Sachsen-Anhalt fördert Landwirtschaft der Zukunft mit 700.000 Euro

Raps Feld

Förderung über 3 Jahre

Magdeburg. MULE/LSA. Im Rahmen des Förderinstruments Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP AGRI) haben zwei Projekte Bewilligungsbescheide in Höhe von insgesamt rund 700.000 Euro erhalten. Ende Juni 2020 hatte das Landwirtschaftsministerium zum vierten Mal aufgerufen, innovative Ideen der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft einzureichen, die auch eine Verknüpfung zum Forschungsbereich beinhalten muss. Dabei arbeiten die sogenannten „Operationellen Gruppen“ (OG) interdisziplinär als Verbund von Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung und weiteren Akteuren auf Augenhöhe zusammen.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert lobte die aktuellen Projekte:
„Landwirtschaft braucht Naturschutz, braucht gesunde Böden, saubere Luft und sauberes Wasser. Landwirtschaft kann selbst einen großen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Vielversprechende Ideen, die neue Wege gehen, liegen auf dem Tisch. Ich freue mich, dass wir jetzt zwei innovative Projekte fördern, die Klimaschutz, Bodenschutz und Erneuerbare Energien zusammen denken!“

Zwei innovative Vorhaben für eine ressourcenschonende Landwirtschaft

Die OG „Black Wood Agrar Solar“ möchte bestehende Verfahren von Agro-Photovoltaiksystemen hinsichtlich ihrer agronomischen und ökologischen Vorteilswirkungen weiterentwickeln und evaluieren. Hierfür sollen unter anderem anhand sogenannter „Tracker-Module“ produktionsseitige Vorteile wie zum Beispiel Ertragssicherung durch Beschattung und Erosionsschutz untersucht werden. Diese „Tracker-Module“ richten sich nach dem Sonnenstand und speisen gleichzeitig eine Unterflurtröpfchenbewässerung mit der notwendigen Energie.

Die OG „Mikrobielle Carbonisierung: Umwelt- und Bodenmanagement“ leistet ebenfalls einen Beitrag zur Anpassung der Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels. Im Rahmen des Projektes sollen durch Zusammenwirken innovativer Verfahren Kohlenstoff sowie weitere Nährstoffe aus der landwirtschaftlichen Urproduktion dauerhaft im Boden gebunden werden. Hierfür macht sich das Projekt unter anderem Verfahren der mikrobiellen Carbonisierung und kohlenstoffspeichernden Bodenbewirtschaftung zu Nutze. Im Ergebnis entstehen stabile Kohlenstoffverbindungen, welche zur Anreicherung des sogenannten „Dauerhumus“ für die landwirtschaftliche Produktion im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wieder nutzbar gemacht werden sollen. Der Vorteil des Verfahrens liegt in der dauerhaften Speicherung von Kohlenstoff im Boden, erhöhter Bodenfruchtbarkeit und Sicherung der Produktivität bei reduzierter Bodenbearbeitung und Düngemitteleinsatz.

Ministerin Dalbert sagte abschließend:
„Ideen aus dem Labor in die Praxis bringen – so sichern wir die Zukunft unserer Landwirtschaft. Beide Projekte verfolgen den Ansatz, unsere Ressourcen und das Klima zu schonen. Energie wird aus der Sonne gewonnen, der Boden wird so bearbeitet, dass die Nährstoffe dauerhaft im Boden gebunden werden und damit die Fruchtbarkeit erhalten bleibt, der der Düngemitteleinsatz verringert sich, die CO2-Emissionen sinken. Das klingt vielversprechend! Ich wünsche den Vorhaben größtmöglichen Erfolg und bin jetzt schon gespannt auf die Forschungsergebnisse.“