Chronologie: Corona-Virus in Halle (Saale) – 01. bis 15. April 2020

15. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger informieren ab 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale).

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur Gesundheit in der Stadt
Anzahl der Geheilten: 131 (+17)
Zahl der Infektionsfälle: 267 (+4)
Anzahl der schwer Erkrankten mit stationärer Einweisung: 36 (-4), davon Hallenser: 11 (+1)
Anzahl der notwendigen Intensivbehandlungen: 17 (+3)
Wir beklagen 9 Tote:
– Mit dem Virus gestorben: 7
– An dem Virus gestorben: 2
Anzahl der gestern durchgeführten Abstriche: 271 (+138)

Infizierte pro 100.000:
Deutschland: 154
Land Sachsen-Anhalt: 55
Halle: 109

Die Infektionszahlen entwickeln sich also weiter sehr erfreulich. Als Konsequenz daraus ist vor allem in den Krankenhäusern der Stadt inzwischen eine spürbare Entspannung der Situation zu verzeichnen. Auch für die Kliniken gilt deshalb, dass sie nun Schritt für Schritt in den Normalbetrieb zurückkehren können.

Um die Infektions- und Erkrankungswelle weiter so kontrolliert wie möglich zu halten, legen wir weiter Wert auf ein intensives Testen. In diesem Zug ist gestern das systematische Testen in den Alten- und Pflegeheimen angelaufen, die wir unverändert als Hochrisiko-Bereiche einstufen. Dadurch erklärt sich auch die hohe Zahl mit insgesamt 271 Abstrichen. Die ersten Ergebnisse erwarten wir morgen.

Die Kinderärzte aus dem halleschen Süden haben inzwischen in einer Gemeinschaftsinitiative die erste Spezialsprechstunde für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren gestartet. Diese ist eingerichtet im Gesundheitszentrum Silberhöhe. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 10 Uhr.

Im Süden in der Stadt ist unverändert verfügbar die Schwerpunktambulanz bei Dr. Hagenberg im Florentiner Bogen 15 als Anlaufstelle.

Für Corona-positiv getestete Schwangere gibt es weiterhin das Betreuungsangebot von Dr. Sylvia Matthei und Christine Hieke. Sie stehen nach telefonischer Anmeldung in Räumlichkeiten des Diakoniewerks in der Lafontainestraße 17 zur Verfügung.
 
Zu Sicherheit und Ordnung:
Die Regeln aus der Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt bleiben weiterhin gültig und sind bis zum Ablauf des 19.04.2020 zu beachten.

Wie Sie wissen, beraten heute Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten über mögliche Lockerungsmaßnahmen nach dem 19. April.
Der Pandemiestab der Stadt Halle hat dem Ministerpräsidenten folgende Empfehlungen für die Stadt Halle, übersandt. Diese wären aus unserer Sicht für die nächsten 20 Tage anwendbar:

1. Verboten bleiben Veranstaltungen und Versammlungen jeder Art.

2. Alle anderen Beschränkungen werden aufgehoben. Einzuhalten sind weiterhin:
– der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Hygiene-Regeln.
– Das Tragen von mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz verpflichtend in Bahnen und Bussen, Einkaufsstraßen, auf Wochenmärkten. Dringend empfohlen dort, wo die Gefahr besteht, dass der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.
– Das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen und Unternehmen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit. Falls erforderlich, ist ein Arzt aufzusuchen.
– Rückkehrer aus dem Ausland haben sich unverzüglich beim Gesundheitsamt zu melden und gehen in eine 14-tägige Quarantäne.

Welche Maßnahmen aus der genannten Konferenz auf Bundesebene am Ende bei uns in der Stadt zur Anwendung kommen, werden wir dann morgen Vormittag beraten und bewerten können.
Klar ist jedoch schon heute: Noch über Monate hinweg wird uns die Krankheit fordern. Der richtige und angemessene Weg zwischen Einschränkungen und Lockerungen ist zu finden. So lange, bis ein Impfstoff und Medikamente zur Verfügung stehen.

Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 677 Kontrollen durchgeführt und dabei insgesamt 13 Anzeigen gestellt: 12 aufgrund von Personen-Ansammlungen, ein Verstoß gegen die Abstand-Regelungen in einem Supermarkt in der Nietlebener Straße. Bei den 25 Quarantäne-Kontrollen wurden keine Verstöße registriert.

Zum Thema Mundschutz-Pflicht:
Bei einem Besuch des Wochenmarktes auf dem Marktplatz habe ich mir heute Morgen ein Bild gemacht, wie das Thema Mundschutzpflicht umgesetzt wird.

Mein Dank geht an alle Händler und Wochenmarktbesucher, die sich allesamt vorbildlich verhalten haben. Die Stadt hat noch einmal auf die Händler eingewirkt, die Umsetzung der Mundschutzpflicht an ihren Ständen sicherzustellen. Um hierbei zu unterstützen, haben wir heute Morgen alle Händler mit insgesamt 200 Masken ausgestattet, die diese an ihre Kunden bei Bedarf ausgeben.

Ungeachtet dessen möchte ich aber auch noch einmal auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger hinweisen. Bei Stichproben in Apotheken heute haben wir eine deutliche Entspannung der Versorgungslage mit Mundschutzen festgestellt:  Wir haben 33 Apotheken angefragt, davon hatten heute Vormittag 20 Apotheken Masken im Bestand. Die Apotheken, welche derzeit keine Masken führen, wiesen auf Bestellungen hin, die sie im Laufe der Woche erwarten.

Es ist ausreichend Schutzausrüstung vorhanden, auch in unterschiedlichen Preissegmenten. Wir bitten deshalb dringend, sich auch proaktiv um die Ausstattung mit Schutzmaterial zu kümmern. Denn grundsätzlich bleibt unsere dringende Empfehlung bestehen, bitte an allen Orten mit erhöhtem Publikumsverkehr einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Die Abstandsregel von 1,5 Metern ist unverändert zwingend einzuhalten.

Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt setzen wir unsere Initiative fort, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen. Alle Quartierbüros wurden heute mit neuen Schutzmasken ausgestattet und die Quartiermanager verteilen diese bis Freitag täglich von 16 bis 17 Uhr kostenfrei an Personen, die diese nicht selbst herstellen können.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
bis zum 19. April bleiben die Ausgangsbeschränkungen aus der Eindämmungsverordnung des Landes bestehen. Damit verbunden ist auch die eingeschränkte Erreichbarkeit der städtischen Verwaltungsstandorte. Auch hier werden wir uns an dem Gesprächsergebnis von Bund und Ländern orientieren.

Bis dahin gilt weiter: Verlassen Sie das Haus nur aus triftigem Grund.

Um die Zeit zu Hause zu verkürzen, bietet die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle ab morgen einen digitalen Spielplan an. Zuschauerinnen und Zuschauer können wöchentlich eine Inszenierung im Video-Stream erleben. Das Angebot ist über die Internetseite des Opernhauses abrufbar.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: gute Besserung!

14. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben ab 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur Gesundheit in der Stadt
Anzahl der Infizierten: 263 (+3)
Anzahl der Geheilten: 114 (+13)
Anzahl der Erkrankten in Krankenhäusern in Halle: 40 (-2), davon Hallenser: 10 (+/-0)
Anzahl der notwendigen Intensivbehandlungen: 14 (+3)
Wir trauern um neun Tote:
·    mit dem Virus gestorben: 9
·    an dem Virus gestorben: 2
Anzahl der gestern durchgeführten Abstriche: 133

Wir führen weiter viele Tests durch, um die Gefährlichkeit des COVID-19-Virus zu ergründen, aber auch neue aufgetretene Infektionsfälle so schnell wie möglich zu isolieren. Das geschieht in den nächsten Tagen in den Alten- und Pflegeheimen, die wir als Hochrisiko-Bereiche einstufen. Alle Mitarbeiter in den 56 Einrichtungen in der Stadt zu testen. Dazu gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege genauso wie in der Verwaltung und der Versorgung. Dadurch wollen wir die Verbreitung des Virus weiter konsequent eindämmen.

Zur Sicherheit in der Stadt
Der Pandemiestab der Stadt Halle hat gestern ausführlich die Situation in der Stadt bewertet. Meine vollständige Stellungnahme am gestrigen Tag können Sie in Text-Form und als Video-Clip auf der Internetseite der Stadt Halle abrufen.

Die Regeln aus den Verordnungen des Landes Sachsen-Anhalt bleiben weiterhin selbstverständlich gültig und sind bis zum Ablauf des 19.04.2020 zu beachten.

Die Stadt Halle hat aufgrund der frühzeitigen Einleitung von Vorsorge-Maßnahmen drei bis sechs Tage Vorsprung. Deshalb können wir Lockerungen der Maßnahmen in allen Bereichen verantworten, gleichzeitig wollen wir weiter den Infektionsketten- und Immunitätsstatus durch Testreihen verbessern. Unsere Empfehlungen, die wir dem Ministerpräsidenten übersandt haben, gehen speziell auf die regionalen Besonderheiten in der Stadt Halle ein im Vergleich zu anderen Landkreisen und Städten in Sachsen-Anhalt und sind befristet für die nächsten 20 Tage. Sie lauten wie folgt:

1. Verboten bleiben Veranstaltungen und Versammlungen jeder Art.
2. Alle anderen Beschränkungen werden aufgehoben. Einzuhalten sind jedoch zwingend:

    • der Mindestabstand von 1,5 Metern und die strengste Hygiene-Regeln.
    • das Tragen von mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz verpflichtend in Bahnen und Bussen, Einkaufsstraßen und Märkten. Dringend empfohlen wird der Mund-Nasen-Schutz an Orten, wo die Gefahr besteht, dass der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.
    • Das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen, Unternehmen und Gewerbebetrieben vor Aufnahme ihrer Tätigkeit. Falls erforderlich, ist ein Arzt aufzusuchen.
    • Rückkehrer aus dem Ausland haben sich unverzüglich beim Gesundheitsamt zu melden und gehen in eine 14-tägige Quarantäne.

Noch über Monate hinweg wird uns die Krankheit fordern. Der richtige und angemessene Weg zwischen Einschränkungen und Lockerungen ist zu finden. Bis ein Impfstoff und Medikamente vorliegen.

Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 204 Kontrollen durchgeführt und dabei insgesamt neun Anzeigen gestellt.

Zur Schutzausrüstung
Der Lagerbestand reicht aktuell für neun Tage aus, bedingt dadurch, dass über die Feiertage keine Lieferungen zugestellt wurden. Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt setzen wir unsere Initiative fort, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen. Alle Quartierbüros wurden heute mit neuen Schutzmasken ausgestattet und verteilen diese bis Freitag täglich von 16 bis 17 Uhr kostenfrei an Personen, die diese nicht selbst herstellen können.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
bis zum 19. April bleiben die Ausgangsbeschränkungen aus der Eindämmungsverordnung des Landes weiterhin bestehen. Das gilt auch für die Verpflichtung, den nötigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten. Es gilt weiter: Das Verlassen des Hauses ist nur aus triftigem Grund erlaubt, etwa zum Einkaufen oder für Arztbesuche, nicht aber, um im Freien zu feiern, zu grillen oder zu picknicken. Für Menschen, die aus dem Ausland einreisen, gilt weiter automatisch eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch alle Bürgerinnen und Bürger noch einmal dringend empfehlen, an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, unbedingt eine Schutzmaske zu tragen. Das gilt beim Einkaufen, das gilt in Bussen und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs, das gilt auch beim Besuch von Wochenmärkten, etwa auf dem Marktplatz.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: gute Besserung!

13. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand hat am Ostermontag im Rahmen einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert und den Katastrophenfall für die Stadt aufgehoben.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 260 (+2). Geheilte Einwohner: 101 (+8).
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 42 (-5), davon 10 Hallenser (+/-0).
Bei der Verdopplungs-Statistik mit Blick auf die Infektionszahlen liegen wir bei 15,5 Tagen.
In den geöffneten Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden am gestrigen Sonntag 107 Abstriche durchgeführt.

Zu Sicherheit und Ordnung:
Insgesamt gab es 391 Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei. Dabei wurden nur zwölf Verstöße festgestellt.

