Neue Corona-Mutationen in Sachsen-Anhalt? – Ministerium unterstützt Virus-Sequenzierung

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80.000 Euro für Forschungsprojekt der Unimedizin Magdeburg

Magdeburg. MW/LSA. Um neuartige Varianten des Corona-Virus zeitnah zu identifizieren, wird die Universitätsmedizin Magdeburg mit finanzieller Unterstützung durch das Wissenschaftsministerium nachgewiesene Viren aus dem nördlichen Sachsen-Anhalt genauer untersuchen. Die routinemäßige Sequenzierung soll einen Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen geben sowie dabei helfen, neue Mutationen und so genannte Super-Spreader-Ereignisse zu erkennen. Für dieses Vorhaben hat das Ministerium dem Forscherteam um Prof. Dr. Achim Kaasch (Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Otto-von-Guericke-Universität) kurzfristig eine Förderung von 80.000 Euro zugesagt.

In den vergangenen Wochen waren auch in Deutschland verstärkt neue, deutlich ansteckendere Varianten des Coronavirus aufgetreten, die zuerst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesen wurden. Da diese Mutationen durch ihre stärkere Übertragbarkeit ein erhöhtes epidemisches Potenzial haben, ist deren Erkennung und Eindämmung umso dringlicher. Die Ergebnisse werden in anonymisierter Form und webbasiert aufbereitet sowie bei möglichen Fallhäufungen an die Gesundheitsämter weitergeleitet.

Dazu sagte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann: „Um die Weichen für die Eindämmung des Coronavirus richtig zu stellen, brauchen wir vor allem eine genaue Datenbasis. Die stärkere Sequenzierung ermöglicht es, die aktuell bekannten Mutationen und weitere Virusvarianten schnell zu erkennen, richtig einzuordnen und darauf zu reagieren. Diese Informationen benötigen wir schließlich auch, um angemessene politische Entscheidungen zu fällen.“