Pinkfarbener Oktober: Aktiv gegen Brustkrebs

Halle. SAKG. In wenigen Tagen ist nicht nur einfach der 1. Oktober, sondern damit auch der Start eines besonders wichtigen Monats: des Breast Cancer Awareness Month, der „Brustkrebsmonat Oktober“. Jedes Jahr um diese Zeit wollen wir diese Krankheit in das Zentrum unserer Aufmerksamkeit richten. Im Zeichen der pinkfarbenen Schleife, die sich inzwischen weltweit als Symbol für diese Erkrankung durchgesetzt hat, geht es auch in diesem Jahr um die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs. Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft unterstützt die ursprünglich aus den USA stammende Initiative mit vielfältigen regionalen Aktivitäten. In diesem Jahr soll die Selbsthilfe im Mittelpunkt stehen.

Brustkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erhalten pro Jahr 69.000 Frauen diese Diagnose. Ein Prozent aller Neuerkrankungen betrifft Männer. Doch – und das ist die gute Nachricht – Brustkrebs ist längst kein Todesurteil mehr. Durch verbesserte Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden ist die Überlebensrate in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Aktuell liegt sie für betroffene Frauen bei 79 Prozent bezogen auf fünf Jahre.

„Nur, wenn die Menschen solche Zahlen kennen, werden sie sich aktiv mit Vorsorgemaßnahmen auseinandersetzen. Auch deshalb soll im Oktober ganz gezielt auf solche Aspekte aufmerksam gemacht werden. „Wir wollen die Öffentlichkeit breit informieren und für das Thema sensibilisieren“, sagt Sven Weise, Geschäftsführer der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft.

In den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten hat die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft diesmal das Thema Selbsthilfe gestellt. Damit soll der Fokus gezielt auf regionale Aktivitäten und bereits bestehende Angebote im Bereich der Selbsthilfe gelenkt werden. „Selbsthilfe ist wichtig und tut den Betroffenen gut“, so Sven Weise. Der Austausch mit anderen Betroffenen wirkt positiv in vielerlei Richtungen. Er dient sowohl dem Abbau von Ängsten als auch dem Informationsaustausch. So werden die Betroffenen zu Experten in eigener Sache.

Selbsthilfe ist nicht neu. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich bei vielerlei Krankheitsbildern als wichtiger Baustein für die Krankheitsbewältigung erwiesen. Doch auch die Selbsthilfe ist in einem Wandel begriffen. Und das, nicht erst seit der Corona-Pandemie. Dachte man früher lediglich an regelmäßige Gruppentreffen von Patienten und ihren Angehörigen, so ist das Spektrum an Möglichkeiten inzwischen wesentlich breiter geworden. Inzwischen existieren viele neue Formate und Varianten. Die Selbsthilfe ist somit offener und zielgenauer geworden.

Diese Öffnung ist deshalb wichtig, um zusätzlich zur altbewährten Form der klassischen Selbsthilfegruppe innovative Angebote speziell für jüngere Betroffene zu schaffen. Ein Beispiel: Seit einiger Zeit sind mit Unterstützung der Sachsen-Anhaltinischen Krebsgesellschaft Patienten und Patientinnen aus dem Raum Halle dazu eingeladen, sich gemeinsam sportlich zu betätigen. Dazu steht ihnen auf dem Osendorfer See ein pinkfarbenes Drachenboot zur Verfügung, auf und mit dem sie regelmäßig trainieren und an Wettbewerben teilnehmen können.

Verbindung durch Aktivität – so lautet das Motto für all jene neuen Formate der Selbsthilfe. Nach Ansicht von Sven Weise ist der Rahmen längst noch nicht ausgeschöpft: „Wir begrüßen und unterstützten die Erweiterung des Spektrums an Selbsthilfemöglichkeiten und wir sind jederzeit offen für neue Ideen“.