Aufbruchstimmung in Sachsen-Anhalt: Neue Energiekonzepte für Mobilität, Industrie und Kommunen

Ladesäule E-Mobilität

Magdeburg. IMG/LSA. Im mitteldeutschen Bundesland wird sektorenübergreifend an alternativen Antrieben für die Mobilitätswende, integrierten Quartierskonzepten und Wasserstoffanwendungen gearbeitet.

Die Energieversorgung der Zukunft ist dezentral, mobil und klimafreundlich. Innovative Lösungen dafür präsentiert die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) auf der diesjährigen internationalen Industrieleitmesse in Hannover vom 12. bis 16. April 2021. Im digitalen Showroom zeigen die IMG sowie ihre Mitaussteller GETEC AG und Energieregion Staßfurt, wie in Sachsen-Anhalt CO2-neutrale Quartierslösungen entstehen, E-Batterien entwickelt und getestet werden oder eine auf grünem Wasserstoff basierende sektorenübergreifende Energieversorgung aufgebaut wird.

„Sachsen-Anhalt kann Zukunft“, betont Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann. „Als Industriestandort mit Tradition und Perspektive bietet unser Land den richtigen Nährboden und innovative Ansätze für wegweisende Energiekonzepte. Gerade beim Megatrend ‚Grüner Wasserstoff‘ sind wir im bundesweiten Vergleich exzellent aufgestellt. Während andere noch darüber reden, wird bei uns Zukunft bereits gestaltet.“

„In Sachsen-Anhalt ist die Aufbruchstimmung in Richtung, New Energy‘ und, New Mobility‘ intensiv zu spüren,“ unterstreicht Thomas Einsfelder, Geschäftsführer der IMG, und ergänzt: „Mit der Innovationskraft unserer Forschungseinrichtungen und dem Know-how des traditionellen Chemiestandortes sind in Sachsen-Anhalt die besten Voraussetzungen gegeben, an der Spitze dieser Entwicklung zu stehen.“

Fabriken und Energiesysteme der Zukunft hat etwa die GETEC AG im Visier. 1993 in Magdeburg als einer der ersten Wärmecontracting-Anbieter gestartet, entwickelt das Unternehmen inzwischen mit rund 1.500 Beschäftigten smarte und „grüne“ Energielösungen an 40 Standorten in ganz Europa. So betreibt GETEC in Rumänien für Clariant, einen Produzenten von Bio-Ethanol aus Agrarreststoffen, ein CO₂-neutrales Biomasse-Heizkraftwerk aus Lignin-Rückständen. Thomas Wagner, Vorsitzender der GETEC Geschäftsführung, erklärt: „Das gemeinsame Projekt ist Waste2Value in Reinstform. Wir verstehen es als unsere Mission, Kunden wie Clariant auf ihrem Weg zu einer Zero Impact Production zu unterstützen.“ GETEC hat dafür 2019 den internationalen Energieeffizienz-Wettbewerb „dena Energy Efficiency Award“ in der Kategorie „Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz“ erhalten.

„Unsere Historie lehrt uns, an Visionen zu glauben, so unmöglich sie auch klingen“, so Thomas Wagner. Umgesetzt werden sie in der Region – wie im Chemie- und Industriepark Zeitz, wo die GETEC mehrere Unternehmen mit Wärme aus Heizkraftwerken versorgt und für das Chemieunternehmen Radici Lösungen für die Verwertung des anfallenden klimaschädlichen Lachgases entwickelt – aber auch deutschland- und europaweit.

Die Energieregion Staßfurt hingegen hat sich einer umfassenden Energiewende verschrieben. 2017 im Leitbild der Stadt verabschiedet, machte sich Staßfurt auf den Weg, wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie E-Mobilität zu vereinen. Dafür soll ab 2023 ein Windpark und ein Elektrolyseur entstehen, der den regenerativen Strom in Wasserstoff umwandelt. Mit Hilfe der passenden Infrastruktur soll der Wasserstoff aus der Region dann in der Region bereitgestellt werden: zur Wärmegewinnung von Wohnungen über das Erdgasnetz sowie für die Mobilität von Bussen, Nutzfahrzeugen und Pkws. Auch an Lösungen für Industriebetriebe wird gearbeitet. Staßfurt möchte damit sowohl energieautark als auch als Wasserstoff-Modellregion Vorbild für andere Kommunen werden. Dabei hat die Stadt ein Beteiligungsmodell über so genannte Energiesparbriefe eingeführt, damit sich die Bürgerinnen und Bürger dafür engagieren. Staßfurts Oberbürgermeister Sven Wagner ist überzeugt: „Es ist ein wichtiges Projekt zum Klimaschutz und für die Energie- und Mobilitätswende.“

Auch viele weitere Regionen in Sachsen-Anhalt sind bestens für eine Zukunft ohne Verbrennungsmotoren aufgestellt: Von der Batterie-Chemie und der Materialfertigung über die Entwicklung bis hin zum Testing decken Unternehmen in Sachsen-Anhalt bereits viele Aspekte bei der E-Batterieherstellung ab. Weltmarktführer, Hidden-Champions und eine agile Start-up-Szene sowie industrienahe Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam daran, Batterien leichter, langlebiger, leistungsfähiger und kostengünstiger zu machen.