Die Bilanz zur Pandemie:
Vor genau einem Monat, am 13. März 2020, hat die Stadt Halle Schulen, Kindertagesstätten und Horte geschlossen. Öffentliche und private Veranstaltungen wurden untersagt.

Am 17. März 2020 folgte die Schließung von Gaststätten. An diesem Tag habe ich außerdem den Katastrophenfall festgestellt. Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor die Corona-Risiko-Einschätzung auf „hoch“ gesetzt und von einer „dynamischen Lage“ gesprochen. Die Zahl der Infektionsfälle stieg in der Stadt um acht auf 27. Die Labore kamen mit den Auswertungen der Tests nicht nach. Eine Station des Krankenhauses Martha-Maria in Halle-Dölau wurde unter Quarantäne gestellt, die Folgen waren ungewiss.

Virologen prognostizierten zu diesem Zeitpunkt zudem erhebliche Steigerungsraten, die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern war eingeschränkt, es gab einen Mangel an Blutkonserven. Auch fehlte ein Bestand an Schutzausrüstung für mehrere Wochen. Damals hatte ich von einem Versuch gesprochen, mit einem zielgerichteten und konsequenten Einsatz aller personellen Kräfte die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Dem vorausgegangen waren schon am 4. März 2020 eindringliche Bitten der Krankenhäuser, die Stadt möge die bevorstehende Pandemie intensiv begleiten.

In der Stadt Halle wurde und wird im Vergleich zu anderen Gegenden sehr viel getestet, in Fieberzentren, Ambulanzen, Praxen, auch mobile Angebote stehen bereit.

Stand 12. April 2020, 19.40 Uhr, beträgt die Zahl der Infizierten pro 100000 Einwohner: in Deutschland 149, in Sachsen-Anhalt 54 und in Halle (Saale) 107. Gleichwohl: Die festgestellte Zahl der infizierten und geheilten Einwohnerinnen und Einwohner ist nicht aussagekräftig. Wie wir wissen, gestalten sich viele Krankheitsverläufe wie eine normale Grippe, viele Einwohnerinnen und Einwohner haben sich folglich auch nicht testen lassen. Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Auch deshalb hat sich in den vergangenen Tagen ein Ärzteteam unter der Leitung von Dr. Hanni Bartels zusammengeschlossen, um dazu Näheres zu erforschen.

Was bleibt an klaren Aussagen, um die Lage zu beurteilen? Zum einen ist es die aktuelle Belegung in den Krankenhäusern, zum anderen die Zahl der zu beklagenden Toten, zum, Dritten die Versorgung mit Schutzausrüstung.  Hinzu kommt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 10. April 2020 (1 BvQ 28/20) zum Verbot von Gottesdiensten:

„[…] Der überaus schwere Eingriff in die Glaubensfreiheit zum Schutz von Gesundheit und Leben ist auch deshalb derzeit vertretbar, weil die Verordnung […] bis zum 19. April 2020 befristet ist. […] Hierbei ist […] eine strenge Prüfung der Verhältnismäßigkeit vorzunehmen und zu untersuchen, ob es angesichts neuer Erkenntnisse etwa zu den Verbreitungswegen des Virus oder zur Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems verantwortet werden kann, das Verbot von Gottesdiensten unter – gegebenenfalls strengen – Auflagen und möglicherweise auch regional begrenzt zu lockern.“

Diese Aussagen, heruntergebrochen auf die Stadt Halle (Saale), bedeuten Folgendes:

Zu der aktuellen Belegung in den Krankenhäusern und Arztpraxen: Am gestrigen Tag, am 12. April 2020, wurden zehn Hallenserinnen und Hallenser in halleschen Krankenhäusern behandelt. Zum Vergleich: Am 18. März 2020 wurde der erste Patient in ein Krankenhaus aufgenommen. Die Situation in den Krankenhäusern wird von den Ärzten als stabil bezeichnet. Es gibt genügend Kapazitäten, auch die Arzt-Praxen sind funktionsfähig. Gleiches gilt für die Alten- und Pflegeheime und mobilen Altenpflegedienste. Es besteht aktuell nicht die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems.

Wir beklagen insgesamt neun Covid-19-Tote, von ihnen waren sechs Bewohnerinnen und Bewohner des Alten- und Pflegeheimes „Johannes-Jänicke-Haus“. Ein Toter war 55 Jahre alt, ein weiterer über 70 Jahre alt; zwei Tote waren über 80 Jahre alt, ein weiterer über 85 Jahre; vier Tote waren älter als 90 Jahre. Insgesamt fünf von ihnen hatten schwere Vorerkrankungen. Ob auch die anderen gestorbenen Patienten Vorerkrankungen hatten, ist derzeit nicht bekannt, aber auf Grund des hohen Alters anzunehmen.

Zur Schutzausrüstung: Die Versorgung mit Schutzausrüstung reicht für zwölf Tage. Weitere Bestellungen sind ausgelöst, bundesweit beginnen Unternehmen mit der Produktion von Schutzausrüstung.

Zur Verbreitung des Virus: Alle Länder sind mittlerweile vom Virus betroffen, einige Nachbarländer sogar schwer. In anderen wiederum beginnt die Ausbreitung des Covid-19 erst. In Deutschland flacht die Ausbreitungskurve hingegen ab. In unserer Stadt ist die Zahl der Covid-19-Erkrankten nicht exponenziell gestiegen, mittlerweile liegt die sogenannte Verdoppelungszahl bei 15,5 Tagen.

Im Ergebnis haben wir die ungebremste Ausbreitung des Covid-19-Virus bislang verhindert. Die Stadt Halle hat mit Blick auf die getroffenen Maßnahmen zudem drei bis sechs Tage Vorsprung vor den landesweiten Maßnahmen. Das heißt, wir haben früher mit der Einleitung der Maßnahmen begonnen. Vor genau einem Monat haben wir das öffentliche Leben „eingefroren“. In dieser Zeit haben wir die Inkubationszeit von maximal 14 Tagen im Grunde bereits zweimal durchlaufen. Zu Beginn des Katastrophenfalls hatte ich davon gesprochen, dass dieses plötzliche „Einfrieren“ ein Versuch ist mit offenem Ausgang. Heute können wir mit Stolz sagen, dass dieser Versuch erfolgreich war. Das ist das Verdienst aller Einwohnerinnen und Einwohner in unserer Stadt.

Aus der Sicht des Katastrophenschutzstabes ist es nun wichtig, damit zu beginnen, das öffentliche Leben wieder anlaufen zu lassen. Auch mit Blick auf die mittlerweile katastrophale Situation in der Wirtschaft darf damit keinen weiteren Tag gewartet werden.

Aus diesen Gründen ergeht folgende Entscheidung:
Eine Notlage in der Stadt Halle (Saale) liegt nicht mehr vor, die Lage in der Stadt ist stabil. Damit liegen auch die Voraussetzungen eines Katastrophenfalles nicht mehr vor, so dass ich hiermit gemäß § 16 Abs. 1 des Katastrophenschutzgesetzes das Ende des Katastrophenfalles feststelle.

Ausdrücklich möchte ich dazu betonen:

Die strengen Regeln aus den Verordnungen des Landes bleiben weiterhin selbstverständlich gültig und sind bis zum Ablauf des 19. April 2020 zu beachten. Bis zu diesem Datum ist dies auch gerechtfertigt, wie das Bundesverfassungsgericht in der oben zitierten Entscheidung bestätigt hat.

Gleichwohl ist der Zeitpunkt gekommen, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen. Ähnlich wie es auch das Bundesverfassungsgericht angesprochen hat, ist der Pandemiestab der Stadt Halle zu der festen Überzeugung gelangt, dass regionale Besonderheiten in die künftigen Entscheidungen des Bundes und des Landes einfließen müssen.

Bezogen auf die spezielle Situation in der Stadt Halle (Saale) kann der Krisenstab aus heutiger Sicht die grundsätzliche Rücknahme vieler Einschränkungen befürworten.

Die folgenden wichtigen Einschränkungen sollten weiter bestehen bleiben:
o    Grundsätzlich ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten: zwischen zwei Personen oder Tischen. Zudem gelten überall konsequent die Hygiene-Regeln.
o    Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz hat zwingend dort zu erfolgen, wo der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.
o    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen und Unternehmen sind verpflichtet, vor Aufnahme ihrer Tätigkeit einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. Und falls erforderlich, ist ein Arzt aufzusuchen.
o    Alle Personen, die aus dem Ausland nach Halle (Saale) zurückkehren, müssen unverzüglich beim Gesundheitsamt melden und sich einer 14-tätigen Quarantäne unterziehen.

Verboten bleiben: Veranstaltungen und Versammlungen jeder Art. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet. Die Maßnahmen sollten auf maximal 20 Tage befristet werden, um dann neue Entwicklungen zu berücksichtigen. Danach kommen weitere Lockerungen in Betracht, z. B. bei Veranstaltungen bis zu 500 Zuschauern – wenn die Infektionslage stabil bleibt.

Wir sind uns bewusst: Jede Lockerung der Beschränkungen wird unvermeidbar zu einem entsprechenden Anstieg neuer Fälle führen. Deshalb ist dieser Vorschlag auch ein Versuch, der ständig kontrolliert und angepasst werden muss. Das Ziel bleibt: Die Kapazitäten der Krankenhäuser in der Stadt sind so lange zu sichern, bis es wirksame Medikamente oder einen entsprechenden Impfstoff gibt.

Sollten die Kapazitäten der Krankenhäuser an ihre Grenzen geraten, muss sofort gegengesteuert werden. In einer Notlage käme auch wieder der Eintritt in den Katastrophenfall in Betracht.

Noch über Monate hinweg wird uns die Krankheit fordern. Der richtige und angemessene Weg zwischen Einschränkungen und Lockerungen ist zu finden. Bis ein Impfstoff gefunden wurde.

Wir haben uns in der Stadt Halle (Saale) überdies entschieden, weiter intensiv zu testen. Denn wenn nicht oder nur wenig getestet wird, bleibt die Situation weiter vage. In der kommenden Woche werden wir stufenweise alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter testen, die in Alten- und Pflegeheimen tätig sind – in der Pflege, in der Verwaltung und in der Versorgung.

Viele von Ihnen, liebe Hallenserinnen und Hallenser, haben sich bereits bereiterklärt, an der eingangs erwähnten Studie teilzunehmen. Für dieses Engagement danke ich sehr herzlich. Die E-Mail für interessierte Teilnehmer lautet: corona@halle.de.

Wie gesagt: Das öffentliche Leben muss Schritt für Schritt wieder anlaufen. Nach und nach muss auch der normale Betrieb in den Krankenhäusern wieder beginnen, auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Dass dieser Vorschlag sehr weitgehend im Sinne der Wirtschaft ist, ist uns bewusst. Er ist unserer Auffassung nach dennoch möglich, da die Stadt Halle frühzeitig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet und sich die Kurve der Neuinfektion deutlich abgeflacht hat.

Wir bitten den Ministerpräsidenten, unseren Beitrag bei künftigen Entscheidungen zu berücksichtigen – im Interesse unserer Stadt und unseres Landes.

12. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Ostersonntag in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 258 (+3). Geheilte Einwohner: 93 (+6)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 47 (-2), davon 10 Hallenser (+1).

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus mussten wir heute einen weiteren Todesfall verzeichnen. So ist im Krankenhaus Martha-Maria in Dölau eine 87-jährige Patientin gestorben, die seit einer Woche in der Klinik behandelt worden war. Damit beklagen wir nunmehr insgesamt neun Tote.

Bei der Verdopplungs-Statistik mit Blick auf die Infektionszahlen liegen wir unverändert bei 14,5 Tagen.

In den geöffneten Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden am gestrigen Samstag 67 Abstriche durchgeführt.
Hier noch einmal die Öffnungszeiten:
– das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet
– die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Von den städtischen Ordnungskräften und der Polizei gibt es leider keine erfreulichen Nachrichten: So wurden bei den 265 Kontrollen des Ordnungsamtes insgesamt 91 Strafanzeigen gestellt. Hinzu kommen 22 Anzeigen, die die Polizei aufgenommen hat. Die Mehrzahl resultiert aus Personen-Ansammlungen. Diese wurden im gesamten Stadtgebiet registriert (max. 5 bis 8 Personen). Auch heute werden wir wieder mit einem großen Aufgebot an Ordnungskräften die Eindämmungsverordnung des Landes umsetzen.

