App soll Festung Regenstein im Harz mit 3D-Animationen zum Leben erwecken

Foto: MW/LSA.

Ministerium unterstützt Projekt der Stadt Blankenburg mit 60.000 Euro 

Magdeburg. MW/LSA. Beeindruckende Geschichte trifft digitale Zukunft – diese Verbindung soll die Festung Regenstein für Besucher noch attraktiver machen. Die Stadt Blankenburg (Harz) will mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums der Burgruine neues, digitales Leben einhauchen. Mittels Augmented Reality, also der Erweiterung der realen Umgebung durch Texte, Bilder oder Videos, können Gäste voraussichtlich ab Herbst 2021 bis zu 17 historische Festungsgebäude als 3D-Animation in Echtzeit auf dem Smartphone oder Tablet zum Leben erwecken. Die Entwicklung einer neuen App sowie die erforderliche Technologie werden mit 60.000 Euro vom Ministerium gefördert. Derzeit läuft die 3D-Vermessung der Gebäude.

„Angesichts der Corona-Pandemie forcieren wir die Förderung von Investitionen in digitale und touristische Infrastrukturen, damit die Tourismuswirtschaft Sachsen-Anhalts möglichst schnell wieder in die Erfolgsspur zurückfindet“, erklärte Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Mittwoch. „Sachsen-Anhalt ist reich an historischen Bauwerken, die viele Menschen faszinieren. Bislang konnten Gäste zumeist nur mit Schautafeln und Texten in vergangene Zeiten schauen. Mittels digitaler Technologie wird der Blick in unsere Geschichte künftig noch authentischer. Ich freue mich, dass die Stadt Blankenburg die einstmals mächtige Festungsanlage durch das neue Angebot touristisch aufwertet und Besuchern eine spannende digitale Reise in die Vergangenheit ermöglicht.“

Bürgermeister Heiko Breithaupt und Dagmar Kamp, Betriebsleiterin des Blankenburger Tourismusbetriebes, freuen sich über den Geldsegen für eines der Blankenburger Wahrzeichen. „In den vergangenen Monaten haben wir einen regelrechten Run auf unseren Regenstein erlebt“, berichtet Dagmar Kamp. „Dank der Förderung können wir die Burg und Festung Regenstein noch attraktiver gestalten, noch mehr Wissen zur Geschichte der Festung vermitteln und den Besuchern noch mehr Service bieten.“

Die Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte und im 15. Jahrhundert aufgegebene Burg Regenstein liegt nördlich der Stadt Blankenburg (Harz) auf einem rund 290 Meter hohen, zu drei Seiten steil abfallenden Sandsteinfelsen. Die Anlage ist ca. 190 Meter lang und etwa 80 Meter breit. Erhalten sind vor allem die in den Fels gehauenen Höhlen sowie Reste eines Turms. Zwischen Mitte und Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Regenstein mit fünf Bastionen und zwei Außenwerken zur Festung ausgebaut. Im Regionalentwicklungsplans des Harzes gehört die Burg und Festungsruine Regenstein zu den Vorrangstandorten für Kultur- und Denkmalpflege. 

Hintergrund
Neben der digitalen wird auch die touristische Infrastruktur der Festungsanlage erweitert. Gefördert mit rund 74.000 Euro aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) soll im Eingangsbereich ein neues Servicegebäude mit WC-Anlage und Schließfächern entstehen, das auch Wanderern und Radfahrern als Anlaufstelle dienen wird. Der Baustart ist für Sommer 2021 geplant.