Löhne für Reinigungskräfte in Halle (Saale) erstmals auf “West”-Niveau

In Halle profitieren 2.000 Beschäftigte

Halle. IG BAU. Lohn-Mauer in der Gebäudereinigung gefallen: Ab Dezember haben die 2.000 Beschäftigten der Branche in Halle (Saale) Anspruch auf dieselbe Bezahlung wie ihre Kollegen in Westdeutschland. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. „30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die unterschiedliche Bezahlung in Ost und West für Reinigungskräfte ein Ende. Die Gebäudereinigung ist damit die erste große Dienstleistungsbranche, die die Lohn-Angleichung vollzieht“, sagt Karlheinz Weniger von der IG BAU Sachsen-Anhalt Süd. Der Gewerkschafter spricht von einem „tarifpolitischen Meilenstein“, der in den vergangenen Jahren erkämpft worden sei.

Ab sofort liegt der Mindestlohn in der Gebäudereinigung überall in Deutschland bei 10,80 Euro pro Stunde – und ist damit im Osten seit 2018 um 17 Prozent gestiegen. Glas- und Fassadenreiniger kommen ab Dezember auf einen Stundenlohn von 14,10 Euro. Bereits im Januar steigen die Einkommen im Rahmen eines bundesweiten Tarifabschlusses erneut. Beschäftigte sollten nun die nächste Lohnabrechnung prüfen, rät die IG BAU. Die Zahlung der beiden Mindestlöhne ist für alle ostdeutschen Reinigungsunternehmen verpflichtend.

Die Gebäudereinigung gilt als eine der größten Handwerkssparten und setzte im vergangenen Jahr bundesweit 19,6 Milliarden Euro um. „Im Osten ist die Branche von vielen kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Aber auch Großunternehmen wie Gegenbauer, Wisag und Dussmann sind zwischen Ostsee und Thüringer Wald aktiv“, so Bezirksvorsitzender Weniger. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gebäudereinigung in den neuen Bundesländern 134.000 Menschen (mit Berlin).