Konferenz der Gleichstellungsministerinnen: Frauen in der EU nicht gut genug gegen Gewalt geschützt

Frau

Magdeburg. MJ/LSASachsen-Anhalts Gleichstellungsministerin Anne-Marie Keding sieht Frauen in der Europäischen Union nicht ausreichend vor Gewalt geschützt. Sie sagte am Donnerstag zum Abschluss der diesjährigen Hauptkonferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und-minister (GFMK), Deutschland müsse sich auf europäischer Ebene für einheitliche Schutzstandards einsetzen.

Keding: „Die Zahlen zu Gewalt gegen Frauen in der Europäischen Union sind erschreckend. Jede dritte Frau ab dem Alter von 15 Jahren ist statistisch nach einer EU-weiten Erhebung bereits Opfer von körperlicher oder sexualisierter Gewalt geworden. Das darf nicht so stehen bleiben, da muss gehandelt werden.“

Daher sei es eine wichtige Botschaft, wenn die GMFK die Bundesregierung auffordere, sich gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament für Maßnahmen zur Schaffung von einheitlichen Schutzstandards einzusetzen. Dabei gehe es um die Bereiche Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Keding begrüßte die klare Position der GMFK zur Kündigung der Türkei der Istanbul-Konvention. „Wir sind uns hier einig: Damit zeigt die türkische Politik, dass Gewalt gegen Frauen für sie kein Thema ist. Das ist ein verheerendes Signal an die türkische Gesellschaft aber auch an die in Deutschland lebenden Frauen.“