Naumburger Firma produziert in Sonderschichten Feuchttücher zum Desinfizieren

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Naumburg. IMG/LSA. In Naumburg rollt vom Band, was derzeit überall gebraucht wird: Die Innovate GmbH stellt für weltweit tätige, große Anbieter Feuchttücher her. Aktuell nutzt das sachsen-anhaltinische Unternehmen fast die gesamte Kapazität für die Produktion im Desinfektionsmittel-Bereich.

Arbeiten im Dauertakt – das ist zurzeit die Devise beim Feuchttücher-Hersteller im Burgenlandkreis. „Wir arbeiten auf Anschlag“, sagt Katrin Röhl, Leiterin Vertrieb und  Kundenbetreuung. „Aber wir halten den Laden in Gang, Pause machen können wir später immer noch.“ Das Schichtsystem für die Produktion der dringend benötigten Desinfektionstücher hat Innovate Anfang März hochgefahren. Die 150 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen seither werktags in drei Schichten und samstags in einer weiteren an den Produktionslinien. „Uns werden die Tücher förmlich aus den Händen gerissen“, sagt Geschäftsführer Alexander van Haren. Eingestellt hat er sich auf den Ansturm bereits seit Jahresbeginn, als sich nach dem Corona-Ausbruch in China die Anfragen häuften. „In dieser Zeit haben wir auch damit angefangen, neue Produktionspläne zu erstellen und Sicherheitsmaßnahmen zu planen“, so der Innovate-Chef. Bereits vor Wochen wurden verstärkte Zugangsbeschränkungen für das Betriebsgelände eingeführt, Plastikwände trennen Mitarbeiter, die nahe zusammenarbeiten, und es gibt regelmäßige Reinigungsläufe.

Das sachsen-anhaltinische Unternehmen hat sich in zwanzig Jahren auf die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von Feuchttüchern für viele Bereiche spezialisiert – und seit ein paar Jahren den Fokus verstärkt auf Medizinprodukte gelegt. Die jährliche Gesamt-Kapazität liegt in Naumburg bei 60 Millionen Packungen Feuchttücher. „Diese Marke werden wir 2020 deutlich überspringen“, ist sich Alexander van Haren sicher. Er glaubt auch, dass „nach der Krise ein höheres Bewusstsein für Desinfektion bleiben wird“. Doch jetzt gelte es zunächst, die Produktion zu stemmen und zu hoffen, „dass hier alle gesund bleiben“.

Autorin: Manuela Bock