Land fördert Beratung von Kommunen zu „Pflege im Quartier“

Magdeburg. MS/LSA. Umfragen zeigen, dass der Großteil der Seniorinnen und Senioren auch im Alter selbstbestimmt im vertrauten Umfeld wohnen bleiben möchte. So werden in Sachsen-Anhalt mehr als 73 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Mit der „Pflege im Quartier“ zielt die Landesregierung darauf ab, die Angebote und Akteure im Sinne der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen vor Ort besser zu vernetzen.

Um im Land bei der Etablierung von Angeboten zu unterstützen, hat im September 2019 die Beratungsstelle zur kommunalen Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt (BEQISA) die Arbeit aufgenommen. Heute hat Sozialministerin Petra Grimm-Benne dem Magdeburger Verein Prävention im Alter PiA als Träger den Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 660.000 Euro für die Jahre 2019 bis 2022 übergeben.

„Im Koalitionsvertrag ist verankert, dass in der ambulanten Pflege bedarfsgerechte, kleinteilige Versorgungsangebote vor Ort entstehen, die individuelle Pflegemixe ermöglichen“, sagt Grimm-Benne im Rahmen der Übergabe. So solle den hohen Zuwachsraten von stationär versorgten Pflegebedürftigen entgegengewirkt und gleichzeitig pflegende Angehörige entlastet werden.

BEQISA-Projektleiterin Yvonne Jahn: „Wir sind Impulsgeber, Prozessbegleiter und Lotse in einem. Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren im Land wollen wir zur Verbesserung der Versorgungssituation von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen beitragen.“

Zentrale Aufgaben der neuen Beratungsstelle sind Information, Beratung und Förderung des Austauschs unterschiedlicher Akteure. Dabei wird sie unter anderem Kommunen, Seniorenvertretungen, Mehrgenerationenhäuser, Vereine, Bürgerinitiativen, Wohnungswirtschaft sowie Anbieter von Pflege- und Gesundheitsleistungen motivieren, entsprechende Quartiersarbeit in Gang zu setzen bzw. weiterzuentwickeln.

Die wissenschaftliche Begleitung über die gesamte Laufzeit übernimmt das Institut für Gerontologische Forschung e.V., dessen Mitglieder seit mehr als 30 Jahren zur älter werdenden Gesellschaft forschen.  Ansätze zur „Pflege im Quartier“ bauen auf die Zusammenarbeit regionaler Akteure und Akteurinnen aus Kommunalverwaltung, Wohnen, Pflege, Ehrenamt; unter anderem zur Entwicklung lokaler Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes, teilhabeorientiertes Leben im Wohnquartier, unabhängig vom Grad des Hilfebedarfs und der Pflege. Das Quartiersmanagement beschäftigt sich mit Fragen zum Wohnen, zu Nahversorgung, Mobilität, sozialem Zusammenhalt und ambulanten Pflegeangebote.