deren Ursprung 10 bis 20 Tage zurückliegt.“

Vermerk des Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand: 



Halle/Verwaltung. In der Stadt Halle (Saale) hat sich die Zahl der Infektionsfälle weiter erhöht: Am Abend (Stand 18 Uhr) stieg die Zahl auf nunmehr 27 Infektionsfälle.

„Das ist der bisher größte Zuwachs an positiv Getesteten in der Stadt Halle an einem Tag“, sagt Amtsärztin Dr. Christine Gröger.

Einer dieser neu aufgetretenen Fälle betrifft das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau. Eine Mitarbeiterin der Klinik hat sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. Als Folge wurde eine Station des Krankenhauses unter Quarantäne gestellt. Der Fachbereich Gesundheit und die Leitung des Krankenhauses haben umgehend alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet.



Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und Amtsärztin Dr. Christina Gröger informierten in einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand.

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com

Wichtiges in aller Kürze:

  • aktuell 23 Corona-Infizierte in Halle (Saale)
  • 200 Test-Ergebnisse der vergangenen Tage stehen noch aus
  • die Tests werden in Laboren in Halle, Magdeburg, Dessau-Rosslau und Berlin ausgewertet
  • gestern betreute das Fieberzentrum 118 Personen (Wartezeiten von 3 – 4 h); es wurden 82 Tests durchgeführt
  • die Kosten für Tests werden, sofern medizinisch erforderlich, von der Krankenkasse übernommen
  • alle positiv Getesteten befinden sich in häuslicher Quarantäne
  • gestern erfolgten 41 allgemeine Quarantäne-Kontrollen, wobei keine Verstöße festgestellt wurden
  • um die Infektionsketten zu unterbrechen, appelliert die Stadt Halle (Saale) weiterhin, Kinder zu Hause zu betreuen
  • beim Bürgertelefon (Tel.: 115) gingen gestern 918 Anrufe ein
  • die Stadt wird mit den Krankenhäusern mögliche weitere Einschränkungen, die nötig sein werden, abstimmen
  • Frau Dr. Gröger rät dringend, sich an die aktuellen Maßnahmen zu halten, da die letzten positiv getesteten Personen nicht im Zusammenhang mit den bisher bekannten Ansteckungsquellen stehen (Rückkehr aus einem Risikogebiet etc.)
  • größere Menschenansammlungen sollen weiterhin dringend vermieden werden
  • die Stadt Halle (Saale) prüft aktuell die Verordnung des Landes im Bezug auf einen Katastrophenfall
  • ab Ende der Woche erfolgen Nachkontrollen der in Quarantäne befindlichen Personen (Aufhebung der Quarantäne), die durch 2 Ärzte unterstützt werden


Halle/Verwaltung. Eltern, die ihr Kind in eine Notfallbetreuung geben möchten, müssen ab Mittwoch, 18. März, ein Formular zum Betreuungsbedarf ihres Kindes von ihrem Arbeitgeber unterzeichnen lassen.

Zudem müssen sie ein weiteres Formular mit Angaben zum betreuenden Kind vorlegen. Beide Formulare sind in der Betreuungseinrichtung (Kindertagesstätte bzw. Schule) abzugeben. 

16. März 2020

Halle/Verwaltung. In der Stadt Halle (Saale) gibt es Stand heute, 19.30 Uhr, 19 Corona-Infektionen. Die Zahl bestätigte Amtsärztin Dr. Christine Gröger am Abend in einer Pressekonferenz.



Halle/Verwaltung. Der Fachbereich Gesundheit der Stadt Halle (Saale) erhält aktuell viele Nachfragen zum Thema Quarantäne-Aufhebung. Dazu erklärte Amtsärztin Dr. Christine Gröger heute in der Pressekonferenz die Vorgehensweisen:

Für Bürgerinnen und Bürger, die ohne Test oder mit negativen Testergebnis in Quarantäne sind und während der Quarantäne kein Kontakt zu einem Erkrankten bestand:

  • Hier nimmt das Gesundheitsamt am Tag vor Ablauf der 14-tägigen Quarantäne Kontakt zu den Betroffenen auf. Es erfolgt eine Befragung zum Gesundheitszustand. Sind die Betroffenen symptomfrei, wird die Quarantäne aufgehoben.

