Auswirkungen der Corona-Pandemie trafen den Tourismus 2020 in Sachsen-Anhalt schwer

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Übernachtungszahlen für 2020 lagen erstmals seit 15 Jahren wieder unter 6 Mill., Gästezahl um 38 % unter dem Niveau von 2019

Halle. Statistisches Landesamt/LSA. Für 2020 meldeten die Beherbergungsbetriebe in Sachsen-Anhalt 5,97 Mill. Übernachtungen und 2,23 Mill. Gästeankünfte, wie aus den Ergebnissen der Monatserhebung im Tourismus hervorgeht. Damit wurde der seit 2014 stabil bestehende langjährige Wachstumstrend durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Beherbergungswesen unterbrochen. Die Übernachtungszahlen fielen seit 15 Jahren erstmals wieder unter die Marke von 6 Mill. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes ging die Zahl der Übernachtungen damit im Vergleich zu 2019 um 2,67 Mill. bzw. 30,9 % zurück. Die Zahl der Gästeankünfte lag um 1,37 Mill. bzw. 38,0 % niedriger als im Vorjahr.

Nachdem das Tourismusjahr 2020 im Januar und Februar erfolgreich gestartet war fiel die Zahl der Gästeankünfte ab März jeweils weit unter das Vorjahresniveau. Die relativen und absoluten Tiefstwerte wurden dabei während des 1. Lockdowns im April (-90,7 %) und Mai (-77,0 %) sowie während des 2. Lockdowns im November (-77,5 %) und Dezember (-84,8 %) erreicht. Selbst in den Sommermonaten Juli, August und September lagen die Gästezahlen noch zwischen 7 und 10 % unter dem Vorjahreswert.
Der starke Rückgang im Beherbergungsaufkommen zeigte sich bei Gästen aus dem Inland und in besonderem Maße bei Gästen aus dem Ausland. 2020 gab es bei Gästen mit Wohnsitz im Inland 36,4 % weniger Ankünfte und 29,8 % weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Die Gästeankünfte aus dem Ausland gingen um 57,1 % gegenüber dem Vorjahreswert zurück, deren Übernachtungen um 45,8 %.

Im Rahmen der unterschiedlichen Betriebsarten im Beherbergungswesen konnten lediglich die Campingplätze mit 9,2 % mehr Gästeankünften sowie 23,9 % mehr Übernachtungen einen Zuwachs gegenüber dem Ergebnis von 2019 erreichen. Alle anderen Betriebsarten blieben weit hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück. Äußerst betroffen waren die Jugendherbergen und Hütten (-63,5 % Gäste; -62,4 % Übernachtungen) sowie die Erholungs- und Ferienheime (-57,6 % Gäste; -55,1 % Übernachtungen) im Land. Für 2020 verbuchte die Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe, Pensionen) mit dem größten Marktanteil 39,8 % weniger Gästeankünfte und 35,5 % weniger Übernachtungen.

Im regionalen Vergleich der Tourismus-Regionen gab es 2020 in allen Reisegebieten stark rückläufige Gäste- als auch Übernachtungszahlen. Die höchsten Einbußen an Gästen mussten die Beherbergungsbetriebe in den Regionen Magdeburg, Elbe-Börde-Heide (-39,9 %) und Halle, Saale, Unstrut (-39,7 %) hinnehmen. Den größten Rückgang bei Übernachtungszahlen verzeichnete der Harz und das Harzvorland (-32,6 %). Gab es 2019 mit der Stadt Wernigerode noch eine Gemeinde in Sachsen-Anhalt mit Übernachtungszahlen oberhalb der Millionengrenze, konnte dieser Wert 2020 mit rund 0,7 Mill. Übernachtungen nicht mehr erreicht werden.
In die Monatserhebung im Tourismus sind einbezogen Beherbergungsbetriebe mit 10 und mehr Schlafgelegenheiten und Campingplätze mit 10 und mehr Stellplätzen.