Online-Doc bietet Tipps für Azubis in Halle

Fotoquelle: NGG.

„Corona ist kein Vorwand für Missstände in der Ausbildung“ 

Leipzig/Halle/Dessau. NGG. Was ist mit Blick auf die Pandemie bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zu beachten? Darf mich der Chef in Kurzarbeit schicken? Was passiert mit der Übernahme nach Abschlussprüfung? Die Corona-Krise stellt Azubis in Halle (Saale) vor viele Fragen. Antworten darauf können Berufsstarter unter www.dr-azubi.de bekommen – und zwar kostenlos. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres hingewiesen. „Auch in Betrieben, die unter den Folgen von Corona leiden, sollten sich Nachwuchskräfte nicht um ihre Rechte bringen lassen“, betont Jörg Most von der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau.

Die Online-Sprechstunde bietet dabei nicht nur Rat in puncto Pandemie. „Auch wer wissen will, welchen Urlaubsanspruch es gibt oder welche Arbeiten in der Ausbildung erlaubt sind, bekommt im Netz kompetente Hilfe“, so Most. Gerade im Gastgewerbe und im Lebensmittelhandwerk berichteten Azubis überdurchschnittlich oft von Problemen. Viele Arbeitgeber nähmen es in diesen Branchen mit den Vorschriften nicht so genau – und ließen Nachwuchskräfte etwa unbezahlte Überstunden machen, so die NGG.

Die Gewerkschaft verweist zugleich auf die Pandemie-Folgen für den Ausbildungsmarkt. Nach Angaben der Arbeitsagentur sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Ausbildungsplatz in Sachsen-Anhalt um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Stand: Juni 2021). Die stark getroffene Hotellerie verzeichnete sogar einen Rückgang von 37,2 Prozent. Most: „Die Betriebe sind gut beraten, angesichts des Fachkräftemangels gezielt nach Nachwuchs zu suchen. Dabei muss die Ausbildung attraktiver werden. Viele Missstände wie fachfremde Tätigkeiten oder fehlende Ausbilder gibt es schon seit Jahren.“ Berufsanfängern rät Most, bei Problemen den Rat des Betriebsrats oder der Gewerkschaft zu suchen.

„Dr. Azubi“ ist die Online-Sprechstunde der DGB-Jugend. Der Service ist rund um die Uhr erreichbar. Die Antworten kommen je nach Branche von Experten der zuständigen Gewerkschaft – in der Regel spätestens nach einem Tag.