Zur Schutzausrüstung

Der Lagerbestand reicht aktuell für 12 Tage aus.

Zu den virtuellen Osterspaziergängen der Stadt
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat die Stadt drei virtuelle Stadtspaziergänge produziert. Sie sind eingeladen, während des Osterfestes auf unserer Internetseite verschiedene Orte unserer Stadt zu besuchen. Wir wollen so die Möglichkeit bieten, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in Halle (Saale) zu erkunden: den Bergzoo, die Bühnen Halle und das Erlebnisbad Maya mare.

Bei diesen unterhaltsamen Spaziergängen wollen wir auch bisher Unbekanntes über den jeweiligen Ort erzählen. Die Videos können am Ostersonntag seit 10 Uhr auf der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht sind diese Spaziergänge eine kleine Hilfe, sich mit der für uns alle ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
wir befinden uns nun seit mehreren Wochen in einer Ausnahmesituation. Die Pandemie verlangt uns allen viel ab. Und mit den Beschränkungen muten wir Ihnen viel zu. Die vergangenen Wochen haben aber ebenfalls gezeigt: Die Krise holt auch das Beste aus den Menschen. Wir sehen das an den vielen konkreten Hilfsangeboten, die wir erhalten. Viele von Ihnen erleben gewiss Ähnliches im persönlichen Umfeld.

An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die mit großem Einsatz dabei helfen, den Alltag für uns alle so erträglich wie möglich zu gestalten:
·    dem Pflegepersonal,
·    den Ärztinnen und Ärzten und dem medizinischen Personal,
·    den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Supermärkten,
·    den Kameraden und Kameradinnen in der Freiwilligen Feuerwehr und im Rettungsdienst
·    den Männern und Frauen von Stadtwirtschaft und Energieversorgung,
·    den Kolleginnen und Kollegen in den Straßenbahnen und Bussen,
·    den Lehrerinnen und Lehrern, die im Internet den Schulalltag organisieren,
·    den Erzieherinnen und Erziehern, die die Notbetreuung absichern,
·    aber auch den Menschen, die an ihre Nachbarn denken, die für andere einkaufen,
·    natürlich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Freiwilligen, die am Bürgertelefon 115 schon viele tausend Fragen beantwortet haben.
·    Und ich will auch den Kolleginnen und Kollegen im Katastrophenschutzstab danken, und auch Ihnen beiden, Frau Dr. Gröger, Frau Brederlow, die sie hier jeden Tag bei der Pressekonferenz dabei sind.

Die große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, die große Solidarität empfinde ich als ermutigend. Und dafür möchte ich Ihnen allen danken.

Das Osterfest fällt mit dem Frühlingserwachen zusammen. Sehen wir dies in diesem Jahr ganz besonders als Zeichen der Zuversicht – und wie wir an den Zahlen sehen: Wir haben allen Grund, zuversichtlich zu sein. Und nutzen wir es, um Anteilnahme zu zeigen: Ein Telefonat oder ein Videoanruf an Verwandte und Freunde drücken Verbundenheit und Solidarität aus. Die Digitalisierung schafft Möglichkeiten, die es vor einigen Jahren noch nicht gab.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser, ich bin sicher, wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen – mit neuen Gedanken und Sichtweisen für die Zeit nach Corona.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat – aus meiner Sicht – in diesen Tagen eine bemerkenswerte Öffentlichkeitskampagne gestartet, die das Motto dieser Tage auf den Punkt bringt: „Zusammen gegen Corona. Wir bleiben zuhause – auch Ostern. Und schützen uns und andere.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Frohe Ostern.

11. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger informieren am Samstag ab 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale).

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 255 (+10). Geheilte Einwohner: 87 (+12)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 49 (+1), davon 9 Hallenser (+1).
Erneut mussten wir einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verzeichnen. So ist im Johannes-Jänicke-Haus eine 91-jährige Bewohnerin gestorben, die an Vorerkrankungen litt. Über eine Patientenverfügung hatte sie festgelegt, nicht in einem Krankenhaus behandelt zu werden.
Damit beklagen wir nunmehr insgesamt 8 Tote; 5 von ihnen waren Bewohner des Johannes-Jänicke-Hauses.
Von den 146 Heim-Bewohnern im Johannes-Jänicke-Haus sind aktuell 18 positiv getestet; von den 39 Mitarbeitern im Dienst haben 34 negative Befunde; 5 Test-Ergebnisse stehen noch aus.
Aufgrund der Situation in den Alten- und Pflegeheimen, die wir als Hochrisiko-Bereiche einstufen, werden wir in der kommenden Woche damit beginnen, alle Mitarbeiter in den 56 Einrichtungen in der Stadt zu testen. Dazu gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege genauso wie in der Verwaltung und der Versorgung. Dadurch wollen wir die Verbreitung des Virus weiter konsequent eindämmen. Rechtsgrundlage dazu ist § 28 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz.

Weiterhin werden wir alle Personen testen, die aus dem Ausland in die Stadt Halle zurückkehren. Dieser Personenkreis ist auf Grundlage der Allgemeinverfügung der Stadt und der Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende des Landes verpflichtet, sich grundsätzlich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich unverzüglich an das Gesundheitsamt zu wenden.

Zudem werden nach Sichtkontrollen die Abstandsregeln auf dem Wochenmarkt auf dem Marktplatz nicht eingehalten. Deshalb sollen hier ab Dienstag kommender Woche Besucher und Händler während der Öffnungszeiten Mundschutz tragen. Rechtsgrundlage ist § 20 Abs. 3 des Katastrophenschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Ständige mündliche Hinweise der Ordnungskräfte haben nicht zur Einhaltung der Abstandsregeln geführt.

Trotz der genannten Neu-Infektionen hält der positive Trend bei der Verdopplungs-Statistik weiter an, wir liegen nun bei 14,5 Tagen.

Wenn sich alle an die Regeln halten, haben wir gute Chancen auf eine Lockerung der Maßnahmen nach Ostern. Dann wird – wenn der Trend weiter anhält – die Verdoppelungszahl von 16 erreicht sein.

Ich habe es in den vergangenen Tagen bereits erläutert: Das wichtigste Kriterium ist die Zahl der verfügbaren Intensiv-Betten in den Krankenhäusern. Aktuell verfügen die Krankenhäuser über ausreichend Kapazitäten. Der Stadt Halle ist es also in den vergangenen Wochen gelungen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Auch setzen Überlegungen der Krankenhäuser ein, wie weiter in den kommenden Wochen zu verfahren ist.

In den geöffneten Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden am gestrigen Feiertag 89 Abstriche durchgeführt.
Hier noch einmal die Öffnungszeiten:
– das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet
– die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 464 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 17 Anzeigen; 11 davon entfielen auf Personen-Ansammlungen. Hinzu kommen 8 Anzeigen von der Polizei. So mussten die Ordnungskräfte beispielsweise an einem Kiosk in Halle-Neustadt eine Gruppe auflösen, auf einem Spielplatz in den Franckeschen Stiftung und auf dem Marktplatz.

Zur Schutzausrüstung
Der Katastrophenschutzstab der Stadt hat erstmal einen Rückgang der Bedarfe von Einrichtungen und Praxen verzeichnet, so wurden gestern 2 Bedarfsträger registriert. Insgesamt ist die Zahl der Unterstützungsangebote für Einrichtungen auf 70 gestiegen.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
zu Beginn des Katastrophenfalls hatte ich davon gesprochen, dass das plötzliche „Einfrieren“ der Stadt ein Versuch ist mit offenem Ausgang. Wir haben rechtzeitig und konsequent gehandelt. Nun kann man davon sprechen, dass dieser Versuch erfolgreich war.

Der Sorgfalt und gegenseitigen Rücksichtnahme der Hallenserinnen und Hallenser ist es zu verdanken, dass die Krankenhäuser nicht am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten müssen.

Ich hatte bereits gestern informiert, dass wir daher sowohl über Lockerungsmaßnahmen nachdenken als auch darüber, den Katastrophenfall zu beenden, wenn wir in der Verdopplungs-Statistik bei 16 Tagen liegen.

Eine Lockerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben ist in den nächsten Tagen nur unter strengen Auflagen vorstellbar. Dabei sind regionale Besonderheiten zwingend zu beachten. Der Bund sollte einen Rahmen vorgeben, die Details werden regional unterschiedlich direkt von den Landkreisen und Kommunen festgelegt.

Grundsätzlich gilt jedoch weiterhin: Eine Infektion muss möglichst so lange zu vermieden werden, bis es wirksame Medikamente oder einen entsprechenden Impfstoff gibt.

Entscheidend wird sein, dass nachweisbar der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern und die Hygieneregeln konsequent eingehalten werden.

Das Tragen von Mundschutz sollte zwingend dort erfolgen, wo der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern möglicherweise nicht eingehalten werden kann.

Ich bitte Sie also, wie immer an dieser Stelle: Halten Sie sich an die Regeln. Denn Sie helfen uns allen dabei, die Verbreitung des Virus einzudämmen.
Allen Erkrankten wünsche ich gute Besserung, allen anderen wünsche ich: Bleiben Sie gesund!

10. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Karfreitag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 245 (+1). Geheilte Einwohner: 75 (+2)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 48 (+5), davon 8 Hallenser (-1).
In der Verdopplungs-Statistik hält der positive Trend weiter an, wir liegen nun bei 14 Tagen.

Ich hatte bereits gestern informiert, dass wir sowohl über Lockerungsmaßnahmen nachdenken als auch darüber, den Katastrophenfall zu beenden, wenn wir in der Verdopplungs-Statistik bei 16 Tagen liegen.
Die Verdopplungszeit zeigt an, wie viele Tage es rein rechnerisch dauert, bis sich die Ausgangszahl der bestätigten Corona-Infektionen auf Basis der aktuellen Zuwachsrate verdoppelt. Je größer die Zeitspanne, desto langsamer steigen die Fallzahlen.

In der Stadt wird nach wie vor umfangreich getestet, um die Analysen auf eine möglichst breite Datenbasis zu stellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 290 Abstriche durchgeführt (+129).
Wie Sie wissen, haben das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station an den Feiertagen durchgehend geöffnet: täglich von 10 bis 15 Uhr. Die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Erneut mussten wir in den vergangenen 24 Stunden drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verzeichnen. So ist im Elisabeth-Krankenhaus ein 55-Jähriger Mann mit schweren Vorerkrankungen gestorben. Einen weiteren Todesfall hat es im Johannes-Jänicke-Haus gegeben: Hier ist eine 95-Jährige gestorben, die am 6. April positiv getestet wurde. Ein 74-jähriger Mann, der aus dem Ausland zurückgekehrt ist. Insgesamt beklagen wir 7 Tote.

Dies zeigt, wie dringend neue Forschungserkenntnisse über das Corona-Virus gebraucht werden. Gestern haben sich erneut zahlreiche Bürgerinnen und Bürger als Freiwillige für eine Studie gemeldet, die von einem Ärzte-Team in Halle vorbereitet wird. Mit Stand heute haben wir damit bereits rund 400 Teilnahme-Zusagen erhalten. Ich danke allen Unterstützern sehr herzlich für dieses beeindruckende Engagement. Freiwillige, die an der Studie teilnehmen wollen, können sich weiterhin unter corona@halle.de melden.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 441 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 16 Anzeigen; allesamt wegen Personen-Ansammlungen. So mussten die Ordnungskräfte zwei Ansammlungen mit jeweils 8 Personen in Halle-Neustadt auflösen (in der Neustädter Passage und in der Traberstraße). Am Kanal musste die Polizei dagegen ein Picknick untersagen.

Zur Frage der Öffnung der Filialen der TEDi GmbH & Co. KG hat das Verwaltungsgericht Halle am 9. April 2020 in einem Eilverfahren beschlossen: Bei der Frage, ob ein bestimmter Sortimentsbereich – ich zitiere – „einen nicht unerheblichen Anteil“ an einem Gesamtsortiment darstellt, ist nicht auf Regel-Längen oder Verkaufsflächen abzustellen, sondern auf den Warenbestand im Verkaufsraum. Die Filialen dürfen also wieder öffnen.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen: Viele Aspekte der 3. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt dienen nur einem Ziel: die Verbreitung des tückischen Virus zu verhindern – und damit die Gesundheit aller zu schützen. Denn noch immer kämpfen Ärzte und medizinisches Personal in den Krankenhäusern unseres Landes jeden Tag um Menschenleben.

