Die Landesbeauftragte begrüßt den Landtagsbeschluss zur Errichtung des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band“ in Sachsen-Anhalt

Magdeburg. StGSt/LSA. Birgit Neumann-Becker: Mit der Errichtung des Nationalen Naturmonuments wird die öffentliche Erinnerung an das tödliche Grenzregime der DDR konkret unterstützt. Die lokale Erinnerungsarbeit an das staatliche Unrecht: an Zwangsaussiedlungen, Enteignungen, Einschränkung der Religionsfreiheit, an die Zerstörung von Dörfern und die militärische Abriegelung des Landes wird vielfach getragen von Vereinen und Initiativen entlang des ehemaligen Todesstreifens. Zur öffentlichen Erinnerung muss auch das öffentliche, namentliche Gedenken an die Todesopfer in und aus Sachsen-Anhalt durch Gedenktafeln bzw. ein Denkmal gehören.

Es ist eine große Chance für die Aufarbeitung in unserem Land, dass das großflächigste Mahnmal für die SED-Diktatur– die innerdeutsche Grenze – nun insgesamt als Ort der Erinnerung ausgewiesen wird. Die Landesbeauftragte wird gemeinsam mit der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und der Landeszentrale für politische Bildung Akzente bei der Gestaltung der Aufarbeitung und der Erinnerungskultur setzen.

Hintergrund
An der tödlichen Grenze wurden auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts 75 Menschen (davon 68 Zivilisten) getötet, die meisten von ihnen wurden erschossen.31 Menschen aus Sachsen-Anhalt wurden an anderen Abschnitten des Eisernen Vorhangs getötet. Die Landesbeauftragte hat im Februar die Wanderausstellung „An der Grenze erschossen. Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes auf dem Gebiet der heutigen Ländergrenze Sachsen-Anhalt/Niedersachsen“ veröffentlicht, die auf großes Interesse stößt und mittlerweile an ca. 10 Standorten gezeigt worden ist. Zusätzlich ist sie als DIN A1 Plakat-Satz erhältlich.

Zur Erinnerungsarbeit am Grünen Band gehören sowohl die Fragen des Grenzregimes, die zunehmende Militarisierung, die Zwangsaussiedlungen mit den schweren familiären Schicksalen und vermögenswirksamen Auswirkungen, gescheiterte und gelungene Fluchtversuche sowie die Schicksale von Bewohnerinnen und Bewohnern im Sperrbereich.

Es gilt eine Geschichte voller Tragödien zu erinnern, die Geschichte der Teilung, die zwischen 1952 bis zur Friedlichen Revolution im Herbst 1989 ganz Europa betraf. Mit dem Nationalen Naturmonument bietet sich eine neue Chance, die Geschehnisse umfassend aufzuarbeiten und für nachfolgende Generationen erfahrbar zu erhalten. Vor Ort kann nun – unterstützt durch Landesmaßnahmen – die Erinnerungsarbeit zwischen den Generationen fortgesetzt bzw. verstärkt weitergeführt werden.