Armutsgefährdungsquote im Vergleich zum Vorjahr 2019 unverändert

Halle. Statistisches Landesamt/LSA. 2019 lebten 19,5 % der Einwohnerinnen und Einwohner in Sachsen-Anhalt unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle gemessen am Median des Äquivalenzeinkommens in Deutschland. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt weiterhin mitteilte, blieb die Armutsgefährdungsquote, gemessen am Bundesmedian, damit im Vergleich zu 2018 konstant und wies weiterhin den niedrigsten Wert seit 2005 auf. Gemessen am Landesmedian (958 EUR) betrug die Quote 14,8 % und nahm gegenüber 2018 um 0,8 Prozentpunkte zu. Damit lag sie oberhalb des langjährigen Mittels der letzten 15 Jahre von 14,3 %.

Der Median des Äquivalenzeinkommens betrug 2019 in Deutschland 1 790 EUR und in Sachsen-Anhalt 1 596 EUR. Das heißt, die Hälfte aller Personen verfügte über ein Äquivalenzeinkommen bis zu dieser Höhe. Das  Äquivalenzeinkommen bildet das Nettoeinkommen eines Haushalts ab, inklusive staatlicher Transfereinkommen, und wird mit der Zahl der im Haushalt lebenden Personen gewichtet. So steht rechnerisch jedem Mitglied des Haushaltes derselbe Betrag zur Verfügung.

Armutsgefährdet sind all jene Personen, deren Haushaltsnettoeinkommen weniger als 60 % des jeweiligen Medians vergleichbar großer Haushalte beträgt. Für eine alleinlebende Person lag diese sogenannte Armutsgefährdungsschwelle 2019 in Deutschland bei 1 074 EUR und in Sachsen-Anhalt bei 958 EUR bezogen auf den regionalen Median. Für 2 Erwachsene lag der Wert bei 1 611 EUR (Deutschland) bzw. 1 436 EUR (Sachsen-Anhalt). Eine Familie mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern galt als armutsgefährdet, wenn ihr Haushaltsnettoeinkommen niedriger als 2 255 EUR (Deutschland) bzw. 2 011 EUR (Sachsen-Anhalt) war. Die Schwelle für Alleinerziehende mit einem Kind betrug in Deutschland 1 396 EUR bzw. 1 245 EUR in Sachsen-Anhalt.

In den letzten 15 Jahren sind die Äquivalenzeinkommen in Deutschland und Sachsen-Anhalt durchgängig gestiegen. Der jährliche Anstieg verlief jedoch unterschiedlich stark. So bewegten sich in Sachsen-Anhalt die Werte zwischen 1,0 % (2016) und 5,1 % (2019). Der langjährige Mittelwert des Anstiegs der letzten 15 Jahre lag bei 3,8 %. In Deutschland insgesamt schwankten diese Werte weniger stark und lagen zwischen 1,4 % (2006) bzw. 3,0 % (2019) und ergaben ein langjähriges Mittel von 2,7 %.

Der prozentuale Anstieg der Äquivalenzeinkommen verlief demnach in Sachsen-Anhalt zwischen 2005 und 2019 etwas stärker als in Deutschland insgesamt und führte so zu einer relativen Annäherung dieser Einkommen. Lag der Median der Äquivalenzeinkommen 2005 in Sachsen-Anhalt noch bei 85,7 % des gesamtdeutschen Medians, so erreichte er im letzten Jahr 89,2 %. Allerdings reichte dieser stärkere Anstieg nicht aus, um auch den absoluten Abstand der Einkommen zu verringern. Im Verlauf der letzten 15 Jahre ist dieser leicht auf zuletzt 194 EUR angestiegen.

Methodischer Hinweis: Zur Bestimmung der Armutsgefährdungsquoten und der Äquivalenzeinkommen werden Daten des Mikrozensus verwendet. Der Mikrozensus ist eine jährliche 1%ige Stichprobenerhebung der Privathaushalte.

Quelle: Statistisches Landesamt/LSA.
Quelle: Statistisches Landesamt/LSA.
Quelle: Statistisches Landesamt/LSA.
Quelle: Statistisches Landesamt/LSA.