Fast die Hälfte der Betriebe klagt über Fachkräftemangel

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Konjunkturumfrage, viertes Quartal 2019

Halle. HWK. Für das Handwerk im südlichen Sachsen-Anhalt zieht der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf, eine positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage für das vierte Quartal 2019 im Handwerk. „Die Wirtschaftslage im Handwerk ist weiter von Stabilität auf hohem Niveau geprägt“, sagt Thomas Keindorf  bei der heutigen Vorstellung der Konjunkturzahlen. „Die sehr gute Konjunktur in den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken hält unvermindert an. In den anderen Handwerken ist Situation nicht so herausragend gut, aber im deutlich positiven Bereich.“ 

Der Geschäftsklimaindex erreichte im 4. Quartal 2019 einen Wert von plus 54 und lag damit nur etwas niedriger als im Vorquartal (plus 53) und acht Indexpunkte höher als vor einem Jahr (plus 46). 28 Prozent der Betriebe (Vorquartal: 35 Prozent) erwarten in den nächsten Monaten eine noch bessere, 14 Prozent (Vorquartal: 7 Prozent) eine schlechtere Geschäftsentwicklung. Das sind für ein erstes Quartal sehr optimistische Werte. Die Auftragsreichweiten stiegen auf durchschnittlich 10,9 Wochen. Das sind fast drei Wochen mehr als vor einem Jahr (8 Wochen). Die Betriebsauslastung erreichte mit 88 Prozent einen sehr hohen Wert, der damit 4 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegt. 

Am Jahresende zählte die Handwerkskammer 13.532 Mitgliedsbetriebe, 88 weniger als drei Monate zuvor. Im gesamten Vorjahr sank die Zahl der Mitgliedsbetriebe um insgesamt 189. Die Zahl der Beschäftigten sank um 1.500 auf 70.000. Sie liegt damit unter dem Vorjahreswert (71.500). 

Hindernisse für Handwerksbetriebe 
Gegenwärtig nennen 56 Prozent hohe Steuern, 53 Prozent der Betriebe hohe Sozialabgaben und 44 Prozent fehlendes Fachpersonal als starkes oder sehr starkes Hindernis. Das sind sehr ähnliche Werte wie Ende 2018. Zu Beginn der Erhebungen, im Jahr 1995, lagen die Werte bei 67 Prozent (Steuern und Sozialabgaben) bzw. 11 Prozent (Fachpersonal).