Neujahrsempfang der AOK Sachsen-Anhalt – Mit Digitalisierung Folgen der Demografie abmildern

Halle. AOK/LSA. Auf ihrem 30. Neujahrsempfang in Halle (Saale) zog die AOK Sachsen-Anhalt eine positive Bilanz der letzten Jahre. Mit einer guten Versichertenentwicklung und einer positiven finanziellen Lage sei man für die Zukunft gut gerüstet. Allerdings stehen die Akteure im Gesundheitswesen und Politik durch Demografie und Digitalisierung vor großen Herausforderungen.

AOK-Vorstand Ralf Dralle; Prof. Daniel Sedding, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III, die Vorsitzende des AOK-Verwaltungsrats Traudel Gemmer und Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff auf dem AOK-Neujahrsempfang in Halle. Foto: Viktoria Kühne / AOK Sachsen-Anhalt.
AOK-Vorstand Ralf Dralle; Prof. Daniel Sedding, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III, die Vorsitzende des AOK-Verwaltungsrats Traudel Gemmer und Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff auf dem AOK-Neujahrsempfang in Halle. Foto: Viktoria Kühne / AOK Sachsen-Anhalt.

Rund 300 Experten aus Gesundheitswesen, Politik und Wissenschaft diskutierten am Samstag beim 30. AOK Neujahrsempfang die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen.
„Vor allem die Themen Demografie und Digitalisierung gehören zu den großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Traudel Gemmer, Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK Sachsen-Anhalt und Vertreterin der Arbeitgeberseite. Insbesondere in der Pflegebranche mache sich dies mit zunehmenden Zahlen Pflegebedürftiger und dem wachsenden Mangel an Fachkräften bemerkbar. Im Jahr 2017 zählte das Statistische Landesamt rund 111.000 Pflegebedürftige in Sachsen-Anhalt.

Es sei jetzt die Aufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen, die Folgen der Demografie abzumildern. „Die Folgen lassen sich zwar nicht rückgängig machen, aber wir als AOK können einen wichtigen Beitrag leisten, um uns darauf vorzubereiten“, so Gemmer. Dabei müsse man die Chancen der Digitalisierung nutzen.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff wies auf die Chancen der Telemedizin zur Milderung des Hausärztemangels hin. „Die Telematik darf aber nicht die Niederlassung von Ärzten in ländlichen Gebieten gefährden, sondern muss als unterstützendes Angebot verstanden werden, das einen Beitrag zum Aufbau zeitgemäßer Versorgungsstrukturen leistet. Zudem trägt die Telemedizin dazu bei, ambulante und stationäre Versorgung miteinander zu verzahnen.“

Pflege und Digitalisierung Hand in Hand

Wie das gelingen kann, zeige beispielsweise das AOK-Pilot-Projekt „Careconsil plus“. Damit zeigt die AOK Sachsen-Anhalt neue Wege auf, wie Pflege und medizinische Versorgung dank digitaler Hilfsmittel besser vernetzt werden können.

In dem Projekt kommunizieren der Hausarzt, das Pflegepersonal und behandlungsbedürftige Bewohner eines Seniorenzentrums in Halberstadt wöchentlich via Videosprechstunde miteinander. So werden den Patienten häufige Arztbesuche erspart. Bei seinen regelmäßigen Visiten hat der Hausarzt nicht nur seine medizinischen Instrumente dabei, sondern auch ein Tablet und sein Smartphone. Das erlaubt dem Hausarzt zügige Absprachen mit dem Facharzt. Nur in medizinisch notwendigen Fällen wird der Patient ins Krankenhaus eingewiesen – das bedeutet nicht nur mehr Lebensqualität für die Patienten, sondern auch eine effiziente medizinische Versorgung. „Vor allem im ländlichen Raum, wo wir heute schon einen gravierenden Mangel an Ärzten haben, wird dies zunehmend an Bedeutung gewinnen“, sagte Gemmer.

Aus Sicht der AOK sollen solche Projekte Schule machen und Angebote dieser Art zur Regelversorgung gehören. Das müsse allerdings sektorenübergreifend geschehen – hier handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit vielen Beteiligten.

AOK bleibt auf Wachstumskurs

Traudel Gemmer gab auf dem Neujahrsempfang auch einen Überblick über die Entwicklung der AOK Sachsen-Anhalt.

Die Zahl der Versicherten ist bis Ende 2019 auf 790.000, gestiegen, die der betreuten Arbeitgeber liegt bei 50.000. Zum Jahreswechsel wurde der Zusatzbeitrag von 0,3 auf 0,0 Prozent gesenkt. Mit einem Marktanteil von 39 Prozent AOK Sachsen-Anhalt ist sie die größte Krankenkasse in Sachsen-Anhalt.