Soforthilfe für DLRG Saale-Elster-Aue e.V. aus Teutschenthal

Merseburg. LKSaalekreis. „Wir konnten es gar nicht fassen“, zeigte sich der Vorsitzende der DLRG Ortsgruppe Saale-Elster-Aue e.V. in Holleben Karl Karasz sichtlich überrascht über die Soforthilfe des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Der Verein hatte sich mit der ehrenamtlichen Initiative „DLRG-Corona-Team“ für die Sondermaßnahme „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern“ beworben und erhält nun in den nächsten Tagen einen Fördermittelbescheid in Höhe von 7.993,40 Euro.

Als zu Beginn der Corona-Pandemie Erste-Hilfe-Kurse nicht mehr durch die DLRG – Ortsgruppe angeboten werden konnten und Veranstaltungen ausfielen, bei denen sie gewöhnlich für die Sanitätsabsicherung verantwortlich sind, suchte der Verein nach einer neuen Aufgabe. „Wir haben hier mehrere Pflegeheime und viele Senioren, die alleine nicht mehr ihren Einkauf erledigen können oder vielleicht unter den gegebenen Umständen nicht mehr rausgehen wollen. Hier wollten wir gern unterstützen“, erklärt Karasz die Idee für die Gründung der Initiative.

Mit den Fördergeldern soll nun ein Fahrzeug so hergerichtet werden, dass Einkäufe sicher und entsprechend der Hygienevorgaben transportiert werden können. „Jeder bekommt seine eigene Einkaufskiste“, so Karasz. Auch Thermokisten zur Kühlung oder für warme Speisen sollen zum Einsatz kommen. Des Weiteren hat das „DLRG-Corona-Team“ erste Gespräche mit der Gemeinde Teutschenthal über eine Corona – Teststation geführt. Hierfür werden ein Zelt, Heizgeräte, Beschilderung sowie die Ausstattung der Mitarbeiter vor Ort wie Handschuhe oder Masken benötigt. Weil zudem Erste-Hilfe-Kurse unter den aktuellen Bedingungen nur bedingt und wegen der hygienischen Anforderungen mit hohem Aufwand durchgeführt werden können, plant die Initiative zudem ein Online-Angebot. „Zusätzlich wollen wir in den Online-Schulungen darauf eingehen, wie man sich in einer Notfallsituation mit Blick auf COVID-19 richtig verhält“.

Die 30 Mitglieder der DLRG – Ortsgruppe warten nun gespannt auf den Fördermittelbescheid, um ihre Pläne umzusetzen. „Unser Verein hat Mitglieder im Alter von 14 – 67 Jahren. Wir sind Kinder, Eltern, Opas oder Nachbarn und möchten mit unserer Initiative einen Beitrag für das Miteinander in unserer Gemeinde in diesen Zeiten leisten.“

Landrat Hartmut Handschak (parteilos) ist stolz auf die Eigeninitiative der Ortsgruppe: „Es freut mich, wenn ich sehe, wie Vereine und ehrenamtliche Mitarbeiter sich in ihren Heimatorten engagieren und eigene Ideen entwickeln. Dass eine solche Idee durch das Programm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nun gewürdigt und unterstützt wird, ist die verdiente Belohnung“.

Hintergrund
Bis zum 12. Juli 2020 konnten sich insbesondere ehrenamtliche Initiativen in ländlichen Regionen bewerben, die z.B. in der nachbarschaftlichen Lebensmittelversorgung engagiert sind. Die Initiativen müssen überwiegend in Städten und Gemeinden mit maximal 50.000 Einwohnern aktiv sein. Der mögliche Förderbetrag liegt zwischen mindestens 2.000 und maximal 8.000 Euro.

https://www.bmel.de/DE/themen/laendliche-regionen/ehrenamt/bule-sondermassnahme-corona.html