Vortrag: Der Stalinkult in Geschichte und Gegenwart

Halle. StGSt/LSA. Die historische Wahrheit über die Verehrung Stalins kann im Osten Deutschlands erst seit genau 30 Jahren aufgearbeitet, erforscht und offen diskutiert werden.

Bis dahin zwischen 1945 und 1989 durfte über stalinistische Verbrechen und Terror nicht gesprochen und erinnert werden. Zwischen 1945 und 1950 wurden durch Sowjetische Militärtribunale (SMT) in der halleschen Haftanstalt „Roter Ochse“ Frauen und Männer in Schnellverfahren verurteilt. Allein 140 Personen aus Sachsen-Anhalt sind durch SMT in Schnellprozessen verurteilt und in Moskau erschossen worden – die meisten von ihnen wurden nach 1990 rehabilitiert.

Der kommunistischen Politik Josef Stalins (1878–1953) fielen in der Zeit der als „Säuberungen“ bezeichneten Terrorkampagnen und des von ihm angeordneten Holodomor in der Ukraine und in Moldawien fielen Millionen Menschen zum Opfer. Stalin war ein gefürchteter und zugleich religiös verehrter kommunistischer Herrscher. 1939 schloss er einen Pakt mit Adolf Hitler zur Aufteilung Polens und setzte sich mit der Roten Armee und den Alliierten gegen die Deutsche Wehrmacht durch.

Es ist für unser Verständnis deutscher und europäischer Geschichte wichtig, das Wirken des Diktators genau zu kennen, um die Folgen für Europa und Deutschland zu verstehen.

Professor Oliver Reisner (Tblissi/Tiflis) ordnet an diesem Abend die Politik Stalins und ihre Folgen ein und diskutiert über die aktuelle Diskussion über Stalin.

Referent: Prof. Dr. phil. Oliver Reisner. Er lehrt Europa- und Kaukasuswissenschaften an der Universität und lebt in Tblissi / Georgien.

Moderation: Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

In Kooperation mit dem Zeitgeschichte(n) e.V.

Zeit: 6.2. (Do), 18 Uhr Halle, Zeitgeschichten e.V.
Ort: Zeit-Geschichte(n) – Verein für erlebte Geschichte
Große Ulrichstraße 51
06108 Halle / Saale
Tel.: 03 45 / 2 03 60 – 40
Fax: 03 45 / 2 03 60 – 41
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