Drohnen im Naturschutz: Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen

Foto: Hochschule Anhalt.

Köthen. HSA/LSA. Der Einsatz von Drohnen im Naturschutz wirft Fragen auf. Um diesen Informationsbedarf zu decken, veranstaltete die Arbeitsgruppe des Forschungs- und Lehrgebiets Angewandte Geoinformatik und Fernerkundung der Hochschule Anhalt ein regionales Innovationsforum. Unter Leitung von Professor Matthias Pietsch trafen sich mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um über Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen von Unbemannten Luftfahrzeugen im Naturschutz zu diskutieren.
 
Mehr als 400.000 Drohnen sind derzeit in Deutschland im Einsatz. Bisher werden lediglich 45.000 davon auch kommerziell genutzt, doch die Tendenz ist steigend. Auch im Naturschutz hat der Einsatz von Drohnen in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Aufgrund ihrer Flexibilität, der hohen Bildauflösung und der relativ geringen Kosten können sie in vielen Bereichen eingesetzt werden. Allerdings hat sich gezeigt, dass in der Praxis und in den Verwaltungen Unsicherheiten und ein hoher Informationsbedarf zum Einsatz von Drohnen im Naturschutz besteht. Im Vordergrund der Veranstaltung stand daher die gemeinsame Diskussion von Leitfragen zu Hemmnissen, Forschungs- und Entwicklungsbedarf und dem Informationsbedarf aus naturschutzfachlicher Sicht. Wissenschaftliche Impulsreferate und Statements zu Beginn lieferten einen Kurzüberblick zur gängigen Praxis und den aktuellen Einsatzmöglichkeiten.
 
Das Forum war ein gelungener Rahmen für eine ergebnisorientierte Diskussion. Es kristallisierte sich heraus, dass mit der zur Verfügung stehenden Technologie Erfassungs- und Monitoringaufgaben erfüllt werden können. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass Unklarheit herrscht hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit und der Einsatzmöglichkeiten. Aktuelle Vorhaben, die sich bundesweit mit dem Thema beschäftigen und auch an der Hochschule Anhalt bearbeitet werden, können einen konkreten Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen leisten. Insbesondere der Einsatz von Wärmebildkameras sowie die automatisierte Auswertung der erzeugten Aufnahmen werden zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu wird im Rahmen des Forschungsvorhabens „BIOSENS-NATURA 2000“ an der Hochschule Anhalt der Versuch unternommen, einerseits die Detektionsmöglichkeiten von Wiesenbrütern zu untersuchen und gleichzeitig die Störwirkung der eingesetzten Technik im Vergleich zu anderen Störereignissen zu ermitteln.
 
Zum Abschluss signalisierten die Gäste des Workshops, dass großes Interesse an einem Netzwerk „UAV im Naturschutz“ besteht und ein regelmäßiger Erfahrungs- und Wissensaustausch wie im Rahmen dieser Veranstaltung gewünscht ist. Der gelungene Auftakt soll im Jahr 2022 in eine ganztägige Tagung an der Hochschule Anhalt münden und das Thema vertiefend betrachten.