Zur Schutzausrüstung
Die Stadt hat gestern erneut verschiedene Lieferungen erhalten. Durch eine Spende der Haustechnikhandel Halle-Dessau KG haben wir gestern 1.000 Einweghandschuhe, 25 Einweg-Schutzoveralls und 100 Einweg-Überziehschuhen erhalten; die Halloren Schokoladenfabrik AG hat uns mit einer Spende von 1.500 Einwegkitteln unterstützt. Auch dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Halle bei beiden Unternehmen sehr herzlich bedanken.
Der Katastrophenschutzstab der Stadt konnte damit weitere 16 Bedarfsträger wie Einrichtungen und Praxen unterstützen (insgesamt sind es damit bereits 68).

Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt werden wir unsere Initiative, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen, am Dienstag fortsetzen. Gestern wurden in allen fünf Büros erneut nahezu die gesamten Bestände ausgegeben, das entspricht rund 700 Masken. Das zeigt, wie groß der Bedarf nach wie vor in der Bevölkerung ist. Alle Quartierbüros werden am kommenden Dienstag erneut mit weiteren Masken ausgestattet. Die Öffnungszeit: 16 – 17 Uhr.

Ein Zwischenbericht zur finanziellen Situation der Stadt
Geschätzt werden im Konzern Stadt Halle auf Grund der Corona-Krise zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 200 Millionen Euro prognostiziert. Diese Summe kann unmöglich von der Stadt allein aufgebracht werden.
Insoweit befinden wir uns in Übereinstimmung mit allen Städten und Landkreisen. An dieser Stelle ist es deshalb richtig, vom Bund und Land einen sogenannten „kommunalen Rettungsschirm“ zu fordern. Hier braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung.

Ich musste gestern auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zudem eine „Haushaltssperre“ verfügen, wonach die Stadt nur noch Auszahlungen tätigen darf, zu der sie rechtlich verpflichtet ist oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind.

Wie Sie wissen, ist die Stadt eine Konsolidierungs-Kommune, die gesetzlich gehalten ist, ihre Altschulden abzutragen. Auch dieses Paket gehört mit unter den kommunalen Rettungsschirm, aber auch eigene Anstrengungen. Darüber berät der Stadtrat in seiner Sitzung am 29.04.2020 im Stadthaus.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
das Corona-Virus und die damit verbundenen Einschränkungen machen es nötig, dass wir auch an den Feiertagen auf gegenseitige Besuche weitestgehend verzichten müssen. Es ist wichtig, dass wir alle uns weiter an die Beschränkungen halten. Die Entwicklung der Fallzahlen zeigt deutlich: Unsere Maßnahmen greifen. Darüber können und sollten wir uns freuen.
Ich bitte Sie daher, wie immer an dieser Stelle: Halten Sie sich an die Regeln, die helfen, die Verbreitung des Virus zu verhindern.
Allen Erkrankten wünsche ich gute Besserung, allen anderen wünsche ich: Bleiben Sie gesund!

09. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Donnerstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 244 (+6). Geheilte Einwohner: 73 (+10)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (+/-0), davon 9 Hallenser (-1).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik hält der positive Trend damit an, wir liegen nun bei 13 Tagen. Hält dieser Trend in den nächsten Tagen an, können Lockerungsmaßnahmen eingeleitet und der Katastrophenfall bei 16 Tagen beendet werden.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 161 Abstriche (-12) durchgeführt.
Das Fieberzentrum in der Poli Reil sowie die mobile Test-Station haben an den Feiertagen – also durchgehend – täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Die Ambulanz von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 hat täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Leider haben wir heute Morgen Kenntnis von einem weiteren Todesfall erhalten. In der Nacht ist ein 80-jähriger, schwer vorerkrankter Patient aus dem Johannes-Jänicke-Haus im Elisabeth-Krankenhaus gestorben. Es ist der vierte Todesfall in der Stadt im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Ich hatte an dieser Stelle in den vergangenen Tagen über eine geplante Studie berichtet, in der Ärzte der Stadt neue Forschungserkenntnisse über das noch immer unbekannte Corona-Virus gewinnen wollen. In diesem Zuge hatten wir gestern auch Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sich als Freiwillige für diese Studie zu melden. Seitdem sind bei uns 130 Unterstützungszusagen eingegangen. Das ist ein beeindruckender Rücklauf und zeigt, wie sehr Sie, liebe Hallenserinnen und Hallenser, aktiv an der Erforschung dieses Virus mitwirken wollen. Die Einverständniserklärungen werden beim Gesundheitsamt gesammelt und an die Forscher weitergereicht. Wegen der Vielzahl der Meldungen bitten wir um Verständnis, dass dies etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Ich möchte auch heute den Appell von gestern wiederholen: Freiwillige, die an der Studie teilnehmen wollen, können sich unter corona@halle.de melden.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 574 Kontrollen durchgeführt, daraus resultierten 23 Anzeigen. Diese verteilten sich wie folgt: 13 wegen Personen-Ansammlungen, 6 gegen Geschäfte, zwei gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, eine gegen eine Gaststätte und eine wegen unerlaubter Nutzung eines Spielplatzes.

Wir haben an dieser Stelle auch immer wieder über Quarantäne-Verstöße berichtet. Dazu folgende Zahl: Aus dem Zeitraum 9. März bis 6. April laufen aktuell fünf Strafverfahren in Folge von Quarantäne-Verstößen. Die Stadt Halle (Saale) hatte die entsprechenden Strafanzeige erstattet, die Verfahren werden von Polizei und Staatsanwaltschaft geführt.

Zur Schutzausrüstung:
Die Stadt hat gestern wie angekündigt eine große Lieferung durch das Land Sachsen-Anhalt erhalten. Insgesamt wurden 35000 OP-Masken, 48000 FFP2-Masken und 30000 Paar Handschuhe durch die Bundeswehr ausgeliefert. Für heute ist eine weitere kleinere Lieferung durch das Innenministerium angekündigt.

Durch die Firma DIGGITRADE GmbH aus Teutschenthal hat uns gestern zudem eine Spende von 1000 zertifizierten Masken erreicht. Ein solches Engagement aus der Wirtschaft ist beispielhaft. Dafür möchte ich mich im Namen der Stadt Halle ausdrücklich bedanken.

Die Situation rund um das Thema Schutzausrüstung hat sich also ein wenig entspannt. Der Katastrophenschutzstab der Stadt hat inzwischen 52 Institutionen unterstützt, die einen Bedarf nachweisen konnten; darunter waren 36 Pflegeheime und Praxen.

Für die Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt werden wir unsere Initiative fortsetzen, Masken durch die Quartiermanager zu verteilen. Gestern wurden in allen fünf Büros die gesamten Bestände ausgegeben. Das zeigt, wie groß der Bedarf in der Bevölkerung ist. Wir haben deshalb heute Vormittag alle Quartierbüros mit weiteren Masken ausgestattet. Öffnungszeit heute: 16 – 17 Uhr.

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise:
Die Stadt kümmert sich aktuell sehr intensiv um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Stillstandes. Der Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung unter der Leitung von Frau Dr. Sachse steht als zentraler Ansprechpartner für Unternehmen zur Verfügung.

In diesen Gesprächen werden sehr viele, teilweise auch sehr detaillierte Probleme deutlich. Das betrifft oft Sorgen mit Vermietern, die sich einer Mietaussetzung oder -stundung widersetzen. Das betrifft aber oft auch ganz konkret Probleme, die bei der Inanspruchnahme der Hilfsprogramme entstehen. Deshalb möchte ich alle Gewerbetreibenden ausdrücklich ermuntern, die Beratungsangebote der Stadt zu nutzen.

Wir unterstützen jeden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln dabei, diese schwierige Zeit zu überstehen. Der Fachbereich ist unter den folgenden Telefonnummern zu erreichen: 221 – 4777 oder 221 – 4067

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
in diesen Tagen wird an vielen Orten in Deutschland diskutiert, wie die bundesweit geltenden Ausgangsbeschränkungen ausgelegt werden sollten. Glauben Sie mir: Ich habe großes Verständnis dafür, dass es jeden einzelnen am kommenden Osterwochenende ins Freie zieht. Ich bitte Sie allerdings auch, eine Sache zu berücksichtigen: Wo viele Menschen leben, ist die Gefahr der ungehinderten Ausbreitung des Corona-Virus naturgemäß besonders groß. Das heißt: Eine Großstadt ist für die Ausbreitung des Corona-Virus immer besonders anfällig.

Wir haben deshalb in Halle sehr früh Maßnahmen ergriffen. Wir dürfen unser Ziel nicht aus den Augen verlieren: Wir müssen die Ausbreitung des Virus so steuern, dass wir den Schwächsten und Gefährdetsten Sicherheit bieten können. Ich möchte Sie heute, am Gründonnerstag, alle bitten, diesen Gedanken immer im Hinterkopf zu behalten, wenn Sie Ihre Planungen für das Osterwochenende machen.

Setzen Sie bitte die Kontakt-Minimierung auch in den kommenden Tagen um. Halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern ein, wo immer sie können. Falls das nicht möglich ist, empfehle ich dringend das Tragen einer Schutzmaske.

Bleiben Sie zu Hause. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund. Und bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

08. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 238 (+15).
Geheilte Einwohner: 63 (+4)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (-1), davon 10 Hallenser (+/-0).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik, sprich dem Zeitraum, in dem sich die Zahl der Infizierten verdoppelt, nähern wir uns damit weiter der Marke von zwölf Tagen an.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 173 Abstriche (-58) durchgeführt. Heute Morgen hat in der Südstadt in der Praxis von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 die nächste Schwerpunkt-Ambulanz ihren Dienst aufgenommen. Seit 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser testen lassen. Der Zulauf ist groß. Damit sind nun fünf solche Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt in Betrieb.

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Bergmannstrost: Einer der italienischen Patienten muss nicht mehr beatmet werden. Auch der Gesundheitszustand der anderen drei Patienten hat sich stabilisiert.

Und eine weitere gute Nachricht gibt es von den Tests in der JVA – über den die Stadt bereits am Montag informiert hat. Dort war eine Mitarbeiterin an der Pforte positiv getestet worden. Inzwischen liegen alle Ergebnisse vor – es gab keinen weiteren positiven Fall. In 12 Tagen ist hier eine Nachtestung angesetzt.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner unter anderem mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind. Sie sind gebeten worden, ihre Zustimmung zur Teilnahme an der Studie zu geben.

Zu dem Ärzte-Team gehören
– die Diplom-Medizinerin Gabriele Reichmann-Fürst als niedergelassene Ärztin;
– Prof. Dr. Katrin Hoffmann, Direktorin des Institutes für Humangenetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
– Prof. Dr. René Schwesig, Forschungslaborleiter im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Fakultät, MLU Halle-Wittenberg;
– sowie Dr. Hanni Bartels, Oberärztin im Diakoniekrankenhaus Halle.

Die Universitätsklinik begleitet die wissenschaftliche Studie, insbesondere im Hinblick auf die Validierung der Test-Parameter. An dieser externen Studie – unter der Leitung von Dr. Hanni Bartels – sollen 2.500 Einwohner teilnehmen. Personen, die grundsätzlich ihre Bereitschaft erklären wollen, an Studien zum Corona-Virus teilzunehmen, können das formlos tun per E-Mail an: corona@halle.de.

Die Stadt wird zudem bei allen genesenen Patienten die Bereitschaft abfragen, an einer Nachuntersuchung mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden teilzunehmen. Die ersten Schreiben wurden gestern bereits versandt.
Ich möchte noch einmal betonen, dass Sie mit der Teilnahme an dieser Studie die medizinische Wissenschaft dabei unterstützen, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen. Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern 714 Kontrollen durchgeführt und dabei 27 Anzeigen gestellt. Diese Anzeigen verteilten sich wie folgt: 14 wegen Personen-Ansammlungen, 8 gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, drei wegen unerlaubter Nutzung von Spielplätzen und zwei gegen Geschäfte. Das waren die besagten Geschäfte, die gestern in der PK zur Sprache gekommen waren.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat inzwischen ein Sonder-Dezernat geschaffen, um die Vielzahl von Strafanzeigen, die durch Corona-Verstöße entstanden sind, zu bearbeiten.

