Analyse zu Pflanzenschutzmittelrückständen auf Frischgemüse

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Wie hoch ist Frischgemüse aus Sachsen-Anhalt mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet?

Halle. LAV/LSA. Die Analysen zeigen: Wer den Verzehr von mit Pflanzenschutzmitteln belastetem Frischgemüse weitgehend vermeiden möchte, sollte auf regionale Erzeugnisse zurückgreifen.

Frischgemüse ist nicht nur lecker und gesund, sondern auch reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweißen und Kohlenhydraten. Je nach Gemüsesorte sind teilweise hohe Gehalte an Vitamin C, Vitamin K, Magnesium und Phosphor vorhanden. Wer sich für eine gesunde Ernährung entscheidet, nutzt häufig Gemüse als Hauptmahlzeit und nicht nur als Beilage.

Laut Marktforschung sind bei den Verbrauchern dabei die Produkte aus der Region so beliebt wie noch nie. Kurze Transportwege dienen nicht zuletzt auch dem Klimaschutz. Mit regionalen Gemüseprodukten kann man sich zu jeder Jahreszeit versorgen. So werden zum Beispiel im Frühjahr Spargel und Radieschen, im Sommer Tomaten, Kopfsalate und Zucchini, im Herbst Kürbis und Rosenkohl sowie im Winter verschiedene Kohlarten und Möhren angeboten.

Also war es an der Zeit, diesen Trend zu berücksichtigen und die regionalen Gemüsesorten häufiger auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu untersuchen.

So wurde im Rahmen der Planprobenabforderungen des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt im entsprechenden Vermarktungszeitraum gezielt die Entnahme von regionalem Gemüse favorisiert.
In den Untersuchungsjahren 2018 und 2019 wurden 205 Gemüseproben aus Deutschland untersucht. 89 davon stammten aus Sachsen-Anhalt. Die regionalen Gemüsearten wie Fenchel, Gurke, grüne Bohnen, Kohlrabi, Kopfsalat, Kürbis, Möhren, Radieschen, Spargel, Tomaten, verschiedene Kohlarten und Zwiebeln wurden hauptsächlich auf Wochenmärkten oder direkt bei Erzeugern entnommen.

In 71 % der Proben von Frischgemüse aus Sachsen-Anhalt waren Pflanzenschutzmittelrückstände überhaupt nicht nachweisbar. 29 % der Proben waren belastet. Der Anteil an Proben mit nachweisbaren Rückständen aus Sachsen-Anhalt ist im Vergleich zu nichteinheimischen Proben geringer. So wurden in 48 % der Proben Frischgemüse aus anderen Bundesländern und 78 % der nichteinheimischen Proben Rückstände nachgewiesen. Ein ähnliches Bild zeigt die Zahl der jeweils nachweisbaren Mittel, ausgedrückt durch Mehrfachrückstände. So wiesen nur 8 % der einheimischen Proben mehrere Wirkstoffe auf, wohingegen dieser Anteil bei ausländischen Proben 58 % beträgt.

Am häufigsten kam der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Boscalid zum Einsatz. Dieser Wirkstoff wird im Gemüseanbau sehr häufig verwendet, um die Entwicklung und Vermehrung von Schadpilzen auf den Gemüsepflanzen zu verhindern.

Ein Risiko besteht jedoch nicht. In keiner der Proben aus einheimischen Anbau war in den Jahren 2018 und 2019 eine Überschreitung der gesetzlich festgelegten Höchstmengen zu verzeichnen, Beanstandungen mussten nicht ausgesprochen werden.