Förderung des Radverkehrs in Halle (Saale) – Dr. Wiegand überzeugte sich auf Radtour

Nachrichten Halle (Saale)

Halle. Verwaltung. In der Bernburger Straße erhöht die Stadt die Verkehrssicherheit für den Radverkehr: Auf der Fahrbahn zwischen Reileck und Geiststraße stadteinwärts wird ein eigener Schutzstreifen markiert. So soll die an dieser Stelle besonders gefährliche Nähe von Autos und Rädern beendet werden. Wie dies konkret geschehen soll, haben bei einer gemeinsamen Fahrradtour Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand in Augenschein genommen. Über 15 Kilometer führte die Route durch das Stadtgebiet: vom Markt zum Holzplatz, durch die Aue ins Zentrum Neustadts, die Magistrale entlang zum Rennbahnkreuz, über den Gimritzer Damm zur Talstraße und zur Bernburger Straße. Angeregt hatte die Tour Stadträtin Dr. Silke Burkert(SPD-Fraktion): „Wir tauschen bei der Tour vor Ort Informationen aus, wie der Radverkehr weiter gefördert werden kann.“

In der Mansfelder Straße, der ersten Station, war ein aktueller Vorschlag der Stadtverwaltung Thema, wonach auf dem Altstadtring eine Fahrspur zur Fahrradstraße umgewidmet werden könnte, der Ring wäre dann Einbahnstraße. „Eine solche Regelung würde den Radverkehr fördern und Halles Innenstadt attraktiver machen“, sagte der Vorstand des ADFC-Regionalverbandes Halle (Saale), Volker Preibisch. „Im Oktober soll diese Idee in den Stadtratsgremien diskutiert werden. Wir werden auch eine Bürgerbeteiligung ermöglichen“, so Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand. Im Januar soll das von der Stadt und der Stadtwerke Halle GmbH erarbeitete ganzheitliche Mobilitätskonzept dem Stadtrat vorgelegt werden.

Die Förderung des Radverkehrs beschäftigt Stadtrat und Verwaltung nicht erst seit der Debatte um eine möglichst klimaneutrale Kommune. Zuletzt hat der Stadtrat im Februar den Umsetzungsplan 2020 bis 2025 zur städtischen Radverkehrskonzeption beschlossen. Darin sind knapp 90 Neubau- und Sanierungsprojekte festgeschrieben. Darunter sind Perspektivprojekte wie die Fernwärmeleitungs-Brücke über die Saale zwischen Böllberger Weg und Aue am Kanal, die zweite Station der Tour: „Ein Radweg über diese Brücke wäre der Beginn einer möglichen direkten Route zwischen der Hafenbahntrasse und An der Feuerwache in Neustadt“, so Volker Preibisch. „Die Wege in den Süden Halles könnten damit erheblich verkürzt und durch eine weitgehend separierte Führung attraktiv gestaltet werden.“

Die Verbesserung der Radverbindung zwischen Altstadt und dem Zentrum Neustadts war das eigentliche Thema der Tour. Für die Scheibe A in Neustadt – ein weiterer Haltepunkt – wurde eine attraktive Fahrradabstellanlage gefordert. Tatsächlich sollen auf der Westseite des künftigen neuen Standortes der Stadtverwaltung 120 Fahrradabstellplätze installiert werden. Der ADFC schlägt zudem vor, die Radverbindungen zu optimieren bzw. zu ergänzen. Dazu zählt die Verbindung auf der Südseite der Magistrale in die Altstadt. Die bisherige Führung des Radverkehrs über das Rennbahnkreuz ist zwar sicher, bedeutet aber einen großen Umweg. Auf dem im Rahmen der Fluthilfe entstandenen neuen Radweg am Gimritzer Damm fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Talstraße in Kröllwitz, wo erst im Sommer der beidseitige Radweg freigegeben wurde. An der Bernburger Straße endete die Tour. Die Ergebnisse und Hinweise sollen in der Verwaltung sowie am Runden Tisch Radverkehr diskutiert werden. Entlang der Saale, wie auf den Pulverweiden, sind die Radwege bereits gut ausgebaut.