Zur Schutzausrüstung:
In den Medien war heute bereits von umfangreichen Lieferungen von Schutzmaterialien aus China zu lesen, die nun in ganz Deutschland verteilt werden sollen. Auch für die Stadt Halle ist eine Lieferung aus dieser Marge vorgesehen. Zeitpunkt und Umfang der Lieferung des Landes stehen noch nicht genau fest.

Ungeachtet dessen verfolgt die Stadt weiter die bisher etablierte Politik der Eigenbeschaffung. Hier haben wir gestern 900 Schutzbrillen, 20 Beatmungsbeutel und 40 Filter für Beatmungsgeräte erhalten.

Die Ausrüstung sensibler Bereiche wie Feuerwehr oder Rettungsdienst ist damit aktuell für neun Tage gesichert. Die Stadt unterstützt zudem Einrichtungen wie Pflegeheime oder medizinische Praxen bei der Ausstattung mit Schutzmaterialien, inzwischen gab es insgesamt 44 Auslieferungen an die Einrichtungen.

Gut angenommen wurde gestern auch das Angebot der Stadt, über die fünf Quartiermanager der Stadt privat hergestellte Masken in Empfang zu nehmen und diese kostenlos an Bürgerinnen und Bürger zu verteilen. Im Norden haben wir 165 Ausgaben registriert. Daher noch einmal der Aufruf an alle, die Masken selbst herstellen: Sie können diese wochentags von 16 bis 17 Uhr bei den Quartiermanagern abgeben. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Zu den Hinweisen an die HAVAG:
Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH, hat die Hinweise der vergangenen Tage zur Auslastung der Straßenbahnen mit der HAVAG prüfen lassen mit folgendem Ergebnis: Ab morgen kommen auf den Linien 1 und 2 in den Stoßzeiten größere Fahrzeuge zum Einsatz. Ab kommendem Dienstag, 14. April, wird eine Verstärkerlinie 8 E eingesetzt. Diese verkehrt zwischen 9 Uhr und 16 Uhr auf dem Streckenverlauf der Linie 8. Damit sollen die frequentierten Linien verstärkt werden.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
vor uns liegt das lange Osterwochenende. Ein Wochenende, das viele traditionell draußen mit ihren Familien oder auch in Oster-Gottesdiensten feiern. Die aktuelle Lage fordert, dass wir in diesem Jahr liebgewordene Traditionen hinterfragen müssen. Ich möchte an alle appellieren, die Kontaktminimierung auch in den kommenden Tagen umzusetzen.

Es ist im Sinne aller! Unser Verhalten an den Ostertagen wird einen großen Einfluss darauf haben, wie schnell wir in die Normalität zurückkehren können. 

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, die Möglichkeit von virtuellen Stadtspaziergängen zu schaffen. Wir produzieren derzeit 20- bis 30-minütige Videos, die Hallenserinnen und Hallenser an verschiedene Orte entführen sollen. Wir wollen so die Möglichkeit geben, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in der Stadt zu erkunden, zum Beispiel den Zoo oder die Bühnen Halle. Ziel ist es, vielleicht auch bisher Unbekanntes über den Ort zu erzählen. Die Videos können am Ostersonntag ab 10.00 Uhr von der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht können diese virtuellen Spaziergänge ja ein kleiner Anreiz sein, sich mit der ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Denn meine Bitte an Sie bleibt die, die ich jeden Tag an dieser Stelle formuliere: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

07. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Dienstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Versorgung in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 223 (+6).
Geheilte Einwohner: 59 (+/-0)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 44 (-1), davon 10 Hallenser (+1).

In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 231 Abstriche (+212) durchgeführt, dazu gehören die Fieberambulanz des Allgemein-Mediziners Dr. Matthias Benecke in Halle-Neustadt, die Praxis des Internisten Dr. Frank Ackermann in der Jägergasse, die Poli Reil inklusive der mobilen Test-Station und der mobile Dienst der Kassenärztlichen Vereinigung im Auftrag der Stadt.

Viele sind unserem gestrigen Aufruf, sich testen zu lassen, gefolgt. Es bleibt wichtig, dass wir weiter viele Tests durchführen, um die Entwicklung in der Stadt weiter mit vielen Daten untersetzen zu können.  Deshalb möchte ich erneut jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.

Die Stadt will das umfangreiche Testen weiter unterstützen. Morgen wird deshalb im Florentiner Bogen 15 eine weitere Schwerpunkt-Ambulanz in Betrieb gehen. Ab 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser bei Dr. Nils Hagenberg testen lassen. Die Stadt stellt ein entsprechendes Modul und die Ausrüstung. Weiterhin wird im Gesundheitszentrum Silberhöhe eine Ambulanz geplant; diese soll für Patienten in der kommenden Woche öffnen. Damit werden auch im Süden der Stadt weitere Anlaufpunkte geschaffen.

Unter den Asylbewerbern, die vor rund zwei Wochen aus Halberstadt zu uns gekommen sind, wurde ein weiterer Mann Corona-positiv getestet. Hier beginnt für alle Bewohner des Hauses nunmehr erneut eine zweiwöchige Quarantäne; alle Bewohner wurden erneut getestet.

Ich hatte an dieser Stelle schon mehrfach erläutert, dass es für die Analyse der Situation eine wichtige Rolle spielt, in welchem Zeitraum sich die Infektionszahlen verdoppeln. Mit Blick auf die aktuell 223 positiven Corona-Fälle ist es also wichtig zu schauen, wann wir den Stand von 112 hatten. Dies war am 27. März der Fall. Das heißt: Wir liegen nunmehr bei elf Tagen bis zur Verdopplung. Das ist der beste Wert, den wir seit Ausbrechen des Corona-Virus in der Stadt hatten. Die Kurve flacht sich also weiter ab. Wir sind allerdings noch nicht über den Berg.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind.

Im Namen des Ärzte-Teams möchte ich diese derzeit rund 60 Hallenserinnen und Hallenser um Unterstützung bitten. Die Stadt wird unter anderem alle genesenen Patienten anschreiben und fragen, ob ihrerseits die Bereitschaft zu einer Nachuntersuchung (mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden) besteht. Mit der Teilnahme an dieser Studie unterstützen Sie die medizinische Wissenschaft, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen.

Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen unter anderem auch dazu beitragen, Maßnahmen zur Lockerung der gegenwärtigen Einschränkungen in der Stadt Halle und im Land Sachsen-Anhalt abzuleiten. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 393 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei wurden 7 Verstöße registriert und Strafanzeigen gestellt. Anders als in den vergangenen Tagen betrafen diese aber nicht vorrangig Personen-Ansammlungen. Drei Anzeigen entfielen auf Quarantäne-Verstöße, drei richteten sich gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, eine wurde auf einem Spielplatz erstellt.

Hinweisen möchte ich auch noch einmal auf Veranstaltungen, die über Ostern in den Lokalen verschiedener Gartenanlagen geplant waren; diese sind auf Grundlage der 3. Eindämmungsverordnung des Landes untersagt.

Ich weiß sehr wohl, dass viele Menschen von den Vorschriften genervt sind. Was darf ich tun? Was darf ich nicht tun? Darüber hinaus gibt es viele Widersprüche.

Nur eines sollten Sie bedenken: Kein Gesetz kann umfassend alles regeln. Deshalb ist das Gesetz auszulegen. Immer in dem Sinne, dass jeder möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen hat. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur mit triftigen Gründen erlaubt. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushaltes sind auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren.

Zur Schutzausrüstung:
Wie bereits angekündigt, werden heute die Quartiermanager der Stadt ihre Arbeit zur Verteilung von Schutzmasken aufnehmen. Wochentags von 16 bis 17 Uhr können Bürgerinnen und Bürger sich an den fünf Standorten melden. Hier können selbst genähte Masken abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite. Die Quartiermanager sind mit Beginn heute bereits mit jeweils 150 Masken ausgerüstet.

Die Stadt selbst erhält täglich kleinere Lieferungen auf der Grundlage von eigenen Beschaffungen. Gestern wurden beispielsweise 1.000 Schutzkittel geliefert. Damit kann der Bestand der Ausrüstung des Rettungsdienstes wieder auf 10 Tage aufgestockt werden. Außerdem haben wir inzwischen 29 Einrichtungen in der Stadt mit Material-Lieferungen unterstützen können, 19 davon waren Pflegeheime und Praxen.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
die eingangs genannten Zahlen – sowohl was die Ausbreitung des Virus angeht als auch was die Resultate der Kontrollen betrifft – zeigen eine positive Entwicklung. Die meisten Hallenserinnen und Hallenser halten sich an die Regelungen von Stadt und Land. Dass die Kurve der Neuinfektionen deutlich abgeflacht ist, ist deshalb ein Erfolg für uns alle. Jeder Einzelne, der sich an die Vorgaben gehalten hat und hält, trägt seinen Teil für die Gemeinschaft bei.
Dafür herzlichen Dank!

Die Stadt Halle wird auch weiterhin verantwortungsvoll handeln, um die für uns alle einschneidenden Maßnahmen nach und nach wieder zu lockern. Vorher gilt es: Mehr zu testen, für private Schutzmasken aus Stoff zu werben und Probandentests unterstützen. Und: die Verdoppelung der Infizierten auf 14 Tage zu erhöhen.

Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

06. April 2020

Halle/Verwaltung. In der täglichen Video-Pressekonferenz informierten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale).

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

1. Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 217 (+3). Geheilte Einwohner: 59 (+9)
Am 27.3. waren es 113. Wir haben jetzt einen Trend, in dem die Verdopplung der Infizierten bei 10 Tagen liegt.
Ein Infektionsfall betrifft einen Mitarbeiter der Pforte der Justizvollzugsanstalt (JVA); dieser hatte keinen Kontakt zu den Gefangenen. Wohl aber zu 19 weiteren Personen, von denen die Mehrzahl nicht aus Halle stammt. Diese 19 Personen werden in Abstimmung mit dem Gefängnisarzt nunmehr getestet und untersucht.
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 45 (+4), davon 9 Hallenser.
In der Stadt wurden durch die Poli Reil und die mobile Teststation auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur gestern 19 Abstriche durchgeführt.
Sie sehen an dieser Entwicklung, dass das Test-Verhalten der Hallenserinnen und Hallenser rückläufig ist.
Deshalb möchte ich heute jede Person mit Atemwegserkrankungen jedweder Schwere bitten, vorsorglich einen Test durchführen zu lassen. Gleiches gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, wenn sie Symptome, wie Halskratzen oder Fieber verzeichnen.
Dann ist ein Test auch medizinisch erforderlich ist, und die Krankenkassen übernehmen regelmäßig die Kosten.
Wie ich am Wochenende berichtet habe, will sich die Stadt Halle (Saale) an einer Kohorten-Studie beteiligen. Die Rahmenbedingungen dafür werden wir heute Nachmittag mit dem Direktor des Institutes für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik an der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Herrn Prof. Mikolajczyk) abstimmen.
Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze.
Und noch eine erfreuliche Nachricht: von den 4 italienischen Patienten ist inzwischen ein Patient ansprechbar.

2. Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die städtischen Ordnungskräfte haben gestern 130 Kontrollen durchgeführt und waren im gesamten Stadtgebiet präsent. Dabei haben Stadt und Polizei insgesamt 40 Strafanzeigen gestellt.
Diese betrafen ausschließlich Personen-Ansammlungen: Insgesamt 97 mussten von der Stadt aufgelöst werden – unterstützt von der Polizei. Der Altersdurchschnitt wird statistisch nicht erfasst. Die größte Ansammlung war am Kanal mit 30 Personen.
Die Ordnungskräfte waren unter anderem Am Kanal, im Zentrum von Halle-Neustadt und auf der Ziegelwiese unterwegs. Naturgemäß herrschte in den Park- und Grünanlage starker Besucherverkehr.
Die meisten Hallenserinnen und Hallenser haben sich jedoch an die Regelungen von Stadt und Land gehalten.
Dafür herzlichen Dank!

