Der Arbeitsmarkt im Januar 2020 – Vorboten der „Krise“

Halle. AfA. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren im Januar 16.108 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 1.176 Arbeitslose (+7,9 Prozent) mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 962 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg somit auf 7,5 Prozent.

Aber aufgrund von bspw. externen oder global wirkenden Faktoren sind Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt nicht abschließend vorhersehbar.

Deshalb ist der Blick hinter die Zahlen und Strukturen sinnvoll. Es bleibt die Tatsache, dass diejenigen die sich arbeitslos melden oder es bereits sind nicht immer 1:1 in den Markt zu integrieren sind. Arbeitslosigkeit hat oft vielfältige Gründe. Alles in allem keine Überraschungen im Januar 2020.

Weiterbildungsberatung für alle Beschäftigten steht im Fokus 2020

„Damit Menschen, die von den Veränderungen in einigen Branchen betroffen sind oder sein werden, auch künftig nicht ohne Job dastehen, investiert die Agentur für Arbeit Halle mehr denn je in die berufliche Weiterbildung. Das Qualifizierungschancengesetz gibt uns dafür die notwendigen Rahmenbedingungen. Harte Brüche gab es in den letzten 10 Jahren am regionalen Arbeitsmarkt nicht und so hätten sich die Firmen und auch die Agentur für Arbeit auf die Situation einstellen können. Es ist aber keine Selbstverständlichkeit, dass der hiesige Arbeitsmarkt die Entwicklungen der nächsten Zeit ohne große Blessuren übersteht“, so Petra Bratzke Chefin der Hallenser Arbeitsagentur.

Fazit:

„Es zeichnet sich eine Trendwende am Arbeitsmarkt ab. Umschulungen und Weiterbildungen werden in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Unser Job bleibt Trends am Arbeitsmarkt und Entwicklungen zu beobachten, einzuschätzen, Risiken zu erkennen und gegenzusteuern. Dabei beraten wir ausführlich zu unseren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, um diese auch präventiv einzusetzen,“ so Bratzke.

Jugendliche

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren belief sich auf 1.478, das sind 89 mehr als im Dezember 2019. Damit nehmen die 15- bis unter 25-jährigen einen Anteil von 9,2 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle ein.

„Um diese müssen wir uns kümmern, wir brauchen jeden Jugendlichen. Die sozio-demographische Entwicklung wird in den nächsten Jahren zu einem noch deutlicheren Zuwachs an freien und schwer zu besetzenden Stellen im Agenturbezirk führen“, so Bratzke. „Umso wichtiger also, sich auf diesen Bedarf rechtzeitig vorzubereiten und den Nachwuchs in der Region dafür zu begeistern“, so Bratzke weiter.

Neben der Qualifizierung, Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung bleibt die Berufsorientierung für die Agentur für Arbeit Halle ein wichtiger Schwerpunkt hinsichtlich der Sicherung der Fach- und Arbeitskräfte im Agenturbezirk Halle.

In regelmäßigen Berufsorientierungsabenden stellt die Arbeitsagentur Halle Ausbildungsberufe aus verschiedenen Branchen der Region vor. Am 04.03.2020 findet auch in diesem Jahr der Tag der Berufe statt. (Anmeldungen können unter www.tagderberufe.de erfolgen)

Ältere

Der Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen beträgt (31,9%), d.h. Ältere bleiben die Gruppe, welche weiterhin überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit der Ü 50jährigen um 430 Personen, gegenüber dem Vorjahresmonat geht die Zahl jedoch deutlich um 482 zurück.

Stellenangebote

Aktuell sind der Arbeitsagentur Halle 2.884 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, ein nahezu unverändert hohes Niveau gegenüber dem Vorjahresmonat.

Seit Anfang des Jahres wurden uns 568 Stellen neu gemeldet, vorrangig aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, aus der Dienstleistungsbranche und der Logistikbranche.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) waren 682 Frauen und Männer im Januar 2020 mehr arbeitslos gemeldet. Hier waren im aktuellen Berichtszeitraum insgesamt 4.857 Frauen und Männer arbeitslos registriert, 92 mehr als im Jahr zuvor.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von Dezember 2019 auf Januar 2020 um insgesamt 494 auf 11.251 Arbeitslose gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch um 1.054 Personen gesunken.

Blick in die Geschäftsstellen

Halle (8,4%) stärker betroffen als der Saalekreis (6,4%) In Halle waren im Januar 9.830 Personen gemeldet, das sind 676 mehr als noch vor einem Monat, von denen 7.120 (+ 287), nach dem SGB II betreut werden. Damit hält sich der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle weiterhin auf einem hohen Niveau, mit 72,4 %. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 8,4 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (7,5 %).

Im Saalekreis sind aktuell 6.278 Frauen und Männer in der Arbeitslosenstatistik. Dies sind 500 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 677 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,4 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 65,8 %, das entspricht 4.131 Personen (+207 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg stieg um 377 Personen bzw. 8,5 Prozent auf 4.825.