Neues Beratungsnetzwerk für Studienzweifler:innen und -abbrecher:innen gestartet

Sachsen-Anhalt

Bundesländer bauen gemeinsame Struktur zur Unterstützung bei Studienabbruch auf

Magdeburg. MS/LSA. Der Fachkräftemangel wird für immer mehr Betriebe zu einer Herausforderung. Es fehlen nicht nur erfahrene Expert:innen, auch Ausbildungsstellen bleiben zunehmend unbesetzt.

Gleichzeitig geben nach Berechnungen des Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) bundesweit etwa 27 Prozent der Bachelorstudierenden ihr Studium auf. Um diesen jungen Menschen Informationen zu beruflichen Alternativen sowie Angebote zur Beratung aufzuzeigen, haben die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen das „Beratungsnetzwerk Queraufstieg“ gestartet.

„Der Ausbildungs- und Fachkräftemarkt in Sachsen-Anhalt bietet auch jenseits von Studium und Hochschule attraktive berufliche Alternativen und Aufstiegsperspektiven“, betont Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne. Dies gelte insbesondere für junge Menschen, für die sich das Studium vermeintlich als Sackgasse erwiesen habe. „Deshalb arbeiten wir im Fachkräftesicherungspakt des Landes schon seit längerem daran, diesen jungen Menschen zu helfen. Wir wollen deutlich machen, dass ein Studienabbruch kein berufliches Scheitern bedeutet, sondern dass beispielsweise auch mit einem Wechsel in eine betriebliche Ausbildung hervorragende Chancen für ein erfolgreiches und erfüllendes Berufsleben verbunden sind“, so Grimm-Benne weiter.

Um junge Menschen mit Studienzweifel und Abbruchgedanken in diesem Übergangsprozess gut begleiten zu können, setzt das neu gestartete „Beratungsnetzwerk Queraufstieg – vernetzt beraten zum Thema Studienabbruch in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen“ an mehreren Stellschrauben an. Mit einem Webportal soll etwa die Bekanntheit der verschiedenen Beratungsangebote erhöht werden. Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher erhalten dort allgemeine Informationen zur dualen Berufsausbildung und Hinweise, unter welchen Voraussetzungen Studienleistungen angerechnet werden können. Neben dem Aufbau des Webportals wird sich das aus dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) und der MA&T GmbH bestehende Projektkonsortium für die bessere Vernetzung der Akteure innerhalb der Beratungslandschaft – dazu zählen auch Hochschulen, Kammern und Betriebe – einsetzen. Geplant sind Veranstaltungs- und Austauschformate mit Themen aus der Beratungspraxis.

„Wir möchten dazu beitragen, den Studienabbruch zu entstigmatisieren. Die im Studium erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen bieten oft eine sehr gute Grundlage für einen neu eingeschlagenen Berufs- und Karriereweg.“, führt Sabrina Anastasio, Projektkoordinatorin am f-bb, aus. „Mit dem Projekt knüpfen wir nahtlos an die mit den Partnern des Fachkräftesicherungspaktes erfolgreich begonnen Arbeit an. Wir wollen das Unterstützungsangebot für die Zielgruppe der Studienzweifelnden und –abbrechenden verbreitern und insbesondere die Beratungsketten über die Bundeslandgrenzen hinweg entwickeln und ausbauen“, ergänzt Sarah Rögner, geschäftsführende Gesellschafterin bei MA&T.

Der Projektansatz baut auf dem Engagement vieler Netzwerkpartner im Rahmen der Leuchtturmprojektes „Queraufstieg Berlin“ sowie ISA, ISABEL und P-ISA in Sachsen-Anhalt auf. Unter der Marke „Queraufstieg“ werden die bereits erarbeiteten Ergebnisse gemeinsamer Strukturarbeit gebündelt und in den vier Bundesländern bestehende Aktivitäten im Bereich Studienabbruch zusammengeführt. Das Projekt wird seit dem 1. Januar 2021 im Rahmen der Initiative Bildungsketten aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Weitere Informationen finden sich unter: www.queraufstieg.de