Studie der Uni-Medizin: Patienteninformation mittels Tablet oder Roboter

In einer Studie der Universitätsmedizin Halle wurde untersucht, wie hoch die Akzeptanz der Informationsvermittlung im Vorfeld einer MRT-Untersuchung mittels Roboter "Pepper" oder einem Tablet ist. (Bildquelle: Universitätsmedizin Halle/Michael Wolf)

Halle. MLU. Erstmals ist in einer Studie untersucht worden, wie hoch die Akzeptanz einer Informationsvermittlung mittels Tablet oder humanoidem Roboter bei Patientinnen und Patienten ist. Die Studie wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Halle (Saale) im klinisch-radiologischen Kontext im Vorfeld einer MRT-Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift RöFo – Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren veröffentlicht (DOI: 10.1055/a-1382-8482).

Es zeigte sich, dass sowohl Informationen auf einem Tablet als auch erzählt von einem Roboter durchaus auf Akzeptanz stoßen. Das steht im Gegensatz zu anderen Studien zur generellen Haltung gegenüber solchen Hilfsmitteln im Gesundheitswesen, die offenbarten, dass eine Mehrheit diesen skeptisch gegenübersteht. „Wir erklären uns den Unterschied damit, dass der Einsatz von Tablet und dem Roboter ‚Pepper‘ in unserer Studie in einem konkreten praktischen Anwendungsfall erfolgte, nämlich als Informationsquelle im Vorfeld einer MRT-Untersuchung“, sagt Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie der Universitätsmedizin Halle, an der die Studie durchgeführt wurde. Bisher seien humanoide Roboter hauptsächlich im Rahmen von Begrüßungen, spielerischer Anregung oder als Therapiebegleiter bei Kindern erforscht worden.

Von 135 angesprochenen Patientinnen und Patienten im Vorfeld einer elektiven Untersuchung hatten 117 Menschen an der Anwendungsstudie der Universitätsmedizin Halle teilgenommen. Nach ihrer Einwilligung waren sie per Zufallsprinzip entweder der Tabletgruppe oder der Robotergruppe zugeordnet worden. Sowohl das Tablet als auch der humanoide Roboter „Pepper“ wurden dafür eingesetzt zu erklären, wie eine solche Untersuchung abläuft und was in ihrem Zusammenhang beachtet werden muss. Untersucht wurden die Akzeptanz des Roboters als Informationsgeber, die Unterschiede in der Benutzerfreundlichkeit des Roboters im Vergleich zum Tablet sowie der Wissenstransfer, das heißt, ob die Informationen, die beide Gruppen bekommen hatten, auch korrekt verstanden worden waren.