Direktvermarktung in Sachsen-Anhalt: Untersuchung und Beurteilung von Käseprodukten

Halle. LAV/LSA. Durch regelmäßig Stichproben im Landesamt für Verbraucherschutz von Milch und Milchprodukten insbesondere verschiedener Käse Produkte aus Sachsen-Anhalt konnte festgestellt werden, dass im Vergleich Käse aus Rohmilch, hier ist es besonders der Weichkäse, häufiger mit Bakterien kontaminiert ist als Käse aus pasteurisierter Milch. Von daher kann empfohlen werden, nicht zuletzt aufgrund der möglichen Schwere der bakteriellen Erkrankung, dass ältere Menschen, kranke und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere generell auf den Verzehr von Käse aus Rohmilch verzichten sollten.

In Sachsen-Anhalt betreiben laut der Agrarmarketinggesellschaft1 ca. 500 landwirtschaftliche Unternehmen die Vermarktung ihrer Produkte selbst. Auf zahlreichen Bauernmärkten, Hofläden, direkt vom Betrieb aus und inzwischen auch zunehmend online wird ein umfangreiches Sortiment an pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln angeboten. Die Produktpalette bei den tierischen Erzeugnissen reicht von frischem Fleisch sowie Erzeugnissen daraus, über Milch- und Milchprodukte bis hin zu Eiern und Fisch. Käse stellt bei Milch und Milchprodukten den größten Anteil dar. Das Sortiment ist sehr vielfältig und reicht von Frischkäse über Weich- und Schnittkäse aus pasteurisierter Milch bis hin zu zahlreichen Käsespezialitäten aus Rohmilch.

Nachstehend werden die Ergebnisse der Untersuchung von Käse aus den Jahren 2017 – 2020 vorgestellt.

Überprüft werden die sensorische, mikrobiologische und chemische Beschaffenheit sowie die Kennzeichnung dieser Proben.
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 58 Käseproben von direkt vermarktenden Betrieben untersucht. Von den 58 untersuchten Probenmussten zehn Proben (17 %) beanstandet werden. Die Beanstandungsquote ergibt sich aus Kennzeichnungsfehlern bei sechs Proben (10 %) und dem Nachweis von krankmachenden Mikroorganismen in vier Proben (7 %). So wurden in drei Rohmilchkäsen Shigatoxin-bildende Escherichia coli und in einer Probe Salmonellen nachgewiesen. Weitere Krankheitserreger wie Listeria monocytogenes und Campylobacter spp. wurden im Untersuchungszeitraum nicht nachgewiesen. Hygienemängel wurden bei zehn Proben (17 %) festgestellt, in diesen Proben waren die Grenzwerte für Escherichia coli und koagulasepositive Staphylokokken überschritten. Hinsichtlich der sensorischen Beschaffenheit musste keine der 58 untersuchten Käseproben beanstandet werden. Unterschiede bei den Ergebnissen zwischen konventionell und ökologisch produzierenden Betrieben wurden hinsichtlich der überprüften Parameter nicht festgestellt.

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1 https://amg.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/direktvermarktung/direktvermarkter-sachsen-anhalt-ev