Für Bürgerinnen und Bürger, die positiv getestet worden sind und Bürgerinnen und Bürger, die mit einem positiv Getesteten gemeinsam in Quarantäne sind:

  • Frühestens zehn Tage nach Beginn der Quarantäne wird ein erneuter Abstrich vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Infizierten allerdings mindestens 48 Stunden symptomfrei sein. Fällt dieser Test negativ aus, wird 24 Stunden später ein zweiter Kontrolltest durchgeführt. Nur wenn auch dieser negativ sein sollte, wird die Quarantäne aufgehoben.


Halle/Verwaltung. Am Montag haben der Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), Dr. Bernd Wiegand, die Amtsärztin Dr. Christine Gröger und die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand in Sachen Corona-Virus informiert.

Statement des Oberbürgermeisters:
“In der Stadt Halle gibt es aktuell 17 Infektionsfälle. Aktuell warten wir noch auf die Test-Ergebnisse vom vergangenen Wochenende. Offen sind ca. 110 Tests.

1. Die Fiebersprechstunde in der Poli Reil hat am Wochenende rund 160 Patienten betreut. Die seit heute in Betrieb befindliche Schwerpunkt-Ambulanz des Internisten Dr. Frank Ackermann konnte bereits am Morgen 24 Patienten betreuen.

3. Alle Corona-positiv Patienten befinden sich in häuslicher Quarantäne. In den Krankenhäusern werden aktuell keine Corona-positiv Patienten behandelt (Stand Montagmittag). Die Krankenhäuser sind dennoch sehr gut vorbereitet: Im Regulär-Betrieb stehen 163 Intensiv-Betten zur Verfügung. Die Kliniken erweitern diese Zahl gegenwärtig rein vorsorglich.

4. Der gestrige Aufruf an die Eltern, ihre Kinder nicht in die Notfallbetreuung zu bringen und möglichst zu Hause zu betreuen, wurde von den Eltern befolgt: In den städtischen Kitas wurde heute 8 Kinder betreut; in den Kitas Freier Träger waren es 18. Aus den Schulen wurde eine Notfallbetreuung gemeldet. Die Voraussetzungen für eine Notbetreuung wird Frau Brederlow im Anschluss noch einmal erläutern.

5. Das Bürgertelefon der Stadt Halle ist weiter 24 Stunden am Tag erreichbar: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben unter der Telefonnummer 115 in den vergangenen 24 Stunden rund 300 Anrufe beantwortet. Dabei unterstützen die Stadt unter anderem Medizin-Studenten der Martin-Luther-Universität.
Die Verwaltung steht unter der Bürgertelefon-Nummer 115 auch für städtische Dienstleistungen zur Verfügung. Das heißt, viele Anliegen können bereits dort gelöst werden oder direkt an die entsprechenden Ansprechpartner vermittelt werden. Wir bitten Sie also, auch Auskunftsersuchen an die Stadtverwaltung vermehrt telefonisch in Anspruch zu nehmen.

6. Ich möchte meinen Appell von gestern noch einmal erneuern und Sie bitten, größere Menschenansammlungen möglichst zu meiden. Das gilt auch für den privaten Bereich.

7. Sport- und Fitness-Studios sind dabei als öffentliche Veranstaltungen zu werten.

8. Wer im Alltag besondere Unterstützung benötigt, kann aktuell auf folgenden Partner zugehen:

    • den DRK-Landesverband
    • den evangelischen Kirchenkreis. Kontaktdaten finden Helfer und Hilfesuchende auf der Internetseite: www.kirchenkreis-halle-saalkreis.de
    • auch die Jüdische Gemeinde möchte ab nächster Woche Bedürftige in der Stadt unterstützen (zum Beispiel als Einkaufshelfer).

9. Die Stadt Halle wird das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern mit einer Aufwandsentschädigung von 5 Euro pro Stunde honorieren. Bei der Finanzierung unterstützen die Stadtwerke und die Saalesparkasse. Die entsprechenden Nachweise zur Auszahlung können bei den oben genannten Partnern eingereicht werden, also zum Beispiel beim DRK-Landesverband. Diese Partner leiten die Nachweise dann an die Stadt weiter.

Danke an alle freiwilligen Helfer und an die Eltern, die sehr besonnen reagiert haben.”

Video zur Pressekonferenz:
https://www.youtube.com


 
Ältere Informationen der Stadtverwaltung
zum Thema “Corona-Virus” finden Sie hier:

>> 28. Februar bis 15. März 2020



Alle Angaben ohne Gewähr.