Das Gleichstellungsprojekt FEM POWER zieht Bilanz

Köthen. HSA. Unter der Schirmherrschaft des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt Professor Armin Willingmann lädt das FEM POWER-Netzwerk am 23. Oktober 2019 zur Tagung „(F)EMPOWERing Sachsen-Anhalt! 3 Jahre FEM POWER in Wissenschaft & Forschung: Zwischenbilanz und Zukunftsperspektiven“ in die Festung Mark nach Magdeburg ein.

An der Hochschule Anhalt haben die Professorinnen Zümrüt Gülbay-Peischard, Ursula Fissgus und Carola Griehl zwei Teilprojekte über FEMpower etabliert: Zum Sommersemester 2017 wurden erstmalig StudentInnen in das Orientierungsstudium MINT immatrikuliert, das insbesondere Frauen den Einstieg in MINT-Fächer erleichtert und ein fächerübergreifendes, praxisorientiertes Studium mit individuellem Studienplan ermöglicht. Mit Hilfe des Orientierungsstudiums, das auf die Interessen der BewerberInnen zugeschnitten ist, soll das Image technikbasierter Studiengänge und Berufszweige verbessert werden und bei den jungen Frauen ein Bewusstsein für die hervorragenden Möglichkeiten in diesen zukunftsträchtigen Bildungs- und Berufswegen geschaffen werden. Mentorinnen in den Köthener MINT-Fachbereichen unterstützen die StudentInnen während des Orientierungsstudiums bei der Fächerwahl und begleiten sie durch das Studium. Über das Orientierungsstudium erhalten StudienbewerberInnen außerdem die Möglichkeit, auch zum Sommersemester in ein Studium einzusteigen. Die Möglichkeit, während dieser Orientierungsphase Prüfungen abzulegen und somit Leistungspunkte zu sammeln, macht das Studium besonders attraktiv. Nach ein bis zwei Semestern im Orientierungsstudiengang können die StudentInnen eine fundierte Entscheidung für oder gegen ein MINT-Studium treffen. Vor allem StudentInnen, die nach dem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung, ein längeres Praktikum oder Auslandsaufenthalte absolviert, oder eine Familie gegründet haben und unsicher sind, ob ein Studium überhaupt das Richtige ist, fühlen sich im Orientierungsstudium gut aufgehoben.

Daneben bekommen an der Hochschule Anhalt Absolventinnen über das Qualifizierungsprogramm graduateMINT die Möglichkeit, zu promovieren und sich somit für eine wissenschaftliche Laufbahn im MINT-Bereich zu qualifizieren. Ziel ist hierbei vor allem die Erhöhung der Berufungsfähigkeit von Frauen an Fachhochschulen, insbesondere im MINT-Bereich. Durch FEMpower konnten an der Hochschule Anhalt dadurch Promotionsstellen für drei Jahre geschaffen werden.

Auch an anderen Wissenschaftsstandorten Sachsen-Anhalts stärkt und erweitert das Projekt die Gleichstellungsarbeit. Durch die landesweite Vernetzung sensibilisiert FEM POWER an den unterschiedlichen Wissenschaftsstandorten für gleichstellungspolitische Themen und fördert durch personelle Expertise die Akteur*innen und Strukturen vor Ort. Zugleich können so auch nachhaltige Strukturen für Chancengleichheit an den Institutionen implementiert werden. Das Projekt bietet damit die Chance, nicht nur lokal für eine faire, moderne und chancengerechte Arbeits- und Studienkultur zu sorgen, sondern auch den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt attraktiver zu machen. Mit der Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt setzt FEM POWER somit auch in politisch angespannten Zeiten ein wichtiges Zeichen für eine vielfältige und chancengerechte Zukunft – in der Wissenschaft und darüber hinaus.

Mehr Informationen zum Orientierungsstudium und FEMpower.