Vorläufige Verkehrsunfallbilanz 2020 – Schwerpunkte der Verkehrssicherheitsarbeit

Polizei Feuerwehr Unfall

Über 12 % weniger Verkehrsunfälle insgesamt – Mehr als 17 % weniger Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden

Halle. PI. Die Auswertung der Zahlen ist jedoch auch unter dem Gesichtspunkt zu bewerten, dass im Jahr 2020 die getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einen erheblichen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten aller Verkehrsteilnehmer hatte.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Halle (Saale) ereigneten sich im Jahr 2020 insgesamt 21.182 Verkehrsunfälle. Gegenüber dem Jahr 2019 sind dies 12,63 % bzw. 3061 Verkehrsunfälle weniger.

Verkehrsunfälle mit Personenschäden wurden 2.320 registriert. Dies sind 346 weniger (- 12,97 %) als im Jahr 2019.

Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden wurden 539 gezählt. Das waren 115 Verkehrsunfälle weniger als 2019.

Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden wurden 2313 Personen leichtverletzt (- 14,2 %) und 596 Personen schwerverletzt (- 22,60 %).

Bei 30 Verkehrsunfällen kamen 32 Personen ums Leben. Dies ist 1 Verkehrstoter weniger als im Jahr 2019. Mehr als zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle geschahen außerhalb geschlossener Ortschaften.

Hauptunfallursachen waren:

  1. Wildunfälle (= 3.671), das sind – 0,54 % gegenüber 2019;
  2. Verkehrsunfälle beim Wenden und Rückwärtsfahren (= 2837), das sind – 28,72 % gegenüber 2019;
  3. Verkehrsunfälle infolge ungenügenden Sicherheitsabstandes (= 2.051), das sind -28,83 % gegenüber 2019;
  4. Verkehrsunfälle aufgrund des Nichtbeachtens von Vorfahrts- bzw. Vorrangregelungen (= 1.403), das sind -19,60 % gegenüber 2019;
  5. Verkehrsunfälle aufgrund unangepasster Geschwindigkeiten (= 1.328), das sind – 17,62 % im Vergleich zu 2019;
  6. falsche Straßenbenutzung bei 1011 VU, das waren 191 (- 15,9%) weniger als 2019;
  7. Nebeneinanderfahren / Vorbeifahren bei 711 VU, das waren 211 (-22,89%) weniger als 2019;
  8. falsches Verhalten von Radfahrer bei 551 VU, das waren 46 (+9,11 %) mehr als 2019
  9. Fehler beim Ein- und Ausfahren bei 540 VU, das waren 157 (- 22,53 %) weniger als 2019;
  10. Verkehrsunfälle beim Überholen und Wiedereinordnen 440 VU, das sind -24,40 % gegenüber 2019;
  11. falsches Verhalten gegen Radfahrern bei 413 VU, das waren 12 (-2,82 %) weniger als 2019;
  12. Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss (= 374), das waren 1,91 % mehr als 2019.

Die Verkehrssicherheitsarbeit war insbesondere auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen ausgerichtet.

Im Zuge von Verkehrskontrollen stellte die Polizei eine Vielzahl von Verkehrsverstößen fest. So u.a.

  • 121 x Fahren ohne Fahrerlaubnis;
  • 093 x Sicherheitsgurt nicht angelegt;
  • 983 x Handy am Steuer;
  • 851 x Führen eine KFZ ohne erforderliche KFZ-Haftplicht-      

Im gewerblichen Personen- und Güterverkehr kontrollierte die Polizei 8.108 Fahrzeuge. Festgestellt wurden bei diesen Kontrollen u.a.:

  • 980 x Geschwindigkeitsverstöße;
  • 354 x Lenkzeitüberschreitungen;
  • 308 x tägliche Ruhezeiten nicht eingehalten;
  • 186 x unzureichende Ladungssicherung;     
  • 128 x keine ausreichenden Fahrtzeitunterbrechungen;
  • 119 x Überladung

Diese Kontrollen erfolgten vorrangig im Bereich der hier vorhandenen Teilabschnitte der Bundesautobahnen 9, 14, 38 und 143.

Wie die Jahre zuvor so nahm die Polizei auch 2020 an Präventionsveranstaltungen teil oder richtete diese selbst aus. Dazu zählten unter anderem die jährlichen Maßnahmen zum Schulanfang, ein Aktionstag zur Verkehrssicherheit von Radfahrern sowie Teilnahme am Mal- und Zeichenwettbewerb, welcher jährlich für Grundschüler landesweit ausgerichtet wird.

Auch im Jahr 2021 werden die polizeilichen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen ausgerichtet sein. Damit sollen sowohl die Zahl der Verkehrsunfälle an sich, als auch die mit Personenschäden weiter zurückgedrängt werden. So beabsichtigt die Polizei u.a. verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an den Unfallhäufungsschwerpunkten durchzuführen.