3. Zur Schutzausrüstung
Weiterhin mangelt es in der Stadt an Schutzausrüstung. Wie Sie wissen, versuchen wir überall auf der Welt entsprechende Materialien zu beschaffen.
Die Verteilung unserer Bestände unterliegt daher weiter der Mangelverwaltung. Deshalb können wir nur dort unterstützen, wo ein nachgewiesener Bedarf unbedingt erforderlich ist. Zum Beispiel in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei Pflegediensten. Bislang hat der Katastrophenschutzstab Schutzausrüstung an insgesamt 15 Pflegeheime und Pflegedienste ausgegeben.
Viele Hallenserin und Hallenser haben damit begonnen, Schutzmasken aus Stoff selbst herzustellen. Diese Eigenproduktion ist dringend erforderlich – am besten zwei oder dreilagig. Große Mengen davon werden in den nächsten Wochen noch gebraucht. Das Tragen von Schutzmasken wird dringend empfohlen, wenn Sie sich in größeren Menschenmengen aufhalten.
Um den Austausch von selbst hergestellten Masken im Quartier zu unterstützen, öffnen die 5 Quartierbüros ab morgen, Montag bis Freitag in der Zeit von 16 bis 17 Uhr. Hier können selbst genähte Masken von Bürgern oder Initiativen abgegeben werden. Bürger, die diese nicht selbst herstellen können, können in den Quartierbüros selbst genähte Masken kostenfrei abholen. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
eine breite Diskussion über den Ausstieg der Ausgangsbeschränkungen muss jetzt beginnen.
Ich hatte dazu bereits auf eine stufenweise Umsetzung hingewiesen, um Schritt für Schritt wieder zum Alltag zurückzukehren.
Es ist dringend geboten, den positiven Trend in der Stadt in den nächsten Tagen genau zu beobachten. Parallel muss die Ausbreitung des Virus durch intensives Testen und Kontrollieren weiter sorgfältig beobachtet werden. Zur Erinnerung: die Stadt hatte bereits am 13. März mit einschränkenden Maßnahmen an Kitas und Schulen begonnen.
Die Risikogruppen müssen besonders betrachtet werden. Dabei geht es nicht um das Alter, sondern um Vorerkrankungen. Zudem müssen weiter die Abstandsregeln gelten. Und überall dort, wo diese nicht umgesetzt werden können, darf es vorerst keine Lockerung geben. Zu groß ist die Gefahr eines Rückfalls.
Ziel ist jedoch, unsere Wirtschaft schnell wieder in Gang zu setzen, frühestmöglich wieder in Gang zu setzen. Auch hier zählt jeder Tag und jeder Tag erfordert eine neue Bewertung.
Denn: die Freiheitsrechte der Bürger dürfen nicht länger als erforderlich eingeschränkt werden.
Kurz zusammengefasst heißt das: Mehr testen, den aktuellen Rückgang jeden Tag neu bewerten und Probanden-Tests durchführen. Das sind jetzt Aufgaben der Stadt.
Vorerst bleibt es bei meiner Bitte an Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen.
Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

05. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben auch am Sonntag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

1. Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-Virus:
Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 214 (+1)
(Anm.: die zuvor in der Statistik eingerechneten vier Patienten aus Italien wurden nun herausgerechnet, so erklärt sich das Minus im Vergleich zur Zahl des Vortages)
Geheilte Einwohner: 50 (+-0)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 41 (+8), davon 12 beamtet.

In der Stadt wurden durch die bekannten Einrichtungen gestern 43 Abstriche durchgeführt.
Seit 23. März wurden in der Stadt (inklusive der Krankenhäuser) insgesamt 3.501 Menschen getestet.
Wie sich die weitere Belegung in den Krankenhäusern entwickelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorausgesagt werden. Aktuell ist die Versorgungslage in den Krankenhäusern stabil, es gibt ausreichend freie Beatmungsplätze. Zudem sind wir in der Lage, noch weitere zusätzliche Intensiv-Betten zu schaffen.

Wir haben jetzt einen Trend, in dem die Verdopplung der Infizierten auf 9 Tage zugeht. Mit Beginn des 13. März haben wir in Halle Schulen, Kitas und Horte geschlossen; zudem wurde der Lehrbetrieb an der Martin-Luther-Universität eingestellt. Seitdem sind auch alle öffentlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet untersagt.
Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser: Wir wissen, dass damit von Ihnen sehr viel abverlangt wird – doch die Geduld scheint sich auszuzahlen: Das schnelle und entschlossene Handeln war richtig.

Dennoch spreche ich aktuell noch nicht über die Rückkehr in den Alltag. Denn einen Rückfall müssen wir zwingend verhindern.

Viele Hallenserin und Hallenser befolgen die Regeln. Dafür herzlichen Dank!

Einige wenige meinen, sie müssten sich nicht daran halten. Sie haben leider noch nicht verstanden, dass sie damit sich und andere in Gefahr bringen.

2. Damit kommen wir zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte und die Polizei haben gestern 95 Kontrollen durchgeführt und waren den gesamten Tag in der Stadt präsent. Dabei wurden 36 Strafanzeigen gestellt.
Städtische Ordnungskräfte mussten, unterstützt von Polizei und Feuerwehr, zahlreiche Ansammlungen auf der Ziegelwiese auflösen. Hier wurde teilweise trotz unserer Hinweise die Picknick-Decke ausgerollt. Auch Am Kanal und einem Kiosk in der Richard-Wagner-Straße musste die Polizei einschreiten. Hinzu kamen verschiedene Partys in Wohnungen und Hinterhöfen, zum Beispiel in der Ludwig-Wucherer-Straße, in der Thomasius-Straße und in der Elsa-Brändström-Straße. 

3. Zur Schutzausrüstung
Weiterhin mangelt es an Schutzausrüstung. Wir versuchen jedoch, diese bei Unternehmen überall auf der Welt zu beschaffen. Aber auch viele Hallenserin und Hallenser beginnen damit, Schutzmasken aus Stoff selbst herzustellen. Diese Eigenproduktion ist dringend erforderlich – am besten zwei oder dreilagig. Große Mengen davon werden in den nächsten Wochen noch gebraucht.
Die Verteilung unserer Bestände unterliegt der Mangelverwaltung. Deshalb können wir nur dort, wo ein nachgewiesener Bedarf unbedingt erforderlich ist unterstützen, zum Beispiel in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Alten- und Pflegeheimen sowie bei Pflegediensten. Bislang hat der Katastrophenschutzstab Schutzausrüstung an insgesamt 9 Pflegeheime und Pflegedienste ausgegeben.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
die ersten Mitteilungen von Unternehmen zeigen, dass die Sofort-Hilfe des Landes Sachsen-Anhalt bei den halleschen Unternehmen ankommt. Dafür herzlichen Dank.

Und an alle Unternehmen gerichtet, die bei der Beantragung oder anderen Anliegen Unterstützung brauchen: Bitte wenden Sie sich direkt an Dr. Petra Sachse, die Chefin unserer Wirtschaftsförderung. Sie und ihr Team helfen und beraten mit zentralen Ansprechpartnern. Die Telefonnummern finden Sie auf unserer Internetseite.
Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei allen Hallenserinnen und Hallensern bedanken, die mithelfen, dass wir gemeinsam den Anstieg der Patientenzahl in den Krankenhäusern verlangsamen können. Dafür kämpfen viele Menschen in unserer Stadt an vielen Orten.

Ich bitte Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen.
Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

04. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:
Aktuell werden in den Krankenhäusern der Stadt 33 Patienten behandelt, zwei Patienten weniger als gestern. Die Zahl der beatmeten Patienten hat sich um zwei auf nunmehr zwölf Patienten erhöht. Der Zustand der vier Schwererkrankten aus Italien hat sich teilweise deutlich verbessert.

Insgesamt gibt es in der Stadt Halle aktuell 217 Infektionsfälle, zu gestern sieben Fälle mehr. In der Stadt wurden durch die bekannten Einrichtungen 92 Abstriche durchgeführt, gestern waren es 131.

Wichtig ist, weitere Erkenntnisse über die Ausbreitung des Virus zu gewinnen. Dabei spielen großflächige Tests eine bedeutende Rolle. Ziel ist es, zu erkennen, ob und in welchem Umfang die natürliche Immunität in der Bevölkerung angestiegen ist. Belastbare Daten fehlen. Die Stadt Halle will sich an einem Projekt beteiligen, in dem nach dem Zufallsprinzip Probanden ausgewählt werden, die für einen längeren Zeitraum medizinisch begleitet und analysiert werden. München forciert ein ähnliches Projekt. Erste Vorgespräche dazu haben mit den Krankenhäusern stattgefunden.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:
Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 277 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 37 Strafanzeigen gestellt, also zehn mehr als gestern. Dabei ging es meist um Personen-Ansammlungen.

Zur Schutzausrüstung:
Unverändert ist die Versorgung mit hochwertigen Schutzmasken kritisch. Die Krankenhäuser haben gestern darüber informiert, dass eine Großlieferung von FFP2- und FFP3-Masken aus China aktuell wegen Zollproblemen nicht nach Deutschland geliefert werden kann. Diese Masken werden nicht nur für die Arbeit des medizinischen Personals in den Kliniken dringend gebraucht. Auch die Stadtwerke benötigen diese, zum Beispiel zum Schutz der Mitarbeiter bei der Müllsortierung. Auch hier wird die Versorgung knapp. Wir stehen hierzu in engem Austausch mit der Geschäftsführung der Stadtwerke.

Zur Arbeit des Stadtrates:
In einer Videokonferenz mit der Stadtratsvorsitzenden und den Fraktionsvorsitzenden haben wir uns gestern darauf verständigt, am 29. April eine Stadtratssitzung durchzuführen. Dazu wird es eine verkürzte Tagesordnung mit den wichtigsten Themen geben; zudem wird die Sitzordnung angepasst, so dass der nötige Sicherheitsabstand zwischen den Stadträtinnen und Stadträten gewährleistet ist.
Vorgeschaltet wird es am 21. April eine Finanzausschuss-Sitzung geben, in der per Videokonferenz wichtige Themen vorberaten werden.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
in den nächsten Tagen werden wir anhand der Zahlen sehen, wie weit wir bei der Bekämpfung der Ausbreitung gekommen sind. Aktuell ist eine Tendenz erkennbar, dass die Ansteckungskurve abflacht. Eine Wissenschaftlerin der technischen Universität München geht davon aus, dass – wenn man nichts getan hätte – dies in Deutschland eine Million Menschenleben gekostet hätte. Dadurch, dass wir frühzeitig eingeschritten sind, ist davon auszugehen, dass diese Zahl deutlich geringer ausfällt.

Eingriffe in die Grundrechte – wie sie Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren zweifelsohne darstellen – sind auf der Grundlage des Verhältnismäßigkeitsprinzips auf das erforderliche und angemessene Maß zu beschränken. Deshalb sind die aktuellen Maßnahmen zeitlich begrenzt: Die dritte Eindämmungsverordnung tritt mit dem Ablauf des 19. April außer Kraft.

Ob die Zeit bis dahin ausreicht, kann aktuell niemand seriös vorhersagen. Eines ist aber deutlich: Wer zu früh glaubt, wieder vollständig zur Normalität zurückkehren zu können, riskiert möglicherweise einen schweren Rückfall. Dies zeigen aktuelle Berichte aus Wuhan in China. Dort sind Einwohnerinnen und Einwohner erneut gehalten, in ihren Wohnungen zu bleiben, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern.

Wann wir den Weg in die Normalität einschlagen können, ist offen. Der Stillstand des öffentlichen Lebens hat fast alle Branchen in große Existenznöte gebracht. Es gilt, einen Stufenplan zu entwickeln, um wieder zum normalen Leben zurückzukehren. Es wird mit Sicherheit nur Schritt für Schritt gehen. So könnten Maßnahmen ergriffen werden, die nach sachlichen Risikofaktoren gestaffelt sind.

Einen solchen Schritt in die Normalität werden wir am schnellsten erreichen, wenn wir jetzt alle die Maßnahmen der dritten Eindämmungsverordnung des Landes einhalten.

