LAV: Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz

Halle. LAV/LSA. sondere krebserzeugende Gefahrstoffe am Arbeitsplatz im Fokus. Vielen Beschäftigten ist der Zusammenhang zwischen dem Umgang mit einem Gefahrstoff und einer möglichen Erkrankung gar nicht bewusst. Daher wurden bundesweit verschiedene Projekte durchgeführt, an denen sich mehrere Bundesländer beteiligten. So stand der krebserzeugende Gefahrstoff Benzol – als Inhaltsstoff von Heizöl und Benzin – im Mittelpunkt verschiedener Aktionen. Beispielsweise wurde die Benzolbelastung bei der Heizöltankreinigung sowie in Werkstätten für Motorräder und benzinbetriebene Gartengeräte ermittelt.

Gartenfreunden ist dabei oft nicht bewusst, dass es benzolfreies Benzin für Gartengeräte gibt. Sie füllen stattdessen ihren Rasenmäher oder ihre Kettensäge mit Benzin von der Tankstelle. Damit belasten sie ihre Gesundheit, aber noch mehr die des Servicetechnikers, der täglich Rasenmäher reparieren oder warten muss.

Die Messstelle im Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt beteiligte sich auch bei einer länderübergreifenden Schwerpunktaktion zur Untersuchung der Anwendung von Formaldehyd im Gesundheitswesen. Die Gewerbeaufsicht musste infolge dieser Messungen häufig technische und organisatorische Maßnahmen veranlassen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Dabei konnten jedoch häufig selbst einfache Maßnahmen dazu beitragen, die Emissionen am Arbeitsplatz zu reduzieren.

Hintergrund
Im Oktober 2020 fand im Fachbereich Arbeitsschutz des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) des Landes Sachsen-Anhalt die 66. Beratung des Arbeitskreises der Ländermessstellen für chemischen Arbeitsschutz (ALMA) statt. Dieser Arbeitskreis ist seit 1988 aktiv und trifft sich zweimal jährlich. In diesem Jahr war das LAV in Dessau-Roßlau Gastgeber.
Das Ziel des ALMA im Rahmen dieser Erfahrungsaustausche ist es, die Messstellen bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen und gemeinsame Standards und Strategien zu entwickeln. Leider existieren nicht mehr in allen Bundesländern Messstellen. Auch sind die Labore der Länder sehr unterschiedlich ausgestattet und gemeinsame Aktionen vor diesem Hintergrund nicht ohne gute Planung und viel Abstimmungsaufwand durchzuführen. Darum ist es besonders wichtig, in gemeinsamer Arbeit die existierenden Messwerte zusammenzutragen, um gute branchenbezogene Standards für ganz Deutschland zu entwickeln.

Im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie wird es auch in den nächsten Jahren um krebserzeugende Gefahrstoffe und deren Messung an verschiedensten Arbeitsplätzen gehen. So stehen z. B. verschiedene Metalle, wie Cobalt, Nickel und Nickelverbindungen, aber auch Quarzstaub oder Hartholzstäube, im Visier. Der Arbeitskreis der Ländermessstellen wird mit seinem Wissen auch diese Aktionen durchführen, begleiten und somit helfen, dass die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen gesund bleiben.