“Hilfen in besonderen Lebenslagen” das 2. Jahr in Folge gestiegen

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Halle. Statistisches Landesamt/LSA. 2019 bekamen 40 084 Personen Hilfen nach dem 5. – 9. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, waren das 437 Menschen mehr als im Jahr zuvor (+1,1 %). Damit stieg die Zahl der Empfänger/-innen wiederholt an.

29 853 Männer, Frauen und Kinder mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen nahmen 2019 Hilfe zur Überwindung von Alltagsbarrieren in Anspruch. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg von 0,7 % (+211 Personen). Mehr als 1/3 dieser Menschen, für die die tägliche Lebensverrichtung erschwert ist, waren weiblich (11 656 Personen; 39,0 %).

Eine wichtige Form der Hilfestellung war für 10 879 Männer und Frauen die Tätigkeit in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen. 12 877 Hilfesuchende erhielten Unterstützung zum selbstbestimmten Leben in einer betreuten Wohnform (eigene Wohnung, Wohngemeinschaft oder Wohneinrichtung) und 7 033 Kinder erhielten heilpädagogische Leistungen.

2019 waren in Sachsen-Anhalt 8 690 Personen auf Hilfe zur Pflege angewiesen. Mehr als 3/4 davon (7 715; 88,8 %) lebten in einer Einrichtung oder waren teilstationär untergebracht.

45 Personen nutzten die Möglichkeit, die häuslichen Pflege durch Kostenübernahme im Rahmen des Arbeitgebermodells sicher zu stellen (2018: 38). Dabei stellt die Person mit Unterstützungsbedarf seine Pflegekraft selbst ein und fungiert als deren Arbeitgeber.
Das Durchschnittsalter der Leistungsbezieher/-innen nach den Kapiteln 5 – 9 stieg im zurückliegenden Jahr wieder leicht an. Betrug es 2018 noch 42,9 Jahre, so lag es 2019 bei 43,4 Jahren.

Eine Unterstützung in Form von Hilfen in besonderen Lebenslagen kann gewährt werden, wenn es die gegebenen Lebensumstände erfordern. Dabei kann die Hilfegewährung ambulant, stationär oder teilstationär erfolgen. Einrichtungen zur teilstationären Betreuung sind z. B. Tag- und Nachtkliniken, anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesstätten für behinderte Kinder, Übernachtungsstätten und Ähnliches. Die Hilfeempfänger/-innen finden dort für einen nicht unwesentlichen Teil des Tages oder der Nacht Aufnahme.

Den Hauptanteil der gewährten Hilfen bildete die Unterstützung zur Eingliederung behinderter Menschen. Sie trägt zur Förderung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft bei und soll helfen, eine drohende Behinderung abzuwenden oder deren Folgen zu beseitigen bzw. abzumildern.