Ich bitte Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund. Sport und Bewegung zu zweit im Freien gehört dazu; picknicken, grillen und feiern nicht.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

03. April 2020

Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-VirusAktuell werden in den Krankenhäusern der Stadt 35 Patienten behandelt, das ist ein Plus von drei Patienten im Vergleich zu gestern. Davon werden zehn Patienten intensivmedizinisch  betreut, eingeschlossen sind die vier Schwererkrankten aus Italien.

Insgesamt gibt es in der Stadt Halle aktuell 210 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit in den letzten 24 Stunden um 15 Fälle erhöht.

Immer wieder sind auch die fünf Klinken der Stadt von Infektionsfällen betroffen. Nach einem positiven Test eines Arztes in der Geriatrie der Diakonie sind inzwischen alle Tests von Patienten und Mitarbeitern der Station ausgewertet – alle waren negativ. Am 1. April wurde auch ein Mitarbeiter des Klinikums Bergmannstrost positiv getestet. Der Betreffende hatte nur in einer Schicht Dienst, alle Kollegen dieser Schicht wurden sofort unter Quarantäne gestellt.

Die Fälle aus dem Bergmannstrost und der Diakonie zeigen: Die Krankenhäuser sind sensible Stellen, wenn es um die Ausbreitung des Corona-Virus geht. Umso mehr möchte ich an dieser Stelle das umsichtige und vorausschauende Management der fünf Klinken loben. Alle Krankenhäuser haben schon vor Wochen umfassende Krisenplanungen eingeleitet. Sie stehen täglich in engem Austausch untereinander und mit dem Katastrophenschutzstab der Stadt. Dieses Vorgehen ist absolut vorbildlich und beispielhaft dafür, wie alle in herausfordernden Zeiten zusammenstehen.

Ich möchte auch noch einmal den Hinweis anschließen, dass grundsätzlich alle Mitarbeiter in Einrichtungen im Gesundheits- und Sicherheitswesen vor Beginn ihrer Arbeit einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen und dem Arbeitgeber vorzulegen haben. Dieser Fragebogen ist auf der Internetseite der Stadt unter www.halle.de abrufbar.

Aus den Pflegeheimen in der Stadt gibt es im Vergleich zu gestern eine Veränderung: Bei einer positiv getesteten Bewohnerin des Johannes-Jänicke-Hauses hat sich der Zustand verschlechtert, sie wird nunmehr im Krankenhaus behandelt.

In der Stadt wurden gestern durch die bekannten Einrichtungen 131 Abstriche durchgeführt. Auch diese Zahl zeigt: In der Stadt Halle wird umfangreich getestet, um möglichst viele Daten über die Ausbreitung des Virus erfassen zu können. Für den Katastrophenschutzstab der Stadt sind die statistischen Zahlen wertvoll.

Zur Grafik (siehe Link unter diesem Text):
Die Kurve des Landes wird hier mit der Kurve der Stadt verglichen. Die Kurve der Stadt zeigt, dass wir einen linearen Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen haben. Die Kurve schießt also nicht exponentiell in die Höhe. Die Verdopplungszeit der Fälle liegt heute bei fast acht Tagen. Dass die Kurve seit dem 14. Tag etwas unter der für ganz Sachsen-Anhalt liegt, könnte ein Indiz dafür sein, dass unser Maßnahmenpaket erfolgreich die Ausbreitung von Corona verlangsamt hat.

Das ist eine gute Nachricht. Aber: Es ist keine Nachricht, die Anlass zur Entwarnung gibt. Der Zeitraum, in dem sich die Infektionszahlen verdoppeln, liegt unverändert bei sieben Tagen. Ich hatte es an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt: Epidemiologen weisen darauf hin, dass ein Zeitraum von unter zehn Tagen kritisch zu beurteilen ist. Es gibt also keinen Grund für Entwarnung oder die Ausgangsbeschränkungen zu lockern.

Würden wir die Entscheidungen lockern, würden wir dies mit Blick auf einen möglichen Rückfall möglicherweise bitter bereuen. Noch immer wissen wir zu wenig über das Virus.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt

Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 263 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 27 Strafanzeigen gestellt, 14 davon als Konsequenz von Personen-Ansammlungen, hinzu kamen fünf Quarantäneverstöße, ein Verstoß eines Geschäftes, drei Verstöße von Sport- und Freizeiteinrichtung sowie vier bei Spielhallen.

Für die Fahrgäste und Abonnement-Kunden des ÖPNV hält die HAVAG auf der Startseite ihrer Homepage unter der Rubrik „Corona – Fragen und Antworten“ die wichtigsten Auskünfte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bereit. Insbesondere zu den Themen „Aktuelles ÖPNV-Angebot“, „Schutzmaßnahmen für Fahrgäste und Personal“, „Kundenservice“ und „Tickets und Abonnements“ werden dort sehr ausführliche Informationen und Kontaktmöglichkeiten benannt.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
die gerade erwähnte Zahl der Strafanzeigen ist leider weiter auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigt, dass es immer noch Bürgerinnen und Bürger gibt, die den Ernst der Situation unterschätzen. Ich kann nur immer wiederholen: Es gilt die 3. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt und die Allgemeinverfügung der Stadt Halle vom 27.3.2020. Bei Verstößen gegen diese Anordnungen werden Bußgeld- oder Strafverfahren eingeleitet.

Ich habe die Verordnung des Landes gestern an dieser Stelle zitiert. Ich tue es heute mit Blick auf das frühlingshafte Wochenende, das vor uns liegt, noch einmal: „Jeder wird angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.“

Die Maßnahmen sind einschneidend, aber sie sind notwendig. Ich bitte Sie alle, die Vorgaben zu beherzigen und auch am kommenden frühlingshaften Wochenende die Kontaktminimierung umzusetzen. Weiterhin empfehle ich Ihnen – gegebenenfalls selbstgenähte – Gesichtsmasken zu tragen – immer dann, wenn Sie auf nicht vermeidbare größere Personen-Ansammlungen treffen, wie beim Einkaufen. Eine Tragepflicht gibt es nicht.

Ob wir erreichen, die Ausgangsbeschränkungen lockern können, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Die Entwicklung der nächsten Tage ist abzuwarten. Bis dahin brauchen wir Geduld und die Kraft. Hier müssen alle mitwirken. Das Ordnungsamt und die Polizei werden zahlreich unterwegs sein, um bei Unbelehrbaren die 3. Eindämmungsverordnung durchzusetzen.

Ich bitte Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund. Sport und Bewegung zu zweit im Freien gehört dazu; picknicken, grillen und feiern nicht.
Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

02. April 2020

Halle/Verwaltung. Das Land Sachsen-Anhalt hat am heutigen Tag eine weitere Verordnung erlassen. Die Dritte Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen Anhalt enthält unter anderem einen Bußgeldkatalog, der bei Verstößen gegen die Anordnungen greift.


Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Donnerstag um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement der Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt
32 Covid-19-Patienten befinden sich aktuell in den Kliniken der Stadt, das sind zwei mehr als gestern. Weiterhin müssen vier Patienten auf der Intensivstation behandelt werden. In der Stadt Halle gibt es aktuell 195 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit in den letzten 24 Stunden um zehn Fälle erhöht.

Pro 100 000 Einwohner gibt es in Sachsen-Anhalt rund 35 Infizierte. In Hamburg etwa liegt diese Quote bei über 124, im Bundesschnitt bei knapp 81. In Halle liegt die Quote bei 80. Das erklärt auch, warum in Halle eine besondere Situation vorliegt, die mit dem Landesdurchschnitt in Sachsen-Anhalt nicht vergleichbar ist.

Am gestrigen Abend ist eine 94-jährige Bewohnerin des Pflegeheims „Johannes-Jänicke-Haus“ gestorben. Die Verstorbene war positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sie hatte allerdings per Patientenverfügung festgelegt, nicht stationär behandelt zu werden. Die Stadt Halle hat damit nun drei Todesfälle, die eine Corona-Infektion aufwiesen, zu beklagen. Nach den positiven Tests im „Johannes Jänicke-Haus“ von 22 Bewohnern und neun Mitarbeitern steht das Pflegeheim weiter unter Quarantäne. Es finden weiter zweimal täglich ärztliche Visiten statt.

Grundsätzlich gilt: Für Einrichtungen im Gesundheits- und Sicherheitswesen ist vor Beginn der Arbeit zudem ein Gesundheitsfragebogen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszufüllen und dem Arbeitgeber vorzulegen.

Wie ich bereits gestern berichtet habe, haben sich das Klinikum Bergmannstrost und das Elisabeth-Krankenhaus in den vergangenen Tagen auf die Aufnahme von vier Covid-19-Patienten aus der Lombardei vorbereitet. Der Transport der Erkrankten – drei Männer und eine Frau, zwischen Jahrgang 1954 und Jahrgang 1970 – findet im Laufe des heutigen Tages statt. Den Transport übernimmt die Schweizerische Rettungsflugwacht. Alle vier Intensiv-Patienten werden im Bergmannstrost in einem isolierten Bereich behandelt.

Die Übernahme der italienischen Patienten basiert maßgeblich auf einer Gemeinschaftsinitiative des Elisabeth-Krankenhauses mit dem Bergmannstrost und basiert auf der sehr guten Zusammenarbeit der halleschen Krankenhäuser und dem Katastrophenschutzstab der Stadt Halle. Die Stadt Halle unterstützt diese Hilfe für die schwer vom Corona-Virus betroffene Region in Nord-Italien. Diese Maßnahme ist ein humanitärer Akt, zu dem wir uns verpflichtet sehen. Der Katastrophenschutzstab steht mehrmals täglich in Kontakt zu den Geschäftsführungen und Ärztlichen Direktoren der Kliniken, um jederzeit über die medizinische Situation informiert zu sein.

Die Stadt Halle arbeitet aktuell mit fünf Laboren zusammen, in denen Corona-Tests ausgewertet werden: drei Labore befinden sich in Halle, eines in Dessau, eines in Magdeburg. Über die drei Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt, die mobile Test-Station auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur und den mobilen Fahrdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wurden am gestrigen Mittwoch 129 Abstriche durchgeführt.

Eine Lieferung von Test-Sets, die die Stadt durch das Land Sachsen-Anhalt erhalten hat, war qualitativ nicht ausreichend, um verlässliche Test-Resultate zu erhalten. Dies ließ sich allerdings erst bei der Bearbeitung der Proben in den Laboren feststellen. Aus diesem Grund ist zu erwarten, dass einige Proben, die in den vergangenen Tagen genommen worden sind, wiederholt werden müssen. Das Gesundheitsamt steht hierzu in engem Kontakt mit den Laboren und wird Kontakt zu den betroffenen Personen aufnehmen.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt
Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern insgesamt 533 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 18 Anzeigen gestellt, allein 14 davon als Konsequenz von Personen-Ansammlungen. Hinzu kommen drei Verstöße auf Spielplätzen und ein Verstoß durch eine Gaststätte.

Die Stadt wird ihre konsequente Linie fortführen, Verstöße auch mit Strafanzeigen zu ahnden. Ich möchte das auch deshalb an dieser Stelle noch einmal deutlich machen, weil vor uns ein Wochenende mit bestem Frühlingswetter liegt. Wir wissen, dass es viele Menschen in den kommenden Tagen nach draußen ziehen wird. Das beobachten wir jetzt bereits auf größeren Plätzen, wie dem Universitätsplatz und dem Steintor-Campus. Picknicken und Grillen sind nicht zulässig. Sport und Bewegung an der frischen Luft zu zweit sind als triftiger Grund anerkannt.

Deshalb weisen wir noch einmal dringend darauf hin, sich an die Vorgaben der Zweiten Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt vom 24. März zu halten. Darin heißt es:

„Jeder wird angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angeho¨rigen des eigenen Hausstands auf ein absolut no¨tiges Minimum zu reduzieren. Wo immer mo¨glich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gru¨nde erlaubt.“

Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern, sich mit der Eindämmungsverordnung des Landes noch einmal vertraut zu machen.

Zu den Unterstützungsleistungen
Hinweisen möchte ich auf ein Unterstützungsangebot aus unserem Star Park: Der Werkleiter des Unternehmens „Great View“, Steffen Enders, hat uns informiert, dass als Spende des Unternehmens heute 5000 OP-Masken für die Stadt Halle angekommen sind, weitere 5000 Schutzmasken sind noch unterwegs. Diese Unterstützung liegt dem Unternehmen sehr am Herzen, da es damit etwas von der steten Unterstützung durch die Stadtverwaltung zurückgeben möchte.

