Erneut mehr Hilfen zur Erziehung für junge Menschen im Jahr 2019 in Sachsen-Anhalt

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Halle. Statistisches Landesamt/LSA. 2019 wurden 28 669 erzieherische Hilfen ambulant, teilstationär oder außerhalb des Elternhauses durchgeführt (beendete und am Jahresende andauernde Hilfen). Wie das Statistische Landesamt mitteilt, stieg damit die Zahl der Hilfen zur Erziehung das 5. Jahr in Folge.

Die Kinder- und Jugendhilfe bietet ein breites Spektrum erzieherischer Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren und Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen. Schwerpunkte der Hilfen zur Erziehung bildeten die Erziehungsberatung mit 40,8 %, gefolgt von der Erziehung in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen (17,0 %) sowie die sozialpädagogische Familienhilfe (13,4 %).

Mit den 2019 geleisteten erzieherischen Hilfen der öffentlichen und freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe wurden 33 169 junge Menschen erreicht. Davon war fast jede 4. Person jünger als 6 Jahre (7 603 Mädchen und Jungen). 12 474 Kinder (37,6 %) in erzieherischer Hilfe waren zwischen 6 und unter 12 Jahre alt. 10 444 Mädchen und Jungen (31,1 %) waren im Alter zwischen 12 und unter 18 Jahren. Darüber hinaus erhielten 2 648 junge Volljährige unter 27 Jahren (8,0 %) erzieherische Hilfe.

2019 wurden 14 169 Hilfen bzw. Beratungen begonnen (2018: 13 766). Dabei lebte fast jeder zweite betroffene junge Mensch bei einem alleinerziehenden Elternteil (2019: 43,8 %, 2018: 42,6 %) und 26,8 %, wie auch im Vorjahr, b ei zusammenlebenden Eltern. B ei einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner lebten 23,5 % der jungen Menschen (2018: 23,6 %). Bei 5,9 % der Hilfesuchenden waren die Eltern verstorben oder unbekannt (2018: 7,0 %).

Als Hauptgrund für die Gewährung einer im Jahr 2019 begonnenen Hilfe wurde bei 3 396 Fällen eine Belastung des jungen Menschen durch familiäre Konflikte genannt (2018: 3 146). Eine eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten war mit 2 0 81 Fällen ein weiterer Hauptgrund (2018: 2 102). Bei 1 920 begonnenen Hilfen/Beratungen lagen Entwicklungsauffälligkeiten bzw. seelische Probleme des jungen Menschen vor (2018: 1 844). Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Fälle, bei der der Hauptgrund für den Beginn einer Hilfe eine Unterversorgung des jungen Menschen darstellte, ab und lag bei 551 (2018: 708).