Hettstedter Schüler sind die Gewinner des Landespräventionspreises Sachsen-Anhalt 2019

Magdeburg. MI/LSA. Der Landespräventionsrat hat in diesem Jahr zum zweiten Mal im Rahmen eines Wettbewerbs den „Landespräventionspreis Sachsen‑Anhalt“ verliehen, um besonders herausragende kriminalpräventive Projekte und Initiativen in Sachsen-Anhalt zu ehren und landesweit vorzustellen. Das diesjährige Wettbewerbsthema lautete: „Gegen Gewalt im sozialen Nahraum“.

Bewerben konnten sich alle Vereine, Verbände, Institutionen, Einrichtungen, kriminalpräventiv arbeitende Gremien, Gruppen, private Träger oder Einzelpersonen aus Sachsen-Anhalt. Die Preisverleihung im Beisein von Dr. Tamara Zieschang, Vorsitzende des Landespräventionsrates und Innenstaatssekretärin, fand während des heutigen 12. Landespräventionstages in Magdeburg statt. Der Landespräventionspreis ist insgesamt mit 3.500 Euro dotiert.

Die diesjährigen Preisträger sind:

Platz 1: Ganztagsschule „Anne Frank“, Hettstedt: „Coole Schule – kreativ gegen Drogen und Gewalt“
Die Ganztagsschule „Anne Frank“ Hettstedt hat im Rahmen einer Projektwoche ein gemeinsames Drogen- und Gewaltpräventionsprojekt ins Leben gerufen. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 wurden durch geschulte Lehrkräfte und Fachexperten über Drogen und ihre gravierenden Folgen aufgeklärt. Zudem fanden Informationsgespräche mit ehemals Betroffenen statt. Durch kreative Programmpunkte, wie das Verfassen eines Songtextes und das Bauen von Cajons mit der Botschaft: „Gegen Drogen und Gewalt“, möchten sie Aufklärungsarbeit leisten.

Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für die Thematik zu sensibilisieren und Alternativen zu schaffen, um Drogen entgegenzuwirken und Gewalt zu verhindern.

Platz 2: Hochschule Merseburg: „Familienorientierung im Jugendstrafvollzug“
In dem Projekt wurden durch die Methoden der Peer Education verschiedene Formen der Zusammenarbeit von jugendlichen Inhaftierten und ihren Angehörigen in Kooperation mit der Jugendanstalt Raßnitz (Sozialdienst und Psychologischen Dienst) geübt. An drei Projekttagen wurden unterschiedliche Stationen z. B. Haftentlassungsvorbereitung, Gesprächsführung, gemeinsame Freizeitgestaltung und Kochen angeboten.

Ziel des Projektes ist es, die Familiensituation zu stärken und einen verträglichen, gewaltfreien Umgang miteinander zu erreichen.

Platz 3: Villa Jühling e. V., Halle (Saale): „Strampeln für Zivilcourage“
Das Fahrradkino-Projekt fand im Rahmen der Bildungswoche „Gegen Rassismus“ in Heide Nord statt. 45 Teilnehmende unterschiedlichen Alters nahmen an der Aktion teil. Die Kinoanlage wurde durch das gemeinschaftliche Strampeln mit Strom versorgt. Es wurden Kurzfilme zu den Themen Anti-Rassismus und Zivilcourage gezeigt. Gemeinsam wurde über Maßnahmen diskutiert, um die Sicherheit in der Stadt zu stärken und ein friedliches Miteinander zu gewährleisten.

Ziel des Projektes ist es, Perspektiven zu entwickeln, um Gewalttaten und Diskriminierung in Zukunft zu verhindern. Ferner stärkt es das Miteinander der Anwohnerinnen und Anwohner im Quartier und dient dem Erfahrungsaustausch.

Hintergrund
Der Landespräventionsrat Sachsen-Anhalt organisiert jährlich den Landespräventionstag. Dem Gremium gehören Ministerien und Behörden, die kommunalen Spitzenverbände sowie Verbände, Vereine und Institutionen des Landes an.
Der Landespräventionsrat Sachsen-Anhalt verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 1999 das Ziel, die gesamtgesellschaftliche Kriminalprävention im Land und in den Kommunen zu fördern und weiter zu entwickeln. Kriminalprävention ist das aktive Zusammenwirken vieler gesellschaftlicher Kräfte mit dem Ziel, Straftaten zu verhindern und diesen vorzubeugen, um insbesondere Kriminalitätsfolgen für Opfer zu minimieren und eine erneute Viktimisierung zu vermeiden. Hierfür braucht es das Engagement vieler Akteurinnen und Akteure, um mit innovativen, kreativen und nachhaltigen Ideen, Projekten und Initiativen auf aktuelle Kriminalitätsentwicklungen reagieren zu können. Weitere Information: www.lpr.sachsen-anhalt.de.