Zur gestrigen Frage zum Thema Home-Office:
Stand jetzt haben 675 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
wir erleben gerade eine weltweite Pandemie. Der Katastrophenschutzstab der Stadt trifft sich dreimal täglich, um schnell auf alle Entwicklungen reagieren zu können. Die Problemstellungen sind vielfältig: die Situation in den Kliniken und Pflegeheimen, die Versorgung mit Schutzkleidung, die Lage in den Laboren und die enormen Herausforderungen für die Wirtschaft. Oft sind es Einzelfälle, die individuell entschieden werden müssen.

Der Blick über die Grenzen hinaus – etwa nach Amerika – zeigt aber auch, wie wichtig diese Maßnahmen zur Eindämmung sind und wie wichtig es ist, vorausschauend zu handeln. Die Stadt Halle war am 12. März die erste deutsche Großstadt, die Schulen, Kitas und Horte geschlossen hat, um Infektionsketten zu unterbrechen. Was für einige wie ein übereilter Schritt wirkte, ist inzwischen europaweit als unumgängliche Maßnahme umgesetzt worden.

Wir wissen, dass diese Maßnahmen von jedem Einzelnen viel abverlangen. Aber sie sind notwendig. In Halle verdoppelt sich die Anzahl der Infizierten aktuell statistisch alle sieben Tage. Das ist eine Verbesserung, aber es ist noch nicht gut genug. Es liegt an uns allen, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und Risikogruppen zu schützen.
Ich bitte Sie alle, dies zu beherzigen und auch am kommenden frühlingshaften Wochenende die Kontaktminimierung umzusetzen.

Ich bitte Sie: Bleiben Sie zu Hause! Verlassen Sie nur das Haus, wenn Sie es unbedingt müssen.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung! 

01. April 2020

HalleVerwaltung. Die Stadtbibliothek Halle bietet auch für nicht aktive Nutzer der Bibliothek einen kostenfreien Zugang zu den digitalen Angeboten.

Das Angebot gilt vorerst bis zum 30. April 2020. Folgende Online-Angebote können genutzt werden: Onleihe – vorwiegend E-Books, E-Hörbücher und digitale Zeitungen bzw. Zeitschriften; PressReader – über 7.000 aktuelle digitale Zeitungen und Zeitschriften sowie Genios – über 1.000 aktuelle digitale Zeitungen und Zeitschriften und digitales Zeitschriftenrechercheportal. Für die Anmeldung des Gratis-Zugangs ist eine schriftliche Anmeldung per E-Mail erforderlich. Das Kontaktformular und Informationen auf der der Internetseite der Stadtbibliothek unter www.stadtbibliothek-halle.de.



Halle/Verwaltung. Mit Wirkung vom 1. April gibt es weitere Einschränkungen im Bahnverkehr in Mitteldeutschland. Auch die Anbindungen der Stadt Halle (Saale) ändern sich.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der betroffenen Verbindungen:

  • S3 (Trotha-Wurzen) – entfällt zwischen Hauptbahnhof und Trotha
  • S5 (Halle– Altenburg/Zwickau) – verkehrt nun im Stundentakt
  • S5X (Halle– Altenburg/Zwickau) – entfällt komplett
  • S7 (Hbf – Nietleben) – verkehrt nun im Stundentakt
  • S8 (Halle – Dessau / Lutherstadt Wittenberg) – verkehrt nun im Stundentakt
  • S9 (Halle-Eilenburg) – verkehrt nun im Zweistundentakt
  • RE16/RE17 (Halle-Erfurt) – entfällt komplett
  • RE18 (Halle – Jena) – entfällt komplett
  • RE30 (Magdeburg – Halle) – verkehrt nun im Zweistundentakt
  • RB20/RB25 (Leipzig –Halle-Saalfeld) – Entfall einzelner Fahrten
  • RB47 (Halle-Bernburg) – verkehrt nun im Zweistundentakt

S = S-Bahn
RE = Regionalexpress
RB = Regionalbahn



Halle/Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch  in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

In der Stadt Halle gibt es aktuell 185 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit zum gestrigen Tag um zehn Fälle erhöht.

Aus dem Pflegeheim „Haus am Theater“ liegen inzwischen alle Testergebnisse vor. Die Bewohner waren allesamt negativ. Die Einrichtung bleibt allerdings nach dem positiven Ergebnis einer Mitarbeiterin unter Quarantäne.
Im Pflegeheim „Johannes Jänicke-Haus“ ist die Situation weiter angespannt, aber aktuell stabil. Nachdem hier 22 Bewohner und neun Mitarbeiter positiv getestet wurden, finden weiter zweimal täglich ärztliche Visiten statt. Das Haus steht unter Quarantäne.

Im Diakoniekrankenhaus wurde ein Arzt der Geriatrie Corona-positiv getestet. Alle Patienten und Mitarbeiter der Station wurden gestern getestet. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Station wurde unter Quarantäne gestellt. Das heißt Entlassungen von Patienten aus dieser Station sind daher momentan ausgesetzt.

Wie den Medien am heutigen Tag bereits zu entnehmen war, planen das Klinikum Bergmannstrost und das Elisabeth-Krankenhaus aktuell die Aufnahme von Covid-19-Patienten aus Norditalien. Die Kliniken haben 27. März eine Anfrage der Gesundheitsbehörde der Lombardei zur Aufnahme von vier Intensivpatienten erhalten. Beide Häuser haben ihre Bereitschaft dazu erklärt, der Katastrophenschutzstab hat zugestimmt. Aktuell laufen Gespräche der Krankenhäuser mit dem Land über einen Transport der Patienten. Der Katastrophenschutzstab der Stadt ist dazu in engem Austausch mit den Geschäftsführungen der beiden Kliniken.

Zu den Kontrollen am gestrigen Tag:
Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern insgesamt 712 Kontrollen durchgeführt. Wieder mussten 14 Strafanzeigen gestellt werden. Fünf resultierten aus Spielplatz-Kontrollen, eine aus einer Geschäftskontrolle, acht Anzeigen wurden als Konsequenz von Personenansammlungen gestellt.

Gestern haben wir erstmals Hinweise erhalten, dass unter Quarantäne stehende Bürgerinnen und Bürger dubiose SMS vom Ordnungsamt erhalten haben, in denen mit Strafen gedroht wird wegen Quarantäne-Verstößen. Ich weise deshalb ausdrücklich darauf hin: Das Ordnungsamt führt Quarantäne-Kontrollen durch und leitet bei Verstößen die entsprechenden strafrechtlichen Schritte ein. Aber: Das Ordnungsamt kommuniziert nicht per SMS mit Ihnen und fordert Sie auch nicht zu Zahlungen auf. Eine strafrechtliche Ermittlung ist auch nicht die Aufgabe des Ordnungsamtes, sondern erfolgt durch die Staatsanwaltschaft.

Hinweisen möchte ich auch noch einmal auf Folgendes: Alle Ärzte, die im Auftrag des Gesundheitsamtes Untersuchungen und Abstriche bei Personen zu Hause vornehmen, kündigen ihren Besuch vorher telefonisch an und weisen sich mit einer städtischen Bescheinigung mit amtlichem Siegel aus.

Zur medizinischen Versorgung in der Stadt:
30 Covid-19-Patienten befinden sich aktuell in den Kliniken der Stadt, das sind vier weniger als gestern. Inzwischen müssen vier Patienten auf Intensivstation behandelt werden, einer mehr als gestern.

Über die drei Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt, die mobile Test-Station auf dem Parkplatz der Arbeitsagentur in der Schopenhauerstraße und den mobilen Fahrdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wurden am gestrigen Dienstag 155 Abstriche durchgeführt.

Zur Schutzausrüstung:
Der Katastrophenschutzstab der Stadt forciert die Ausstattung mit medizinischer Schutzausrüstung. Wie gestern erwähnt, erfolgen immer wieder kleinere Nachlieferungen des Landes sowie eigene Beschaffungen der Stadt. Ich hatte gestern auch über die erfreuliche Tendenz bei der Ausstattung von einfachem Mund-Nasen-Schutz und die vielen Initiativen zur Selbstherstellung berichtet.

Ich möchte noch einmal wiederholen: Die Stadt empfiehlt das Tragen von Mundschutz in der Öffentlichkeit. Jeder Schutz ist besser als kein Schutz. Eine Mundschutzmaske empfiehlt sich also immer dann, wenn sich auch bei einem Abstand unter 1,5 Metern mehrere Menschen begegnen könnten. Beispielsweise beim Einkaufen oder beim Arztbesuch. Auch wenn der Schutz von selbst hergestellten Masken nicht den medizinischen Anforderungen genügt, helfen diese, das Ansteckungsrisiko zu senken. Dadurch wird die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt. Auch Brillen können helfen, denn sie schützen die Augenschleimhäute.

Vorrangig gilt jedoch eines: Halten Sie die 1,5 Meter Abstand. Der Mundschutz kann nur eine ergänzende Maßnahme sein.

Weitaus schwieriger gestaltet sich hingegen die Beschaffung von Schutzmasken, den sogenannten FFP2- und FFP3-Masken, die vor allem im medizinischen Sektor dringend gebraucht werden. Der Katastrophenschutzstab der Stadt arbeitet deshalb gemeinsam mit den Kliniken und auch den Stadtwerken daran, Strukturen zur Sterilisation und Mehrfachnutzung solcher Masken aufzubauen.

Die Vorbereitung solcher Notfallmaßnahmen zeigt, dass wir uns auf eine weitere Verschärfung der Lage einstellen – gerade im medizinischen Bereich. Und ich möchte deshalb auch noch einmal betonen: Genau aus diesem Grund hat sich die Stadt Halle bereits am 17. März entschieden, den Katastrophenfall auszurufen. Wir verwalten derzeit einen Mangel an Schutzausrüstung. Nur bei dringend notwendigen Bedarfen kann Schutzkleidung vom Stab an medizinische Einrichtungen herausgegeben werden.

Es gibt hier keine Entwarnung. Im Gegenteil: Die Lage wird komplizierter. Und es muss unser Anspruch bleiben, dass die Kliniken der Stadt zu jeder Zeit voll arbeitsfähig bleiben, um Covid-19-Patienten zu behandeln.
Die medizinische Schutzausrüstung in der Stadt Halle reicht für zehn Tage.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,
wir informieren Sie in dieser Pressekonferenz täglich über die aktuellen Entwicklungen zum Thema Corona-Virus und Covid 19. Die Anzahl der Infizierten in der Stadt verdoppelt sich weiterhin alle sieben Tage. Das ist eine wichtige statistische Größe, um zu ermitteln, ob die Maßnahmen der Kontakt-Minimierung funktionieren. Die Kurve verläuft bei uns flacher als an vielen anderen Orten. Aber: Sie verläuft noch nicht flach genug, um auch längerfristig die medizinische Versorgung garantieren zu können. Epidemiologen nennen bei der Verdopplung von Fällen eine Richtgröße von mindestens zehn Tagen.

Ob wir dies erreichen, hängt auch davon ab, ob wir weiter mit aller Konsequenz die geforderte Kontakt-Minimierung umsetzen. Es liegt an uns allen. Aus heutiger Sicht gibt es keine schnelle Entwarnung geben.

Mit dem heutigen Tag sind weitere Einschnitte im regionalen Bahnverkehr der Deutschen Bahn vorgenommen worden. Das betrifft diverse S-Bahn-Linien und einige Regional-Verbindungen nach Erfurt, Jena, Magdeburg, Leipzig und Bernburg. Einen Überblick haben wir auch auf unserer Internetseite halle.de zusammengestellt.

Wir kämpfen um jeden Tag, den wir den Stillstand in unserer Stadt früher aufheben können. Denn jeder Tag des Stillstandes trifft unsere Wirtschaft schwer. Bitte helfen Sie alle mit!

Es bleibt wie immer der wichtigste Wunsch: Bleiben Sie zu Hause! Verlassen Sie nur das Haus, wenn Sie es unbedingt müssen.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!