Arbeitsmarkt im April 2021: Erholungskurs zeichnet sich ab

Agentur für Arbeit

Halle. AfA. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende April 18.017 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 359 Arbeitslose (-2,0 Prozent) weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 600 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank im zurückliegenden Monat um 0,2 auf 8,4 Prozent. Sowohl bei den Aussichten für die Beschäftigungsentwicklung als auch für die Arbeitslosigkeit zeigen sich erneut Verbesserungen.

„Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich im Moment ein Erholungskurs ab, aber die Entwicklung im Agenturbezirk Halle ist noch weit davon entfernt, was ohne Pandemie erreicht worden wäre“, so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Arbeitsagentur. „Mit Blick auf die Impfkampagne bleibe ich in der Einschätzung zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung verhalten optimistisch. Mit dem höheren Impftempo steigt die Hoffnung auf Entspannung in der Corona-Krise. Dennoch bleiben für die nächsten Monate Risiken durch die Auswirkungen des Lockdowns in einigen Branchen bestehen. Sorgen bereitet mir der derzeit der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Hier besteht die Gefahr der Verfestigung von Arbeitslosigkeit, die uns auch nach der Pandemie noch länger beschäftigen wird. Langzeitarbeitslose werden es schwer haben, zeitnah wieder am Arbeitsmarkt unterzukommen, auch wenn die Konjunktur wieder anspringen sollte. Die Qualifizierung und Aktivierung von Arbeitslosen, müssen wir aktuell noch mehr verstärken, sofern es die Rahmenbedingungen zu lassen,“ so Bratzke weiter.

Jugendliche und Ältere

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher sank im April 2021 um 57 Personen, der relative Anteil Jugendlicher an allen Arbeitslosen bleibt mit 10,2% hoch.
„Auch der Personenkreis der Jugendlichen ist weiterhin von der Krise betroffen. Wir haben aber auch hier Vorbereitungen getroffen, die Jugendlichen in der jetzigen Situation bei allen Fragen rund um die Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht allein zu lassen.
Viele Wege führen ins Berufsleben. Den richtigen zu finden bleibt gerade unter den aktuellen Bedingungen oft eine Herausforderung. Die abschließende Entscheidung der Berufswahl können wir den Jugendlichen nicht abnehmen. In den jetzigen ungewissen Zeiten ist die Berufsberatung der Arbeitsagentur daher ein starker Partner an der Seite der Schülerinnen und Schüler. Unser Erkundungstool Check-U, die Unterstützung im Bewerbungsprozess oder bei der Ausbildungsplatzsuche sowie umfassende Informationen zu allen Ausbildungsberufen runden unseren Service im Agenturbezirk Halle ab und unsere aktuelle Kampagne unterstützt mit zahlreichen Onlineangeboten die Jugendlichen“ so Bratzke weiter.

#AusbildungKlarmachen www.arbeitsagentur.de

Die Sonderhotline der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Halle unter 0345/ 5249 1510 bleibt weiterhin geschalten.
Die Berater sind dann von Mo-Do von 8-16 Uhr und Fr von 8-14 Uhr telefonisch für alle Fragen unserer Jugendlichen und deren Eltern erreichbar.

Alle Anfragen rund um die Berufswahl bzw. Berufsorientierung können weiterhin auch per Mail unter Halle.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de an die Berufsberater gerichtet werden.

Stellenangebote

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) wurden diesen Monat 974 neue Stellen gemeldet. Das sind 5 mehr als im Vormonat.
Doch die Stimmung hellt sich nicht in allen Branchen auf. Die regionale Wirtschaft zeigt sich zweigeteilt: Der exportorientierten Industrie geht es besser, während der heimische Dienstleistungssektor weiter unter dem Lockdown leidet. Die Industrie profitiert von der Erholung auf den wichtigen Absatzmärkten in der Welt.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Der Rückgang im Bereich der Arbeitslosenversicherung SGB III ist Ausdruck der veränderten Arbeitsmarktlage.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung SGB III waren im April 2021 insgesamt 5.128 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 468 weniger als im Vormonat.
In der Grundsicherung SGB II ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk von März auf April um 109 Personen auf 12.889 Arbeitslose angestiegen.

Blick in die Geschäftsstellen

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild, was sich aufgrund der Ungleichgewichte zwischen Stadt und Umland festmachen lässt.

In der Stadt Halle stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen auf 11.422, ein Plus von 21. Allein im Jobcenter Halle (SGB II) werden 8.556 Personen betreut, was wiederum den überdurchschnittlichen SGB II Anteil von 74,9% erklärt. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 9,7 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (8,4%).

Im Saalekreis sind aktuell 6.595 Frauen und Männer in der Statistik gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 6,8 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Dies sind 380 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 102 weniger als noch vor einem Jahr. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug mit 4.333 Personen
(-175) zum Vormonat (65,7%).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sank um 289 Personen bzw. – 5,4 Prozent auf 5.047

Fazit
Die Kurzarbeit wirkt weiterhin stabilisierend. Die aus der dritten Corona-Welle resultierenden Risiken für den Arbeitsmarkt bleiben weiterhin bestehen, auch im Hinblick auf das Auslaufen der Insolvenzregelungen.