Arbeitsministerium im Dialog mit Betriebs- und Personalräten

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Mitbestimmung und Tarifbindung stärken den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt

Magdeburg. MS/LSA. Auf Einladung des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fand heute die mittlerweile 3. Betriebs- und Personalrätekonferenz im Online-Format statt.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff betont: „Es braucht in unserem Land eine Kultur der verlässlichen Kooperation unter den Sozialpartnern. Sie erleichtert zudem die Zusammenarbeit mit der Politik und versetzt uns gemeinsam in die Lage, allen Herausforderungen zu trotzen. Gerade in Zeiten der Pandemie erkennen wir, wie notwendig das ist.“

Auch Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne hebt die Bedeutung des Austauschs hervor: „Die Corona-Krise kann nur gemeinsam bewältigt werden. Bei der Gestaltung von Veränderungen brauchen wir die starke Stimme der Betriebs- und Personalräte.“ Der Dialog zwischen Politik und den Betriebs- und Personalräten im Land ist nicht nur in der Corona-Krise unentbehrlich So braucht es angesichts der Herausforderungen wie den wachsenden Fachkräftebedarf, der Veränderungen in der Arbeitswelt und der bundesweit zurückgehenden Tarifbindung engagierte Interessenvertretungen.

Über 100.000 Beschäftigte mussten seit März diesen Jahres in Kurzarbeit gehen und hatten damit erhebliche Einkommenseinbußen. Aktuell geht es vor allem darum, Standorte und Beschäftigung zu sichern. Hinzu kommt in Sachsen-Anhalt die Bewältigung des Strukturwandels als gemeinsame Aufgabe für Sozialpartner und Politik. „Wir müssen sicherstellen, dass Beschäftigte ihre Interessen auf Augenhöhe verhandeln können“, so die Ministerin.

Grimm-Benne: „Die Corona-Krise hat uns in vielen Bereichen einen Digitalisierungsschub gegeben. Auch in Sachsen-Anhalt wurden kurzfristig tausende Arbeitsplätze auf Home Office umgestellt. Diese Umstellungen dürfen nicht zu Lasten der Mitbestimmung gehen. Im Gegenteil: Beschäftigte müssen bei Veränderungen mitgenommen und beteiligt werden.“ Dabei zeigen die Ergebnisse des DGB-Index‘: Gute Arbeitsbedingungen verbessern die Bleibeperspektive von Beschäftigten. Mitbestimmung und Mitgestaltung steigern die Zufriedenheit im Unternehmen.

Ergebnisse des aktuellen IAB Betriebspanels haben Sachsen-Anhalt einen vergleichsweise hohen Fachkräftebedarf bescheinigt. Laut IAB Betriebspanel sind in den letzten 20 Jahren die Tariflöhne in Sachsen-Anhalt mit knapp 40 Prozent stärker gestiegen als in Betrieben ohne Tarifbindung. Zwischen 2010 und 2019 hatte Sachsen-Anhalt mit einer Steigerung der realen Stundenlöhne unter Vollzeitbeschäftigten um 13,8 Prozent bundesweit sogar das stärkste Lohnwachstum zu verzeichnen.

Rund ein Fünftel aller Betriebe in Sachsen-Anhalt – und damit über ostdeutschem Durchschnitt – sind tarifgebunden. „Hier muss es wieder nach oben gehen“, sagt Grimm-Benne angesichts eines kontinuierlichen Rückgangs der Tarifbindung in den vergangenen Jahren. „Tarifgebundene Beschäftigte erhalten höhere Löhne und Gehälter als Beschäftigte ohne Tarifvertrag“, so die Ministerin. Dabei sorgt Tarifbindung für mehr als guten Lohn: Arbeitszeitgestaltung, Work-Life Balance, Arbeitsschutz, Familienfreundlichkeit – all diese Aspekte können und werden tariflich geregelt und sind individuell schwerer durchsetzbar. Ministerin Grimm-Benne appelliert deshalb an die Unternehmen: „Tarifbindung ist aktive Fachkräftesicherung.“