Dalbert: „Wir spüren die Klimakrise in Sachsen-Anhalt“

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Klimawandel-Monitoringbericht vorgestellt: Temperaturen steigen, Wetterextreme nehmen zu, Apfelblüte setzt früher ein

Magdeburg. MULE/STK/LSA. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert hat heute im Kabinett den Monitoringbericht 2020 zum Klimawandel in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Der Bericht beschreibt und bewertet die Ergebnisse des Klimawandel-Monitorings anhand ausgewählter Indikatoren. Die Daten zeigen statistisch objektiv die Änderungen des Klimas, zum Beispiel im Vergleich der betrachteten 30-Jahreszeiträume 1961 bis 1990 und 1991 bis 2019 an.

„Die Klimakrise ist in Sachsen-Anhalt angekommen. Wir können die Veränderungen spüren und messen. Eindeutige Ergebnisse sehen wir bei der Temperatur: Das Jahresmittel ist um 1,5 Grad Celsius angestiegen. Die Anzahl der heißen Tage mit über 30 Grad Celsius hat zugenommen, in den Tieflandregionen sogar auf durchschnittlich bis zu 14,7 Tage verdoppelt. Die Vegetationsperiode hat sich schon um 13 Tage verlängert und die Apfelblüte setzt nicht mehr Anfang Mai, sondern schon Mitte April ein“, erläuterte Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert einzelne Ergebnisse des Berichts.

„Gleichzeitig fehlen uns Niederschläge: Die Bodenfeuchte – wichtig für die Landwirtschaft- geht in den meisten Regionen zurück. Besonders im Tiefland verschlechtert sich die Standortwasserbilanz und beeinflusst damit unsere Wälder. Die außergewöhnlich lang anhaltende Trockenheit seit April 2018 schlägt nun auch in höheren Lagen zu. Wir wissen, was das bedeutet: Die Bäume können sich gegen Schädlinge immer weniger wehren. Im Zusammenspiel mit Stürmen sind in manchen Gebieten Sachsen-Anhalt ganze Wälder gefährdet“, ergänzte sie.

„Wir können die Klimakrise nur aufhalten, wenn wir jetzt handeln. Jeder ist gefordert, zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Nur so können wir unseren Enkelkindern eine lebenswerte Erde hinterlassen“, appellierte Dalbert. Im Monitoringbericht werden zum Teil Schlussfolgerungen und Konsequenzen für weitere Anpassungserfordernisse und Anpassungsmaßnahmen gezogen.