Amo-Lecture an der MLU: Vortrag über sich verschiebende politisch-kulturelle Grenzen

MLU Löwengebäude

Halle. MLU. Migrant*innen stehen nicht nur vor geographischen Landesgrenzen, sondern auch vor einer Vielzahl rechtlicher Hürden. Diese bilden eine neue Art Grenze, die lange vor und auch nach der Einwanderung greift und sich immer weiter verschiebt. Dieser These widmet sich die renommierte Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ayelet Shachar von der University of Toronto in der diesjährigen Anton-Wilhelm-Amo-Lecture an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Unter dem Titel “The Shifting Border” beleuchtet sie am Mittwoch, 26. Mai 2021, um 18.00 Uhr, was das für die staatliche Verantwortung gegenüber Migranten bedeutet. Die Veranstaltung findet online statt.

In der diesjährigen Amo-Lecture schlägt Prof. Dr. Ayelet Shachar einen neuen Ansatz für menschliche Mobilität vor. Der Vortrag basiert auf ihrem kürzlich erschienenen Buch “The Shifting Border”. Shachar ist Professorin für Rechts- und Politikwissenschaften sowie Global Affairs an der University of Toronto in Kanada, wo sie zudem den “R.F. Harney Chair in Ethnic, Immigration and Pluralism Studies” innehat. Von 2015 bis 2020 war sie zudem Direktorin der Abteilung für Ethik, Recht und Politik des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Im Jahr 2019 erhielt sie mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis den renommiertesten Forschungspreis Deutschlands. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, Buchkapitel und Artikel zu Staatsbürgerschaft und rechtlichen Rahmenbedingungen in multikulturellen Gesellschaften.

Über die Lecture-Reihe
Die Lecture-Reihe findet zu Ehren des Philosophen Anton Wilhelm Amo statt. Amo war der erste promovierte afrikanische Philosoph in Europa. Er wurde im Kindesalter als Sklave an den Hof Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel verkauft. Dort erhielt er zunächst Privatunterricht, später studierte, forschte und lehrte er an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. 1729 absolvierte Amo in Halle mit einer Arbeit über die Rechte der verkauften Sklaven in Europa seine Disputation. In Wittenberg schrieb er 1734 seine Dissertation über das “Leib-Seele-Problem”. 1748 kehrte er vermutlich aufgrund rassistischer Anfeindungen nach Ghana zurück.

Der Vortrag wird von dem Forschungsschwerpunkt “Gesellschaft und Kultur in Bewegung” der MLU veranstaltet.

Weitere Informationen und Anmeldung für den Livestream unter: https://www.scm.uni-halle.de/amo_lecture