Soforthilfeprogramm Sachsen-Anhalt ZUKUNFT: 25,1 Millionen Euro Zuschüsse ausgezahlt

Magdeburg. MW/LSA. In den ersten zehn Tagen nach dem Start des Soforthilfeprogramms Sachsen-Anhalt ZUKUNFT hat die Investitionsbank Sachsen-Anhalt bereits rund 25,1 Millionen Euro in Form von Zuschüssen an Soloselbstständige und Unternehmen im Lande ausgezahlt, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie leiden. Bis zum heutigen Donnerstag gingen bei der Bank rund 34.000 Anträge ein, davon wurden bis gestern Abend 2.700 bewilligt. „Die Investitionsbank konnte die Antragsbearbeitung in dieser Woche auf 800 Bewilligungen pro Tag deutlich beschleunigen, nachdem die Zahl der Mitarbeiter für die Antragsbearbeitung schrittweise auf mehr als 200 aufgestockt wurde; für die kommende Woche wurde seitens der IB-Leitung eine weitere Steigerung der Bearbeitungs- und Bewilligungszahlen zugesagt“, berichtet Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann. „Wir stehen mit der Leitung der Investitionsbank in engem Kontakt und werden dabei unterstützen, die Bearbeitungsprozesse weiter zu beschleunigen, damit die Antragssteller möglichst schnell die finanziellen Hilfen erhalten.“

Verzögert werden rasche Bewilligungen weiterhin auch durch unvollständige oder fehlerhafte Anträge. Mehr als 700 Anträge musste die Investitionsbank wegen fehlender bzw. falscher Angaben zurücksenden, aber nur sieben Anträge wurden bislang abgelehnt. In rund 40 Prozent der Fälle müssen Mitarbeiter der Investitionsbank Kontakt zum Antragssteller aufnehmen, um gemeinsam mit ihnen Antragsinformationen zu vervollständigen. Dadurch wird der Bearbeitungsprozess deutlich verzögert. Betrugsversuche sind nach Angaben der Investitionsbank bislang nicht erkennbar. „Mein Dank gilt insofern auch den Mitarbeitern der Investitionsbank – sie arbeiten weit über die normalen Arbeitszeiten hinaus und werden auch am Ostersamstag Zuschuss-Anträge bewilligen“, so Willingmann. „Wir wissen um die Sorgen vieler Antragssteller, aber auch die Mitarbeiter der Investitionsbank haben es mit einer nie dagewesenen Herausforderung zu tun und geben ihr Bestes, um den Unternehmen und Selbstständigen in Sachsen-Anhalt zu helfen.“

Von den bearbeiteten Anträgen entfallen bislang 37 Prozent auf Soloselbstständigen, 41 Prozent auf Kleinstunternehmen und 12 Prozent auf Kleinunternehmen bis maximal zehn Mitarbeiter. Weitere zehn Prozent der Anträge stammen von Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern. Branchenschwerpunkte bilden Handel, Gastronomie, Baugewerbe sowie sonstige Dienstleistungen, das durchschnittliche Bewilligungsvolumen pro Antrag liegt gegenwärtig bei 9.300 Euro.

79 Unternehmen beantragen Darlehen

Seit Anfang dieser Woche bietet die Investitionsbank für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern zudem auch günstige Kredite im Rahmen des Programms Sachsen-Anhalt ZUKUNFT an. Das Darlehen zwischen 10.000 und 150.000 Euro hat eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren, davon sind zwei Jahre zins- und tilgungsfrei. Seit Montag sind bei der Bank 79 Anträge von Unternehmen eingegangen. „Für das Programm steht vorerst ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro bereit, das bei Bedarf noch erhöht werden kann“, erläutert Willingmann. Damit würden im ersten Schritt – nach Kalkulation des Ministeriums – bis zu 1.000 Darlehen finanziert. „Nach Ostern wollen wir ein weiteres Programm für Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern auflegen; hierzu befinden wir uns allerdings noch in der Abstimmung; insbesondere fehlt „Grünes Licht“ der Brüsseler Behörden“, so der Minister.

Deutschlandweit wurden geschätzt 1,1 Millionen Anträge auf Unterstützungsleistungen in Form der von Bund und Ländern eingerichteten Soforthilfe gestellt. Die Bundesagentur für Arbeit berichtet von 650.000 Anträgen auf Kurzarbeit.