Handwerk: Staatliche Vorschriften prägen das Wirtschaftsleben

Handwerkskammer HWK

Halle. HWK. Im 1. Quartal 2021 wirkten sich die Eindämmungsmaßnahmen negativ auf die Lage in vielen Bereichen des Handwerks aus. „Zwar ist der Schock überwunden, die Unsicherheit aber bleibt. Die Geschäftslage ist entsprechend verhalten“, erläutert Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. „Die Gesamtheit der Belastungen aus staatlichen Eindämmungsmaßnahmen wächst stetig. Etliche Selbständige wissen nicht, wie weiter, und denken vor diesem Hintergrund darüber nach, endgültig hinzuwerfen.“

Zu den Konjunkturzahlen:

Seit Anfang November 2020 ist das öffentliche Leben im Kammerbezirk mehr oder weniger stark eingeschränkt. Zusammen mit der saisonal üblichen Konjunkturabkühlung führte dies zu einem Rückgang des Indexes der konjunkturellen Lage von plus 32 auf plus 28. Der Index der Erwartungen stieg von plus 3 auf plus 27 an.

Die Auftragsreichweiten sind gegenüber dem Vorquartal deutlich um knapp 2 auf jetzt 7,9 Wochen gestiegen. Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe blieb unverändert bei 78 Prozent.

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe stieg im 1. Quartal um 41 auf 13.383. Das sind 169 Betriebe weniger als vor einem Jahr. Sowohl die Zahl der Neueintragungen als auch der Löschungen s ind gegenüber der Vor-Corona-Zeit rückläufig.

Die Zahl der Beschäftigten ist im 1. Quartal stark um 3.500 auf 63.500 gesunken. Die Umsätze sind sogar um 26 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen.

Die konjunkturelle Lage war im Handwerk zweigeteilt: In den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken, teilweise auch den Handwerken für gewerblichen Bedarf, hält sich der negative Einfluss der Coronalage in Grenzen, rückläufige Entwicklungen sind z. T. saisonal bedingt. In den Kfz-Handwerken und insbesondere in den Handwerken für privaten Bedarf führen die Coronamaßnahmen zu einer schlechten konjunkturellen Stimmung. Nur die baunahen Handwerke rechnen mit einem Frühjahrsaufschwung in den nächsten Monaten.