Beratungsstelle gegen Diskriminierung in Sachsen-Anhalt wird offiziell eröffnet

Halle/Magdeburg. MS/LSA. Sachsen-Anhalt hat eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet, die über Beratungsstandorte in Magdeburg und Halle verfügt. Für das Vorhaben hat die Jugendwerkstatt Frohe Zukunft Halle-Saalekreis e.V. die Trägerschaft übernommen.

An den beiden Standorten Sachsen-Anhalts werden Ratsuchende kostenfrei und vorjuristisch bei Diskriminierungsfällen beraten. Es erspart ihnen im ersten Schritt die aufwendige Suche nach dem passenden Beratungsangebot. Darüber hinaus bietet das Projekt Schulungen und Fortbildungen zu den Themen Antidiskriminierung und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) an. Das Gesetz sichert allen Menschen in Deutschland Schutz vor Diskriminierung, ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung, der sexuellen Identität, ihres Geschlechts, ihres Alters oder einer Behinderung. 

Staatssekretärin Susi Möbbeck erklärt im Vorfeld: “Diskriminierungen sind schwerwiegende Verstöße gegen unser demokratisches Selbstverständnis. Wer bereits einmal von Diskriminierung betroffen war, weiß wie schwierig es ist, das Erlebte zu verarbeiten. Mit der Antidiskriminierungsstelle wollen wir Betroffene unterstützen und dafür sorgen, dass jeder und jede am richtigen Ort auch die richtige, passgenaue Hilfe bekommt. Alle von Diskriminierung betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt können sich künftig an die Antidiskriminierungsstelle in Sachsen-Anhalt wenden.”

Hintergrund
Die Antidiskriminierungsberatung erfolgt auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Das Gesetz hat zum Ziel, Benachteiligungen aus Gründen der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, wegen des Geschlechts, wegen der Religion oder Weltanschauung, wegen einer Behinderung, wegen des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Das Vorhaben wird für Zeitraum vom 15. Oktober 2018 bis zum 30. Juni 2022 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes mit insgesamt 640.000 Euro gefördert.

Aktuelle Studienergebnisse für Sachsen-Anhalt belegen: Insbesondere Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderung sowie Ältere sind von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung betroffen. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass sie ungeachtet ihrer Qualifikation nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Auch Frauen wird häufig im Zusammenhang mit einer Schwanger- bzw. Elternschaft der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt. Diese Personengruppen konnten von der zuletzt verbesserten Arbeitsmarktlage nur unterdurchschnittlich profitieren. 

Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt ist im Internet zu finden unter: www.antidiskriminierungsstelle-sachsen-anhalt.de