Sachsen-Anhalt: 5 % der Beschäftigungsverhältnisse lagen 2018 auf Mindestlohnniveau

Halle. Statistisches Landesamt/LSA. Wie das Statistische Landesamt in Sachsen-Anhalt auf Basis der endgültigen Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2018 mitteilt, lag das Niveau der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste für 44 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf Höhe des für 2018 geltenden gesetzlichen Mindestlohns (8,84 EUR/h), was etwa 5 % der SV-pflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Sachsen-Anhalt entsprach.

Von den im Rahmen der Verdienststrukturerhebung im Jahr 2018 erfassten 879 000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen (Jobs) in Sachsen-Anhalt wurden 44 000 auf Höhe des für 2018 geltenden Mindestlohns mit 8,84 EUR/h vergütet. Der Anteil der Jobs mit Mindestlohn, gemessen in einem Bereich von 8,79 EUR/h – 8,88 EUR/h, entsprach mit 5 % in Sachsen-Anhalt dem durchschnittlichen Niveau der neuen Bundesländer. Für das frühere Bundesgebiet lag der Anteil bei 2 %, ebenso wie der Durchschnitt über das gesamte Bundesgebiet, bezogen auf bundesweit 39,4 Mill. Jobs. Der Anteil von Jobs mit Mindestlohn an allen war in Sachsen-Anhalt 2,5-mal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Frauen waren bundesweit öfter in Jobs auf Mindestlohnniveau beschäftigt als Männer. Der Anteil von durch Frauen ausgeübten Jobs auf Mindestlohnniveau lag in Sachsen-Anhalt bei 62 %, im Schnitt der neuen Bundesländer waren es 59 %, auf Bundesebene 57 %.

In Sachsen-Anhalt waren mit 40 % überwiegend in Teilzeit ausgeübte Jobs auf Mindestlohnniveau betroffen, 23 % entfielen auf Vollzeit, 37 % auf Minijobs bzw. geringfügig entlohnte Beschäftigung. Diese Verteilung des Beschäftigungsumfangs entsprach der Struktur in den neuen Bundesländern. Deutlich unterschied sich die Verteilung im früheren Bundesgebiet mit einem Anteil von 23 % der Jobs in Teilzeit, 11 % in Vollzeit und 66 % in Minijobs.

In Sachsen-Anhalt und im Schnitt der neuen Bundesländer wurde für den Mindestlohn länger pro Woche gejobbt, als im früheren Bundesgebiet. Die Zahl der durchschnittlich bezahlten Arbeitsstunden für die auf Mindestlohnniveau vergüteten Beschäftigungsverhältnisse lag in Sachsen-Anhalt 2018 bei 21,3 h/Woche, was dem Niveau der neuen Länder entsprach. Im früheren Bundesgebiet waren es 14,7 h/Woche, beeinflusst durch den höheren Anteil an Minijobs im früheren Bundesgebiet, mit einer Arbeitszeit von durchschnittlich 8 bezahlten Stunden pro Woche.

Basis für diese Darstellung sind erste Berechnungen aus endgültigen Ergebnissen der im Abstand von vier Jahren auf Seite der Arbeitgeber erhobenen Stichprobe zur Verdienststrukturerhebung (zuletzt für das Berichtsjahr 2018).