Wirtschaftsministerium will Gründer und Unternehmensnachfolger nach der Pandemie weiter unterstützen

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Magdeburg. MS/LSA. In Sachsen-Anhalt suchen nach Angaben der gewerblichen Kammern gut 700 Unternehmer*innen jedes Jahr eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Für etwa 200 von ihnen verläuft der Übergabeprozess nicht reibungslos. Daher hat Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann vor vier Jahren die Förderung von Unternehmensnachfolgen und Gründungen forciert: Das Wirtschaftsministerium legte 2017 über die Investitionsbank (IB) den Mittelstands- und Gründerfonds, den KMU-Folgefonds sowie speziell für das Handwerk die Meistergründungsprämie neu auf.

Finanzierungsangebote sehr gut angenommen

Von 2017 bis Ende März 2021 wurden 527 Förderungen im Gesamtvolumen von gut 42,4 Millionen Euro durch die IB bewilligt. Mit 39,5 Millionen Euro entfällt der Großteil auf 235 Darlehen aus den beiden o. g. Fonds. Über die Meistergründungsprämie sind 292 Zuschüsse im Gesamtvolumen von 2,92 Millionen Euro für die Gründung oder Übernahme von Handwerksbetrieben ausgereicht worden.

Für Willingmann ist die starke Förderung von Gründungen und Nachfolgen ein Erfolgsrezept für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts: „Sachsen-Anhalt braucht dynamische Gründerinnen und Gründer, die unsere Wirtschaft mit neuen Ideen beleben und hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Ebenso wichtig sind Menschen, die gestandene Unternehmen übernehmen und dadurch regionale Wirtschaftsstrukturen und Arbeitsplätze sichern. Mit unserer Unterstützung wollen wir weiterhin dazu beitragen, dass neue Unternehmen entstehen und dass zukunftsfähige Firmen nicht wegen fehlender Finanzierung bei der Übergabe unter die Räder kommen. Insbesondere nach der Corona-Pandemie wird es entscheidend darauf ankommen, unsere kleinen und mittelständischen Betriebe weiter mit passgenauen Finanzierungsangeboten zu unterstützen, damit sie schnellstmöglich an die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung vor der Pandemie anknüpfen können. Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft Sachsen-Anhalts, von ihm wird insofern auch der Aufschwung nach der Pandemie ganz entscheidend geprägt werden.“

Hintergrund
Im Oktober 2020 hatte das Wirtschaftsministerium das neue Gründer-Portal des Landes gestartet. Der moderne Online-Auftritt unter www.hier-we-go.de ist die digitale Anlaufstelle für heimische Gründungswillige sowie Start-ups, die nach Sachsen-Anhalt kommen wollen. Angebote und Kontakte werden transparent gebündelt und lassen sich zudem nutzerorientiert und nach Regionen filtern. Hier finden sich Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner, Beratungsstellen, Checklisten und Tipps sowie relevante Gesetze und Regelungen. Das Portal ist modern und übersichtlich aufgebaut, für alle mobilen Endgeräte geeignet (responsiv) und enthält auch interessante Gründergeschichten aus Sachsen-Anhalt.

Im aktuellen „KfW-Gründungsmonitor 2020“ belegt Sachsen-Anhalt im Ländervergleich Platz 12 – nach Platz 15 im Jahr zuvor. Im Durchschnitt der Jahre 2017-2019 kam Sachsen-Anhalt auf 83 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige. In den Drei-Jahres-Zeiträumen davor waren es 77 (2016-2018) bzw. 60 (2015-2017). Zum Vergleich: Thüringen verbuchte 2017-2019 rund 71 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige, in Sachsen waren es 86.