Geflügelpest: Halle (Saale) richtet Beobachtungsgebiet ein

Gans

Halle. Verwaltung.  Nach amtlicher Feststellung des Ausbruchs der Geflügelpest (HPAI vom Subtyp H5N8) am 23. März 2021 im Landkreis Saalekreis in der Gemeinde Petersberg (OT Krosigk) wurde gemäß den Bestimmungen der Geflügelpest-Verordnung mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Dieses erstreckt sich unter anderem auf nördliche Teile des Gebietes der Stadt Halle (Saale).

Zum Beobachtungsgebiet wurde durch die Allgemeinverfügung der Stadt Halle (Saale) vom 25.03.2021 (PDF; 3 MB) folgendes Gebiet erklärt:

  • Stadtteil Tornau
  • Stadtteil Seeben
  • Stadtteil Heide-Nord/Blumenau
  • Ortslage Lettin inkl. NSG Lunzberge und LSG Saaletal
  • Alle Bereiche der Stadtteile Seeben und Kröllwitz, die nördlich der folgenden Linie liegen (einschließlich NSG Brandberge):
    • der Verlängerten Mötzlicher Straße von der Einmündung Lilienthalweg stadteinwärts folgend,
    • entlang Mötzlicher Straße bis Trothaer Straße,
    • Trothaer Straße Richtung Süden bis Abzweigung Seebener Straße,
    • Seebener Straße folgend übergehend in Fährstraße und anschließend Kröllwitzer Straße,
    • dem Verlauf der Kröllwitzer Straße nach Nordwesten über die Saale (Giebichensteinbrücke) folgend,
    • übergehend in die Dölauer Straße bis zur Kreuzung Dölauer Straße / Brandbergweg / Nordstraße.

Die Gebietskulisse des beschriebenen Geflügelpest-Beobachtungsgebietes ist der Kartendarstellung in der Allgemeinverfügung vom 25.03.2021 zu entnehmen.

Die Geflügelpest ist eine schnell fortschreitende, akut verlaufende und leicht übertragbare Viruskrankheit, deren Ausbruch weitreichende wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrie haben kann. Es liegt im öffentlichen Interesse, dass die Tierseuche schnellstmöglich erkannt und unv MB)erzüglich eingedämmt wird. Die Weiterverbreitung kann durch Kontakt mit infizierten Wild- oder gehaltenen Vögeln oder deren Ausscheidungen erfolgen. Dieser Kontakt muss unbedingt verhindert werden. Seit Jahresbeginn wurde das hochpathogene Geflügelpestvirus (HPAI-Virus) bei 530 Wildvögeln und in 109 Geflügelbeständen in Deutschland nachgewiesen, im März 2021 auch bei Wildvögeln und Geflügelbeständen in Sachsen-Anhalt. Daher wurde bereits im Dezember 2020 durch die Stadt Halle (Saale) mit der weiterhin gültigen Allgemeinverordnung vom 23.12.2020 ein Aufstallungsgebot für Geflügel im gesamten Stadtgebiet verfügt.

Auf die im gesamten Stadtgebiet der Stadt Halle (Saale) unverändert geltende Aufstallungspflicht von gehaltenem Geflügel wird ausdrücklich hingewiesen.

Das Virus kann aus einem infizierten Nutzgeflügelbestand z. B über infizierte Tiere oder deren Fleisch, kontaminierte Gegenstände, an Schuhsohlen, Händen o. ä. haftend weiterverbreitet werden. Aus diesem Grund hat die Stadt Halle (Saale) für das beschriebene Beobachtungsgebiet umfangreiche Maßnahmen verfügt, die im Detail in der Allgemeinverfügung der Stadt Halle (Saale) vom 25.03.2021 zu finden sind.

Im Beobachtungsgebiet gelten damit u. a. folgende Schutzmaßnahmen:

  • Gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild sowie Eier dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.
  • Von Geflügel oder Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.
  • Der Tierhalter hat sicherzustellen, dass die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- oder Einwegschutzkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen.
  • Der Tierhalter hat sicherzustellen, dass die Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegschutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird.

In der Stadt Halle (Saale) sind 58 bekannte Geflügelhalter von diesen Schutzmaßnahmen betroffen.
In diesem Zusammenhang wird nochmals auf die regulären Pflichten von Geflügelhaltern gemäß Geflügelpestverordnung hingewiesen:

  • Die Haltung von Geflügel (auch Hobbyhalter!) ist dem Fachbereich Gesundheit, Abt. Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, Kreuzerstraße 12, 06132 Halle (Saale), Telefon: 0345 221-3610 oder per E-Mail an: veterinaeramt@halle.de unverzüglich anzuzeigen.
  • Futter und Einstreu dürfen nicht an Orten aufbewahrt werden, zu denen Wildvögel Zugang haben.
  • Bei vermehrten Todesfällen, Veränderungen der Legeleistungen oder bei Gewichtsabnahme hat der Besitzer durch einen Tierarzt Geflügelpest ausschließen zu lassen.
  • Der Halter muss ein Register über Zugänge und Abgänge von Geflügel führen.